Die deutschen Direktinvestitionen in Russland steigen wieder

Nicht immer schaut der russische Ministerpräsident vorbei, wenn ein deutsches Unternehmen in Russland eine Produktionsstätte eröffnet. Doch Dmitrij Medwedjew ließ es sich Ende Juni nicht nehmen, an der Werkseröffnung des Dortmunder Pumpenherstellers Wilo in Noginsk teilzunehmen und lobte Deutschland als „einen der Schlüsselinvestoren in unserem Lande“. Und tatsächlich ist Wilo kein Einzelfall. Eine ganze Reihe deutscher Unternehmen hat in den zurückliegenden Monaten neue Produktionsstätten in Russland eröffnet oder plant dies zu tun. Prominentestes Beispiel ist der deutsche Autobauer Mercedes, der für mindestens 300 Millionen Euro ein Montagewerk in der Region Moskau eröffnen will. Aber auch Mittelständler wie OBO Bettermann, der im Oktober in Lipezk ein Werk einweihte, zieht es nach Russland.

Unternehmergespräch des Ost-Ausschusses mit dem russischen Vize-Premierminister Arkadij Dworkowitsch in Düsseldorf

Im Rahmen der Deutsch-Russischen Rohstoff-Konferenz am 24. November 2016 in Düsseldorf organisierte der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft gemeinsam mit dem Deutsch-Russischen Rohstoff-Forum ein Unternehmergespräch mit dem Vize-Premierminister der Russischen Föderation Arkadij Dworkowitsch unter Leitung des stellvertretenden Ost-Ausschuss-Vorsitzenden und Russland-Sprechers Klaus Schäfer, dem Vorstandsvorsitzenden der Uniper SE.

Der Ost-Ausschuss informierte in Düsseldorf und Essen über das Russland-Geschäft

Nach zwei Jahre Rezession befindet sich die russische Wirtschaft immer noch in einer schwierigen Phase. Nach wie vor drücken die Rubelabwertung und der niedrige Ölpreis die konjunkturellen Erwartungen. Aber seit Mitte des Jahres gibt es wieder erste Zeichen der Erholung, wenn auch noch auf niedrigem Niveau. Die Direktinvestitionen stiegen erstmals seit zweieinhalb Jahren wieder an, der Kapitalabfluss fällt für dieses Jahr deutlich geringer aus, und das Interesse der Investoren ist bei niedrigen Grundstückspreisen und deutlich verbesserten Rahmenbedingungen gestiegen.

Das 3. Gaidar-Naumann-Forum diskutierte über den Umgang mit Russland

Am 24. November fand in Berlin das 3. Gaidar-Naumann-Forum 2016 statt, das von der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit und der Gaidar-Stiftung in Kooperation mit dem Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft und dem Deutsch-Russischen Forum veranstaltet wurde. Rund 150 Vertreter aus Politik und Wirtschaft diskutierten teilweise hochemotional über das diesjährige zentrale Thema „Russland, Deutschland und Osteuropa – Beziehung im Wandel“. In seinem Grußwort erinnerte Karl-Heinz Paque als stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit an den Beginn der liberalen Reformen unter Jegor Gaidar in Russland vor genau 25 Jahren. Über Erfolge und Misserfolge dieses Aufbruchs in die Marktwirtschaft und die Zukunft der EU-Russland-Beziehungen wurde anschließend lebhaft diskutiert.

Einen nüchternen Blick auf die Russland-Sanktionen fordert Wolfgang Büchele
 
Über zwei Jahre bestehen die gegenseitigen Wirtschaftssanktionen zwischen der EU und Russland. Aktuell laufen die EU-Sanktionen noch bis Ende Januar 2017. In den nächsten Wochen wird eine Debatte über Verlängerung, Lockerung oder Verschärfung zu führen sein, diesmal unter dem Eindruck des Amtswechsels im Weißen Haus. Höchste Zeit für einen nüchternen Blick auf die bisherigen Sanktionsfolgen.
 

