Landwirtschaft sorgt in Osteuropa für schwarze Zahlen

16. Januar 2018

Ost-Ausschuss-Veranstaltungen mit den Vize-Agrarministern aus Russland und der Ukraine/ Global Forum on Food and Agriculture legt Schwerpunkt auf Nachhaltige Tierhaltung

Dynamisch wie selten entwickelt sich derzeit der Agrarsektor im Osten Europas und in Zentralasien. Dies unterstreicht auch die Nachricht, dass Russland nach zweijähriger sanktionsbedingter Abstinenz 2018 wieder einen Messestand für die vom 19. bis 28. Januar in Berlin stattfindende 83. Internationale Grüne Woche in Berlin angemeldet hat. „Wir freuen uns über die Rückkehr Russlands auf die Grüne Woche“, sagt Torsten Spill, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Agrarwirtschaft beim Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft: „Russlands Agrarsektor will sich weiter modernisieren – für deutsche Unternehmen ergeben sich daraus viele Geschäftschancen.“

Stimuliert durch breite staatliche Unterstützung soll in Russland die Landwirtschaft ihren Teil zur Selbstversorgung des Landes beitragen: Verschiedene Subventionen sollen die Kosten der Landwirte kompensieren, das bestehende Importembargo gegen zahlreiche Lebensmittel aus dem Ausland schützt heimische Produzenten. Die letztjährige Rekordgetreideernte Russlands, die mit rund 130 Millionen Tonnen den Weltrekord der Sowjetunion von 1978 auf diesem Feld gebrochen hat, belegt die agrarische Leistungsfähigkeit Russlands eindrucksvoll.

Auch der Agrarsektor der Ukraine entwickelt sich beeindruckend: Obwohl die Ernten 2017 wetterbedingt geringer ausfielen als gewünscht, zeigen doch die Absatzzahlen etwa für moderne Landtechnik deutlich nach oben – und unterstreichen damit den Willen der Agrarbranche zu fortgesetzten Investitionen. „Die Ukraine hat erkannt, dass nur moderne Technik Effizienz und Nachhaltigkeit der landwirtschaftlichen Produktion sicherstellt – wir, die deutsche Agrartechnik sind hier ein anerkannter Partner und setzen auch in Zukunft auf die Zusammenarbeit mit diesem Markt“, unterstreicht Dirk Stratmann, Ländersprecher Ukraine der Arbeitsgruppe Agrarwirtschaft beim Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft.

Neben hochrangiger Beteiligung aus Russland, der Ukraine und anderen osteuropäischen Staaten werden auch Delegationen aus Kasachstan und Usbekistan in Berlin erwartet. Die Arbeitsgruppe Agrarwirtschaft beim Ost-Ausschuss nimmt die diesjährige Internationale Grüne Woche in Berlin wieder zum Anlass, um mit zahlreichen Veranstaltungen auf die wachsende Bedeutung des Agrarsektors für den wirtschaftlichen Aufschwung in Russland, der Ukraine und in anderen Teilen Osteuropas hinzuweisen.

Veranstaltungshinweise

Den Auftakt bildet am Freitag, 19. Januar 2018, das Business Breakfast Russia des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft unter dem Motto „Was tun? Empfehlungen für den deutschen Mittelstand“. Denis Mustajbasic, Chief Financial Officer and Head of Functions, Market Area Russia and CIS der BASF informiert dabei über die Entwicklung des Lebensmittel- und Agrarsektors in Russland. Das Arbeitsfrühstück findet von 9:00 bis 11:00 Uhr, im Raum VIP 1 (Großer Stern, Eingang Nord des Berliner Messegeländes) statt.

Anmeldung: c.gerhold@bdi.eu

Nachhaltige Tierhaltung ist in diesem Jahr das Schwerpunktthema des Global Forum on Food and Agriculture (GFFA). Die AG Agrarwirtschaft diskutiert das Thema aus dem Blickwinkel Osteuropas und Asiens. Das GFFA-Fachpodium „How can livestock production contribute to global food security? Farms and industries of the future in Asia and Eastern Europe” findet am Freitag, 19. Januar 2018, 10:00 – 12:00 Uhr, im CityCube Berlin, Level 3 statt. Erwartet wird unter anderem die Stellvertretende Agrarministerin der Ukraine Olga Trofimzewa. Eine Anmeldung ist vor Ort möglich.

„Perspektiven für Wachstum – Deutschland und Russland in der globalen Ernährungssicherung“ lautet der Titel einer Podiumsveranstaltung, die das Landwirtschaftsministerium der Russischen Föderation, die AG Agrarwirtschaft und der Deutsch-Russische Agrarpolitische Dialog am Freitag, 19. Januar 2018, 15:00 – 17:00 Uhr, durchführen. Zugesagt für den Eingangsvortrag hat Russlands Vizeagrarminister Jewgenij Gromyko; auf dem Panel sind zu Gast u.a. Stefan Dürr (Ekosem-Agrar), Ralf Bendisch (Claas) und Ferdinand Schmitz (German Seed Alliance), die Moderation liegt in den Händen des Vorsitzenden der AG Agrarwirtschaft beim Ost-Ausschuss Torsten Spill. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem russischen Landwirtschaftsministerium und der APD Moskau statt.

Anmeldung hier

Den abendlichen Abschluss findet der Freitag ab 19:00 Uhr im Rahmen eines Empfangs in der Botschaft der Ukraine (Albrechtstraße 17, 10117 Berlin). Mit Unterstützung auch der Arbeitsgruppe Agrarwirtschaft beim Ost-Ausschuss findet dort der traditionelle „Ukrainian Agribusiness Evening“ statt.

Anmeldung: kravchenko@ucab.ua

AG Agrarwirtschaft beim Ost-Ausschuss

Der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft ist seit 1952 als gemeinsames Organ der Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft zentraler Ansprechpartner deutscher Unternehmen für die Märkte Russland, Belarus, Ukraine, Zentralasien, Süd-Kaukasus und Südosteuropa.

Die AG Agrarwirtschaft beim Ost-Ausschuss bündelt seit 2001 das internationale Engagement der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft Richtung Osteuropa und begleitet die dortigen agrarpolitischen Entwicklungen. Die Arbeitsgruppe Agrarwirtschaft gehört zu den Gründungsinitiativen des Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) als zentraler agrarpolitischer Auftaktveranstaltung der Internationalen Grünen Woche und engagiert sich als Träger des GFFA Berlin e.V.