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Kasachstan

Stand: August 2013

 Wirtschaftsentwicklung

Die Wirtschaft Kasachstans wird vom Öl- und Gassektor dominiert, das Land ist mittlerweile der fünftgrößte Erdölexporteur der Welt. 25 Prozent des BIP, 50 Prozent der staatlichen Einnahmen und zwei Drittel der Exporterlöse basieren auf Rohöl. Neben dem Öl- und Gassektor stützt sich das Wirtschaftswachstum vor allem auf die Erlöse aus dem Metall- und Getreideexport sowie die Umsetzung großer Investitionsprojekte im verarbeitenden Gewerbe und im Dienstleistungssektor.

Kasachstan hat in den Jahren seit 2003 verschiedene wirtschaftsfördernde Einrichtungen geschaffen, die die Diversifizierung der Wirtschaft voranbringen sollen. Wie sich die kasachische Wirtschaftsleistung in den kommenden Jahren entwickelt, wird zu großen Teilen davon abhängen, inwieweit es der Republik gelingt, die seit der Weltwirtschafts- und Finanzkrise massiv aufgetretenen Probleme des Bankensystems zu überwinden. Die Wirtschaft in Kasachstan wuchs 2011 um 7,5Prozent und setzte damit das dynamische Wachstum des Vorjahres fort. 2012 ging das Wachstum zurück auf fünf Prozent, für 2013 wird eine ähnliche Rate erwartet. Der Staatshaushalt ist nahezu ausgeglichen.

Kasachstan verfügt über eine aufstrebende, liberale Wirtschaft mit großem Modernisierungs- und Diversifizierungsbedarf im verarbeitenden Gewerbe und Dienstleistungssektor, rasant wachsender Binnennachfrage und wachsendem Qualitätsbewusstsein in Bezug auf Industrie- und Konsumgüter. Das Potential Kasachstans basiert auf enormen Rohstoffreichtum, großen Ressourcen im Agrarbereich sowie seiner Lage als Transportkorridor für den europäischen, sibirischen und chinesischen Markt. Außerdem kurbeln eine wachsende Mittelschicht und immer mehr Besserverdiener den Konsum an

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Deutsch-kasachische Wirtschaftsbeziehungen

Kasachstan ist unangefochten der wichtigste Wirtschaftspartner für Deutschland in Zentralasien und konnte diese Stellung 2012 sogar weiter ausbauen: Auf die flächenmäßig größte Republik der Region entfallen über 86 Prozent des deutschen Handelsumsatzes mit Zentralasien. 

1. Handel

Der bilaterale Austausch von Waren und Dienstleistungen mit Kasachstan steigerte sich 2011 um 19 Prozent auf insgesamt 6,2 Milliarden Euro. Allerdings fiel der deutsch-kasachische Handel 2012 unter die sechs Milliarden Euro-Marke zurück. Während die deutschen Exporte um 14 Prozent auf zwei Milliarden Euro anstiegen, gingen die Importe aus Kasachstan (insbesondere Rohöl) um knapp zwölf Prozent auf rund vier Milliarden Euro zurück. Gleichzeitig bestehen noch Schwierigkeiten, deren Überwindung zu einer Beschleunigung führen kann. Dies betrifft in erster Linie die weiterhin weitgehend fehlenden Hermes-Deckungsmöglichkeiten, was eine Folge der Restrukturierungspolitik der kasachischen Banken ist. Das Vertrauen in das kasachische Finanz- und Bankenwesen ist immer noch nicht wieder hergestellt und bedarf weiterer vertrauensbildender Maßnahmen. 

Neue Chancen für deutsche Unternehmen eröffnen sich im Zusammenhang mit der an Astana vergebenen Ausrichtung der EXPO 2017, die unter dem Titel „Energien der Zukunft“ steht. Hierauf legt der Ost-Ausschuss in den nächsten Jahren ein besonderes Augenmerk.

Die Wirtschaftsbeziehungen mit Kasachstan haben durch den Besuch des kasachischen Präsidenten Nasarbajew in Berlin im Februar 2012 einen neuen Impuls erhalten. Während des Besuches wurde das Regierungsabkommen mit Kasachstan zur Rohstoffkooperation und Modernisierung unterzeichnet. Entscheidend ist nun, dass mit dessen Umsetzung ein wirklicher Impuls für die Wirtschaftsbeziehungen erfolgt. Darüber hinaus wurden Verträge und Absichtserklärungen im Wert von 3,5 Milliarden Euro vereinbart. Das spiegelt das bestehende große Interesse an Kooperation wider. Kasachstan bleibt ein chancenreicher und vielversprechender Markt.