BME und Ost-Ausschuss unterzeichnen Kooperationsvereinbarung im Rahmen der Young-Professionals-Initiative des Einkäuferverbandes

Der BME und der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft wollen die Nachwuchskräfte in Europa stärker unterstützen. „Das gilt insbesondere für die Ausbildung Studierender und Graduierter aus den Ländern des Westlichen Balkans“, betonte Dr. Christoph Feldmann, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME) am Mittwoch in Berlin nach der Unterzeichnung einer entsprechenden Kooperationsvereinbarung mit dem Ost-Ausschuss-Vorsitzenden Michael Harms. Zuvor hatte BME-Vorstandsvorsitzender Horst Wiedmann das 51. BME-Symposium Einkauf und Logistik in der Bundeshauptstadt eröffnet.

Zweite Sitzung der Strategischen Arbeitsgruppe für Wirtschaft und Finanzen in Moskau

Ende Oktober fand in Moskau die zweite Sitzung der deutsch-russischen Strategischen Arbeitsgruppe für Wirtschaft und Finanzen (SAG) in diesem Jahr statt. Das bilaterale Gremium hatte erst im Juni die Arbeit wieder aufgenommen, nachdem die Arbeitsgruppe im Zuge der Wirtschaftssanktionen gegen Russland fast zwei Jahre lang ausgesetzt worden war. Nach offizieller Zählung war es bereits die 35. Sitzung des Gremiums. Ziel der Arbeitsgruppe, an der Wirtschaftsvertreter aus beiden Ländern teilnehmen, ist der Ausbau der bilateralen Zusammenarbeit.

Weiter hohe Nachfrage in Südosteuropa/ Handel mit der Ukraine gewinnt an Tempo/ Russland-Exporte beenden lange Schwächephase

Die deutschen Exporte nach Osteuropa haben im Monat August 2016 kräftig angezogen. Insgesamt stiegen die deutschen Lieferungen in die 21 vom Ost-Ausschuss betreuten Länder gegenüber dem August 2015 um fast 16 Prozent. Ungebrochen lebhaft ist die Nachfrage nach deutschen Waren in Südosteuropa: In den ersten acht Monaten des laufenden Jahres stiegen die Ausfuhren dorthin um zehn Prozent. „Die deutsche Exportwirtschaft profitiert weiterhin vom kräftigen wirtschaftlichen Aufschwung in Südosteuropa und dessen engerer Anbindung an die EU. Die weitere Integration der Region, die der Ost-Ausschuss etwa mit der regionalen Wirtschaftskonferenz in Montenegro in dieser Woche unterstützt, kann hier zusätzliche Impulse geben“, kommentierte Ost-Ausschuss-Geschäftsführer Harms vor seiner Abreise nach Montenegro die aktuellen Zahlen.

Regionale Wirtschaftskonferenz für den Westbalkan in Budva diskutierte Stand der Reformen in der Region

Gemeinsam mit dem Präsidenten Montenegros Filip Vujanovic eröffneten am 27. Oktober Ost-Ausschuss-Geschäftsführer Michael Harms und der Präsident der Wirtschaftskammer Montenegros Velimir Mijuskovic die regionale Wirtschaftskonferenz für den Westbalkan. Mehr als 450 Teilnehmer aus der gesamten Region des sogenannten Westlichen Balkans und Deutschland waren der Einladung nach Budva gefolgt, um im Rahmen der Konferenz unter dem Titel „Development Perspectives of the Western Balkans“ die aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen zu diskutieren.

Das wirtschaftliche Umfeld für deutsche Unternehmen in Russland bleibt schwierig. Dazu tragen neben der nach wie vor angespannten wirtschaftlichen Lage und den Kollateralschäden der gegenseitigen Wirtschaftssanktionen auch zunehmend protektionistische Tendenzen in Russland bei. Unter den schwierigen Rahmenbedingungen im Russland-Geschäft leidet nicht zuletzt der Mittelstand in beiden Ländern. Russland und der Mittelstand stehen daher im Fokus der aktuellen Ausgabe der Ost-Ausschuss-Informationen: Wir stellen Rahmenbedingungen und Aktivitäten der Kontaktstelle Mittelstand im Ost-Ausschuss vor, sprechen mit einem deutschen Mittelständler in Russland über dessen Erfahrungen und stellen die rechtlichen Rahmenbedingungen im Land vor. Außerdem berichten wir über die Reise von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel nach Moskau im September, bei der der Ost-Ausschuss an der begleitenden Unternehmerdelegation beteiligt war und über die jüngste Tagung der AG Wirtschaft des Petersburger Dialogs.