Mehr als 60 Stipendiaten aus Südosteuropa treten Praktika in deutschen Unternehmen an

26. Juni 2017

Unterstützung auf dem europäischen Weg

Ende Juni wurde der 14. Jahrgang des Zoran Djindjic Stipendienprogramms der Deutschen Wirtschaft für den Westlichen Balkan im Rahmen eines Abendempfangs in Berlin begrüßt. Die über 60 Stipendiaten traten anschließend ihre Praktika in deutschen Unternehmen an.

Ein wenig aufgeregt ist Alkene Murati aus Albanien schon. Die junge Bauingenieurin aus Tirana ist eine von mehr als 60 Stipendiatinnen und Stipendiaten aus Südosteuropa, die Anfang Juli im Rahmen des Zoran Djindjic Stipendienprogramms der Deutschen Wirtschaft für den Westlichen Balkan ihre Praktika in deutschen Unternehmen antraten. Zuvor wurden Murati und ihre Kollegen aus Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Mazedonien, Montenegro, Serbien und aus dem Kosovo Ende Juni im Rahmen eines Abendempfangs in der Humboldt Universität in Berlin begrüßt.

Der Ost-Ausschuss-Vorsitzende bezeichnete das Programm, das in diesem Jahr bereits in die 14. Runde geht, in seiner Begrüßung als „langlebige Erfolgsgeschichte“ und dankte den Partnern und den aufnehmenden Unternehmen für deren Engagement. Den Stipendiaten wünschte er viele neue Eindrücke und Erfahrungen aus ihren Praktika: „Wir brauchen Sie als gut ausgebildete und junge Fachkräfte, um Ihre Länder auf dem europäischen Weg zu unterstützen“, sagte Büchele. Ruzica Djindjic, die Direktorin der Zoran Djindjic Stiftung in Belgrad, wies darauf hin, dass die Stärke der Region in der jungen Generation liege. „Kehren Sie mit Ihren Erfahrungen in Ihre Heimatländer zurück“, sagte Djindjic. Abteilungsleiter Andreas Gies vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) erinnerte an die Vision Zoran Djindjics, der Bildung als Motor des Fortschritts bezeichnet hatte: „Das Stipendienprogramm setzt die Vision von Zoran Djindjic in die Realität um.“

Über 600 Alumni

Die Praktikanten sind bereits der 14. Jahrgang des Stipendienprogramms, das 2003 durch das BMZ und den Ost-Ausschuss ins Leben gerufen wurde. Für den 14. Durchgang hatten sich mehr als 1.300 Studierende und junge Absolventen beworben. Ziel ist die praktische Fortbildung von jährlich rund 60 jungen Nachwuchskräften in Unternehmen in Deutschland. Die Stipendiaten gewinnen dabei nicht nur einen Einblick in die marktwirtschaftlichen und politischen Abläufe in Deutschland, sondern lernen auch Arbeitsweise und Management deutscher Unternehmen kennen. Nach ihrer Rückkehr werden die Absolventen in das regionale Alumninetzwerk integriert und bleiben so Deutschland und der deutschen Kultur verbunden. Das Alumni-Netzwerk umfasst inzwischen über 600 ehemalige Stipendiaten und Stipendiatinnen, die seit 2003 an dem Programm teilgenommen und praktische Erfahrungen in Deutschland gesammelt haben. Es bietet damit auch einen Pool von qualifizierten Young Professionals für deutsche Unternehmen, die in der Region aktiv sind.

Alkene Murati wird ihr Praktikum bei der Deutsche-Bahn-Tochter DB Engineering & Consulting absolvieren, die in Deutschland und weltweit Beratung, Planung und Realisierung von Infrastruktur- und Mobilitätsprojekten im Eisenbahnsektor anbietet. Murati, die bereits als Kind lieber mit Bausteinen als mit Puppen spielte, konnte nach ihrem Studium am Polytechnikum Tirana bereits Berufserfahrungen im Straßenbau in ihrer Heimat sammeln. Die junge Frau hatte sich bereits zum vierten Mal für ein Stipendium beworben: „Wenn es wieder nicht geklappt hätte, hätte ich mich erneut beworben.“ Das Praktikum in Leipzig werde für sie eine „großartige Erfahrung“ sagt sie. Auch Olaf Schaller, Leiter Osteuropa bei DB Engineering & Consulting, das in Südosteuropa mit Büros in Serbien und Kroatien präsent ist, verspricht sich von den Praktikanten positive Erfahrungen für das weltweit aktive Unternehmen: „Es ist wichtig, dass unsere Mitarbeiter mit Menschen aus anderen Kulturen zusammenarbeiten und sich fachlich austauschen“, sagt er. Alkene Murati will nach dem Praktikum in ihren Job in Albanien zurückkehren. Schließlich gibt es in ihrer Heimat noch viel zu tun.