Bulgarien

Stand: August 2015

Eine innenpolitische Krise und Probleme im Bankensektor haben Bulgarien lange in Schach gehalten. Im Herbst 2014 kam es zu vorgezogenen Parlamentswahlen, die zur Bildung einer breiten bürgerlichen Vier-Parteien-Koalition unter dem neuen „alten“ Premierminister Boiko Borisow führten. Die Krise um die Handelsbank KTB und die First Investment Bank haben das Vertrauen in das Finanzsystem beeinträchtigt.

Wirtschaftliche Entwicklung

Die bulgarische Wirtschaft ist 2014 mit 1,7 Prozent etwas schneller gewachsen als in den Vorjahren. 2015 dürfte die Dynamik aber wieder nachlassen. Die Binnennachfrage wird vom schwachen Wachstum der Realkommen, der schrumpfenden Erwerbsbevölkerung und den fiskalischen Konsolidierungsbemühungen gebremst. Die Verwerfungen im Bankensektor nach dem Kollaps der viertgrößten Bank des Landes haben zudem zu einem Vertrauensverlust gegenüber dem Bankensystem geführt und belasten das Kreditgeschäft und den Staatshaushalt. Positive Impulse dürften von einer Belebung der Auslandsnachfrage und den öffentlichen Investitionen vor allem in den Bereichen Infrastruktur und dem Energiesektor kommen, die mit EU-Mitteln kofinanziert werden.

Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland

Das Handelsvolumen mit Deutschland erreichte nach Angaben des Statistischen Bundesamts 2014 ein Niveau von gut 5,9 Milliarden Euro, ein Plus von fast zehn gegenüber dem Vorjahr. Dafür war die kräftige Steigerung der deutschen Exporte um ein Viertel auf rund 3,3 Milliarden verantwortlich, während die Einfuhren um 4,6 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro schrumpften. Deutschland ist nach Bulgariens Energielieferanten Russland das zweitwichtigste Lieferland und der wichtigste Absatzmarkt des Balkanlandes. Importiert werden aus Bulgarien vor allem NE-Metalle, Textilien und Bekleidung sowie Elektrotechnik. Ausgeführt werden Maschinen, chemische Erzeugnisse, Kfz und Kfz-Teile. Deutsche Unternehmen gehören weiterhin zu den wichtigsten Investoren in Bulgarien.

Aktivitäten des Ost-Ausschusses

Der Ost-Ausschuss steht im regelmäßigen Austausch mit Regierungsvertretern und den Ansprechpartnern der relevanten Ministerien. Im Rahmen des Deutsch Bulgarischen-Kooperationsrates unter dem Vorsitz der Wirtschaftsministerien der Länder bringt der Ost-Ausschuss die Themen der Unternehmen ein und unterstützt insbesondere die Aktivitäten der Arbeitsgruppe Agrar- und Ernährungswirtschaft.