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Bulgarien

Stand: Juli 2013

Wirtschaftliche Entwicklung

Die Wachstumsdynamik der bulgarischen Wirtschaft schwächte sich 2012 merklich ab und lag bei 0,8 Prozent. Die Wachstumsprognose für 2013 liegt bei 0,5 Prozent. Hauptgrund für die Konjunkturabkühlung ist eine deutliche Verlangsamung des Exportwachstums. Der private Konsum entwickelt sich weiter zurückhaltend. Das dringlichste Problem bleibt die hohe Arbeitslosigkeit (2012: 12,4%).

Deutsche Unternehmen gehören weiterhin zu den wichtigsten Investoren. Das Land hat im EU-Vergleich die niedrigsten Löhne, einen festen Wechselkurs zum Euro und eine niedrige Körperschafts- (10%) und Einkommensteuer (10%). Die niedrigsten Steuersätze der EU bieten nicht zuletzt deshalb gute Investitionschancen im Infrastrukturbereich und im Energiesektor.

Deutschland ist Bulgariens wichtigster Handelspartner, noch vor Russland und Italien. Das Handelsvolumen mit Deutschland erreichte nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 2012 ein Niveau von knapp 4,8 Mrd. Euro, ein Plus von 9,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dabei legten die deutschen Ausfuhren mit 14,5 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro stärker zu, als die Einfuhren (plus vier Prozent auf 2,1 Milliarden Euro).

Aktivitäten des Ost-Ausschusses

Am 18. Januar 2012 reiste der damalige bulgarische Premierminister Boiko Borisov zu Gesprächen nach Berlin. Im Rahmen seines Besuches trafen Unternehmensvertreter unter Leitung des Vorsitzenden des Ost-Ausschusses Cordes zu einem Gespräch mit dem Premierminister zusammen. Ziel war es, sich über die aktuellen Herausforderungen der deutsch-bulgarischen Wirtschaftszusammenarbeit auszutauschen und bestehende Probleme zu diskutieren. In diesem Gespräch wie auch im Rahmen der Sitzung des Deutsch-Bulgarischen Kooperationsrates am 2. Februar 2012 konnten Unternehmensthemen und aktuelle Herausforderungen angesprochen werden. Der Kooperationsrat tagt unter Leitung der Wirtschaftsministerien der Länder und wird mit aktiver Unterstützung des Ost-Ausschusses organisiert, prominent vertreten durch den Sprecher des Arbeitskreises Südosteuropa und Geschäftsführer der Tengelmann Warenhandelsgesellschaft KG, Jens-Jürgen Böckel.

Im Laufe des Jahres 2012 gelang es der Regierung Borissov nicht, die Spannungen im Land mit Blick auf die schwierige soziale Lage weiter Teile der Bevölkerung in den Griff zu bekommen. Im Februar 2013 erklärte Borissov nach heftigen Protesten der Bevölkerung gegen steigende Energiepreise den Rücktritt seines Kabinetts, was zu Neuwahlen des Parlaments am 12. Mai 2013 führte.

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Statistik

Präsident: Rossen Plewneliew
Regierungschef: Marin Rajkow Nikolow
Hauptstadt: Sofia

Bevölkerung, 2012: 7,4 Mio.
Nominales BIP, 2012: 39,7 Mrd Euro
BIP pro Kopf, 2012: 5.450 Euro
BIP-Wachstum, 2012: 0,8 % (Schätzung)
BIP-Wachstum, 2013: 0,5 % (Schätzung)

Bilateraler Handel mit Deutschland:
Importe aus BG, 2012: 2,4 Mrd. Euro
Exporte nach BG, 2012: 2,7 Mrd. Euro

Quellen:
Auswärtiges Amt, CIA World Fact Book, Statistisches Bundesamt, EBRD, gtai.

BIP: Bruttoinlandsprodukt
 

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