Frischer Wind auf der Seidenstraße

20. Juli 2017

Usbekistan stellt seine Investitionsförderung neu auf/ Deutsch-Usbekisches Businessforum in Berlin

Usbekistan unterzieht sich seit der Amtseinführung des neuen Präsidenten Shavkat Mirziyoyev einer Reformkur. Vieles wird angepackt, um das Land wettbewerbsfähiger zu machen. Auch die Regierungsstrukturen werden kritisch hinterfragt. So musste die deutsch-usbekische Regierungsarbeitsgruppe, die seit fünf Jahren nicht mehr zusammengekommen ist, im April 2017 kurzfristig verschoben werden, da auf der usbekischen Seite interne Umstrukturierungen anstanden. Diese Umstrukturierungen sind nun überstanden und so traf man sich kurz vor der Sommerpause im Juli in Berlin, um das bilaterale Gremium wieder zu beleben.

Auf deutscher Seite wird die Regierungsarbeitsgruppe durch den Leiter der Außenwirtschaftsabteilung im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie Eckhard Franz geleitet. Sein usbekisches Pendant ist der Vorsitzende des neuen Staatskomitees für Investitionen der Republik Usbekistan Azim Achmedkhadjaev. Neben bilateralen Projekten der Zusammenarbeit auf Regierungsebene wurde ein Großteil der Sitzungszeit Unternehmensfragen eingeräumt. Sowohl konkrete Petita als auch neue Projektvorschläge wurden besprochen. Spürbar war der Wunsch der usbekischen Seite nach einem Neuanfang. Usbekistan möchte seine Wirtschaft modernisieren und diversifizieren und strebt nach einer Zusammenarbeit mit deutschen Unternehmen. Von diesen erhofft man sich neueste technologische Lösungen.

Über 100 Teilnehmer

Um für diese Zusammenarbeit zu werben, fand im Anschluss ein Deutsch-Usbekisches Businessforum statt, das der Ost-Ausschuss in Zusammenarbeit mit der Botschaft der Republik Usbekistan und der Deutschen Bank organisierte. Dass das Interesse an einer Kooperation auf deutscher Seite nicht weniger groß ist, zeigte die Teilnehmerzahl. Über 100 Gäste fanden sich mitten im Berliner Sommer ein, um sich über die Reformvorhaben zu informieren und neue Ideen der Zusammenarbeit zu eruieren.

Die usbekische Seite schaut nach vorne und präsentierte einen Strauß an möglichen Kooperationsprojekten. Die bekannten Problemfelder der Zusammenarbeit, wie die Konvertierung, wurden von der usbekischen Seite allerdings genauso klar benannt und adressiert. Hier werden die Reformen vorangetrieben, inter- und multinationale Finanzorganisationen arbeiten gemeinsam mit der usbekischen Regierung an einer Währungsreform. Sollte dieses Problem aus dem Weg geräumt werden, würde die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Usbekistan deutlich aufgewertet. So nutzte Siemens den Rahmen des Forums zur Unterzeichnung einer Absichtserklärung über die verstärkte Kooperation im Energie-, Bau-, Industrie- und Infrastrukturbereich.

Die usbekische Delegation konnte den ersten Auftritt in Deutschland insgesamt als Erfolg verbuchen. Nun heißt es, die Reformen zu einem Erfolg zu bringen. Die deutschen Unternehmen würden es mit Sicherheit mit einer verstärkten Kooperation belohnen.

Eduard Kinsbruner
Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft