Wirtschaftskooperation des deutschen Agribusiness mit Kroatien und Serbien

Die Agrar- und Ernährungswirtschaft Kroatiens und Serbiens gehören mit jährlich steigenden Anteilen am Bruttoinlandsprodukt zu den stärksten Wirtschaftszweigen ihrer Länder. Dennoch steht die Branche aufgrund der wirtschaftspolitischen Transformation, den Auswirkungen der Finanzkrise sowie der europäischen Erweiterungspolitik vor großen Herausforderungen.

Mit dem EU-Beitritt Kroatiens 2013 sowie der Verleihung des EU-Beitrittskandidatenstatus an Serbien werden den Ländern beträchtliche europäische Finanzierungsmittel zur Verfügung stehen, um die Agrar- und Ernährungswirtschaft beider Länder wettbewerbsfähig für den europäischen Markt zu machen. Mit Innovationen, Investitionen, Technologie- und Know-how-Transfer sowie Aus- und Weiterbildung kann das deutsche Agribusiness hierzu einen wichtigen Beitrag leisten sowie seine Position als wichtigsten Modernisierungs- und Kooperationspartner in der Region stärken.

Eine der Hauptaufgaben des Projektes ist es, Unternehmen des deutschen Agribusiness über die wirtschaftspolitischen, agrarwirtschaftlich relevanten, rechtlichen, logistischen und administrativen Rahmenbedingungen der Partnerländer zu informieren. Dies erfolgt Hand in Hand mit transparenten und zeitnahen Informationen nationalen und internationalen Fördermitteln, um Unternehmen des deutschen Agribusiness bei der technischen Zusammenarbeit mit den Partnerländern zu unterstützen. Bedeutsam werden hier insbesondere die gewonnenen  Erfahrungen aus dem Agrarprojekt mit Bulgarien und Rumänien sein, sodass im Rahmen von „lessons learnt“ beide Länder in das Projekt integriert, aber eine sekundäre Rolle spielen werden. Vor diesem Hintergrund ist es besonders relevant, bereits vor dem EU- Beitritt beider Länder intensive Verbindungen zu den nationalen Märkten aufzubauen, um eine verstärkte institutionelle Verankerung der deutsch-kroatischen und deutsch-serbischen Agrarbeziehungen zu erreichen sowie mit entscheidenden Wirtschaftsakteuren zu kooperieren:

  • Arbeitsgruppe Landwirtschaft und Ernährungsindustrie im Deutsch-Serbischen Kooperationsrat
  • Arbeitsgruppe Landwirtschaft und Ernährungsindustrie im Deutsch-Bulgarischen Kooperationsrat
  • Arbeitsgruppe Landwirtschaft und Ernährungsindustrie im Deutsch-Rumänischen Kooperationsrat
  • Zusammenarbeit im institutionalisierten Dialog mit dem Ministerium für Agrarwirtschaft, Fischereiweisen und ländliche Entwicklung der Republik Kroatien
  • Zusammenarbeit im institutionalisierten Dialog mit dem Ministerium für Agrarwirtschaft, Handel, Forstwirtschaft und Wassermanagement der Republik Serbien

Ziel des Projektes

Mit dem Projekt erfolgt die Etablierung einer zentralen Koordinierungsstelle für die Kooperation der in der Branche tätigen Verbände und Unternehmen Deutschlands sowie Kroatiens und Serbiens. Ziel ist es, im Rahmen von Veranstaltungen und Netzwerktreffen Erfahrungsberichte auszutauschen und Kooperationen zu initiieren. In Form von gemeinsamen Positionspapieren werden Vorschläge zur praxisorientierten Entwicklung der Branche sowie der Umsetzung der europäischen Agrarpolitik vor Ort geworben.

Schwerpunkte des Projektes sind

  • Informationen zu den Agrarmärkten in Kroatien und Serbien sowie Analyse im Bereich der nationalen und internationalen Fördermittel
  • Vernetzung der Aktivitäten deutscher Verbände und Unternehmen in Kroatien und Serbien
  • Förderung neuer Kooperationen und Geschäftskontakte mit kroatischen und serbischen agrarwirtschaftlichen Unternehmen im Rahmen von Netzwerktreffen
  • Schnittstelle zwischen den Agrarministerien, Botschaften und Verbänden
  • Stärkung der politischen Rolle der Verbände vor Ort: gemeinsame Erarbeitung von Strategien zur effizienten Umsetzung der Agrarpolitik, Messepolitik
  • Förderung der ländlichen Entwicklung in den Partnerländern durch den Austausch von Know-how.

Die Zielgruppe sind agrarwirtschaftliche Fachverbände und Unternehmen aus Deutschland sowie aus den Partnerländern.

Das Projekt wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) über die GFA Consulting Group GmbH gefördert und von den Verbänden und Unternehmen des deutschen Agribusiness kofinanziert.