Bulgarien

Stand: August 2016

Bulgariens Wirtschaftsdynamik schwächt sich im Vergleich zu 2015 etwas ab, vor allem bedingt durch die nachlassenden Investitionen. Diese sollen jedoch wieder angekurbelt werden: Die Regierung will den Ausbau der Infrastruktur und des Energiesektors in den kommenden Jahren fortsetzen und dabei verstärkt auf die Finanzmittel der EU-Förderperiode 2014 bis 2020 zurückgreifen.

Wirtschaftliche Entwicklung

Getragen wird das Wachstum der bulgarischen Wirtschaft in der Hauptsache von den Exporten, und - wenn auch in schwächerem Umfang - vom privaten Verbrauch. Vor dem Hintergrund einer steigenden Beschäftigungsquote sollte sich der private Konsum kräftiger entwickeln. Die Kehrseite der positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt ist ein wachsender Mangel an Fachkräften, insbesondere in der Industrie. Zu den weiteren Herausforderungen der Regierung gehören Reformen in den Bereichen öffentliche Verwaltung, Rechts-, Gesundheits- und Rentensystem sowie der Ausbau der Straßen- und Energieinfrastruktur.

Positive Perspektiven ergeben sich durch die neue EU-Förderperiode 2014 bis 2020. Hier erhofft sich die Regierung durch eine hohe Absorption der Fördermittel eine Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit sowie einen weiteren Ausbau der Infrastruktur. Nach Angaben der Regierung werden rund 80 Prozent der öffentlichen Investitionen mit EU-Mitteln finanziert. In der EU-Förderperiode 2014 bis 2020 stehen Bulgarien im Rahmen der Struktur- und Investitionsfonds rund 7,6 Milliarden Euro zur Verfügung.

Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland

Die deutsch-bulgarischen Wirtschaftsbeziehungen haben sich seit dem Beitritt des Landes zur EU sehr lebhaft entwickelt. Deutschland ist der wichtigste Handelspartner des Balkanlands. Der bilaterale Warenaustausch mit Bulgarien erreichte 2015 mit einem Gesamtvolumen von 6,3 Milliarden Euro einen neuen Spitzenwert und wuchs im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als sieben Prozent. Die Exporte aus Deutschland nach Bulgarien erreichten 2015 ein Niveau von fast 3,5 Milliarden Euro. Dies war im Vergleich zum Vorjahr ein Zuwachs von gut fünf Prozent. Die Einfuhren aus Bulgarien legten um zehn Prozent auf fast 2,9 Milliarden Euro zu. Bei den deutschen Ausfuhren dominieren Maschinen, chemische Erzeugnisse, Kfz und Kfz-Teile sowie Elektrotechnik. Bulgarien liefert nach Deutschland vornehmlich Textilien und Bekleidung, Elektrotechnik und Rohstoffe.

Aktivitäten des Ost-Ausschusses

Der Ost-Ausschuss steht im regelmäßigen Austausch mit Regierungsvertretern und den Ansprechpartnern der relevanten Ministerien. Am 12. Oktober 2015 tagte nach längerer Pause wieder der Deutsch-Bulgarische Kooperationsrat unter Leitung der Wirtschaftsministerien der beiden Länder. Unter Leitung des Ost-Ausschuss-Länderkreissprechers Jens-Jürgen Böckel hatten die Mitglieder des Ost-Ausschusses am Tag darauf Gelegenheit, im kleinen Kreis mit Wirtschaftsminister Bojidar Loukarsky aktuelle Projekte und Themen zu diskutieren. Der Dialog fand am 19. November 2015 mit dem Besuch einer 18-köpfigen Delegation unter Leitung von Ost-Ausschuss-Geschäftsführer Rainer Lindner in Sofia seine Fortsetzung.

Quellen: OWC, GTAI, Raiffeisen Research, Statistisches Bundesamt