7. Deutsch-Russische Rohstoff-Konferenz

1. April 2014

Herausforderungen einer modernen Rohstoffpartnerschaft

Die deutsch-russischen Rohstoffbeziehungen spielen für die deutsche Wirtschaft eine entscheidende Rolle. Der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft engagiert sich seit Langem für eine Intensivierung der Zusammenarbeit im Rohstoffbereich, unter anderem mit dem Arbeitskreis „Rohstoffkooperationen“. Als Kooperationspartner unterstützte der Ost-Ausschuss auch in diesem Jahr die jährlich veranstaltete Deutsch-Russische Rohstoff-Konferenz, die vom 1. bis 3. April 2014 in Dresden tagte.
 

Gerade vor dem Hintergrund der mitunter vorherrschenden Sprachlosigkeit zwischen der EU und Russland rund um die Ukraine-Krise stand das traditionelle Format besonders im Fokus der Öffentlichkeit. Das Interesse auf der Teilnehmerseite war hoch, über 350 Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft beider Länder fanden den Weg in die sächsische Landeshauptstadt. Im Vorfeld der Konferenz wurde besonders viel über die Zusammensetzung der russischen Delegation und die Bedeutung, die Russland damit dem Format beimessen würde, diskutiert. Die Teilnehmer wurden nicht enttäuscht. In der Delegation unter der Leitung des Stellvertretenden Ministerpräsidenten der Russischen Föderation Arkadi Dworkowitsch waren neben zahlreichen Wissenschaftlern und Unternehmern auch drei Gouverneure und mehrere Abgeordnete der Duma vertreten.
 
Die Veranstaltung stand unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten des Freistaates Sachsen Stanislaw Tillich, der in seiner Eröffnungsrede die große Tradition seines Landes im Bergbau betonte. Tillich führte aus, dass der Begriff der Nachhaltigkeit in Sachsen, genauer in Freiberg, durch den Oberberghauptmann Hans Carl von Carlowitz im 18. Jahrhundert geprägt wurde und heute eine besondere Aktualität genieße.
 
Ministerpräsident Dworkowitsch erinnerte in seiner Rede daran, dass der russische Universalgelehrte Michail Lomonossow einst in Freiberg Mineralogie, Bergbau und Hüttenwesen studierte und so bereits die ersten Verbindungen zwischen Russland und Deutschland in diesem Bereich knüpfte. Ausgehend von dieser Tradition sagte Dworkowitsch 850.000 Euro zur Förderung der deutsch-russischen Kooperation im Bereich der Rohstoff-Wissenschaften zu. Bezugnehmend auf die aktuelle Krise um die Ukraine betonte Dworkowitsch, dass man auf der russischen Seite keine Pause in den Beziehungen wünsche. Der Ost-Ausschuss-Vorsitzende Eckhard Cordes bedauerte in seiner Rede die zunehmende Sprachlosigkeit in der jetzigen Situation. Mit einem Abbruch von Gesprächen löse man keine Probleme. Deutschland und die deutsche Wirtschaft müssten gerade in dieser Zeit Brückenbauer zwischen Ost und West sein. Diese Aufgabe nehme Deutschland in Europa keiner ab.
 
Sicherlich war die Begegnung in Dresden aufgrund der aktuellen politischen Situation nicht Business as usual. Dennoch nutzten Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft beider Länder diese wichtige Plattform dazu, Kontakte zu knüpfen, Erfahrungen auszutauschen und die Zukunft der deutsch-russischen Rohstoffpartnerschaft zu diskutieren. Und auch für die 8. Deutsch-Russische Rohstoff-Konferenz wurden schon die ersten Pläne geschmiedet. In einem von Ost-Ausschuss-Geschäftsführer Rainer Lindner moderierten Panel unter dem Titel „Entwicklungsperspektiven für Rohstoffregionen: Möglichkeiten zur Zusammenarbeit“ schlug die Gouverneurin der Region Murmansk Marina Kovtun vor, die kommende Konferenz in ihrer als Schatzkammer für mineralische Rohstoffe bekannten Region zu organisieren.
 
Eduard Kinsbruner
Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft