Ost-Ausschuss-Delegation in Bukarest: Treffen mit Präsident Johannis und Premier Grindeanu

13. Juni 2017

Am 14. und 15. Juni hielt sich eine Delegation des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft zu hochrangigen Gesprächen in der rumänischen Hauptstadt Bukarest auf. Die 15-köpfige Delegation wurde durch den Ost-Ausschuss-Vorsitzenden Wolfgang Büchele geleitet. Vertreten waren große und mittelständische Unternehmen aus den Bereichen Maschinen- und Anlagenbau, Logistik, IT, Medizin, Handel und Finanzdienstleistungen. Auf dem Programm standen Gespräche mit Präsident Klaus Johannis sowie dem Premierminister sowie Vertretern aus dem Wirtschaftsministerium und dem Ministerium für Unternehmertum, Handel und Geschäftsumfeld. Botschafter Cord Meier-Klodt stimmte am Morgen gemeinsam mit dem AHK Präsidenten Dragos Anastasiu die Delegation in einem Briefing insbesondere mit Blick auf die sich dynamisch ändernde politische Lage auf die Gespräche ein. Bereits am Vorabend hatte Botschafter Meier-Klodt die Delegation des Ost-Ausschusses gemeinsam mit der zeitgleich in Bukarest anwesenden Delegation des sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich zu einem Empfang eingeladen.

Seit dem EU-Beitritt 2007 haben sich nach den Zahlen des Statistischen Bundesamts die deutschen Exporte nach Rumänien verdoppelt und die deutschen Importe verdreifacht. 2016 lag das bilaterale Handelsvolumen bei 26 Milliarden Euro, dabei entfielen 12,5 Milliarden auf den Import aus und 13,5 Milliarden auf den deutschen Export nach Rumänien. Im ersten Quartal 2017 hatte der Zuwachs gegenüber dem Vorjahreszeitraum bei 20 Prozent gelegen. Deutschland ist mit Abstand der wichtigste Handelspartner Rumäniens vor Italien.

„Seit dem EU-Beitritt vor zehn Jahren hat Rumänien einen beeindruckenden Reformweg zurückgelegt und empfiehlt sich längst nicht mehr nur als verlängerte Werkbank für westliche Unternehmen, sondern auch als Standort für Forschung und Entwicklung. Mit einem Zuwachs von rund fünf Prozent gehörte Rumänien 2016 zu den drei wachstumsstärksten EU-Ländern“, sagte Büchele. Nach den Zahlen der Deutsch-Rumänischen Industrie- und Handelskammer in Bukarest sind bereits 7.500 Unternehmen mit deutschem Stammkapital in Rumänien registriert, diese haben insgesamt etwa acht Milliarden Euro im Land investiert.

Rumänien punktet bei Investoren mit günstigen Arbeitskosten, niedrigen Steuern und qualifizierten Arbeitskräften. Allerdings macht sich bei einer niedrigen Arbeitslosigkeit von unter sechs Prozent inzwischen ein Mangel an Fachkräften bemerkbar. Mehr Investitionen in Aus- und Weiterbildung stehen deshalb auf der Wunschliste deutscher Unternehmen ganz oben, zusammen mit weiteren Verbesserungen im Rechtssystem und bei der Korruptionsbekämpfung. Nachholbedarf gibt es weiterhin auch bei der Infrastruktur, wenngleich das Land hier in den vergangenen zehn Jahren gewaltige Fortschritte erzielen konnte. Mit rund 20 Millionen Einwohnern ist Rumänien nach Polen der größte Markt unter den östlichen EU-Ländern. Seit dem EU-Beitritt 2007 hat sich das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf auf 8.400 Euro verdoppelt.

Der Besuch stand auch im Zeichen des vor 25 Jahren unterzeichneten Freundschaftsvertrages zwischen Deutschland und Rumänien. In den Gesprächen, die von der deutschen Botschaft ebenso wie vom Präsidenten der Deutsch-Rumänischen Auslandshandelskammer sowie deren Geschäftsführer begleitet wurden, unterstrichen die Teilnehmer das große Interesse der deutschen Wirtschaft an der weiteren Vertiefung der bilateralen Wirtschaftszusammenarbeit.