2. Investitionen

Kasachstan hat zahlreiche Maßnahmen zur Förderung ausländischer Investitionen ergriffen, wie Steuererleichterungen und die Schaffung von Wirtschaftszonen mit günstigen Investitionsbedingungen. 

Seit 1995 besteht ein deutsch-kasachisches Investitionsschutzabkommen und seit 1998 ein Doppelbesteuerungsabkommen. Mit der EU besteht seit 1995 ein Partnerschafts- und Kooperationsabkommen.

Weitere Chancen für die intensive Kooperation der Ministerien von beiden Staaten bieten sich in den Bereichen Umweltschutz, erneuerbare Energie, Energieeffizienz und Entwicklung alternativer Energiequellen.

Das Land zählt zu den Schwerpunktländern der Energiestrategie der Bundesregierung und der deutschen Wirtschaft.

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Aktivitäten des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft

Einen Höhepunkt der Ost-Ausschuss-Aktivitäten bildete am 8. Februar 2012 der Besuch des kasachischen Präsidenten Nursultan Nasarbajew in Deutschland, bei dem ein Regierungsabkommen zur Zusammenarbeit in den Bereichen Rohstoffe, Industrie und Technologien unterzeichnet wurde, das eine neue Stufe der Wirtschaftsbeziehungen eröffnen soll. Fragen der Entwicklung dieser Beziehungen wurden bei einem Abendessen diskutiert, das der Ost-Ausschuss zu Ehren des kasachischen Präsidenten in Berlin gab und an dem insgesamt rund 120 Personen teilnahmen. Der Ost-Ausschuss unterstützte auch weitere Wirtschaftsveranstaltungen im Rahmen des Berlin-Besuches des Präsidenten, wie die Unterzeichnung von Wirtschaftsverträgen und einen Round-Table zur Umsetzung der Rohstoffpartnerschaft.

Im September 2012 und im Mai 2013 gab es zwei Begegnungen des Ost-Ausschuss-Vorsitzenden Eckhard Cordes mit dem Präsidenten Kasachstans Nursultan Nasarbajew. Bei beiden Treffen ging es um Wege zur Intensivierung der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen. Kasachstan setzt große Hoffnungen auf Deutschland als Partner der Modernisierung seiner Wirtschaft. 

Vom 10. bis zum 14. Juni 2012 bereiste eine vom Geschäftsführer des Ost-Ausschusses geleitete Wirtschaftsdelegation vier Länder: 14 deutsche Unternehmensvertreter konnten sich in Gesprächen mit Regierungsvertretern in Aserbaidschan, Kasachstan, Usbekistan und Turkmenistan einen Eindruck von der aktuellen Lage verschaffen und aktuelle Problemlagen vortragen. Die Reise stand im Zeichen des 60-jährigen Jubiläums des Ost-Ausschusses, der traditionell enge Beziehungen zu den Ländern Zentralasiens unterhält. Insgesamt erfordert die Region von deutscher Seite erhöhte Aufmerksamkeit und Präsenz, wenn die Kooperationsmöglichkeiten voll genutzt werden sollen.

Der Ost-Ausschuss ist weiterhin aktiv in den wirtschaftspolitischen Dialog mit den Regierungen der Länder der Region in Form der Regierungsarbeitsgruppen (RAG) Wirtschaft und Investitionen eingebunden und beteiligte sich außerdem am Deutsch-Kasachischen Wirtschaftsrat im September 2012 und Juni 2013. 

Gemeinsam mit der GIZ und der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) setzt der Ost-Ausschuss ein Projekt des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung zur Rohstoffkooperation mit Zentralasien um. Der Ost-Ausschuss ist für die Etablierung eines kontinuierlichen Dialoggremiums mit den Partnern in Kasachstan, Kirgisistan und Tadschikistan verantwortlich. Die erste Sitzung der Dialogplattform fand am 20. Februar 2013 in der kasachischen Hauptstadt Astana statt.

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Statistik

Präsident: Nursultan Nasarbaew
Regierungschef: Serik Achmetow
Hauptstadt: Astana
 
Bevölkerung, 2012: 16,9 Mio.
Nominales BIP, 2012: 156 Mrd. Euro
BIP pro Kopf, 2012: 9.277 Euro
BIP-Wachstum, 2012: 5,0 %
BIP-Wachstum, 2013: 5,5 % (Schätzung)

Bilateraler Handel mit Deutschland
Importe aus KAZ, 2012: 4 Mrd. Euro
Exporte nach KAZ, 2012: 2 Mrd. Euro

Quellen:
Auswärtiges Amt, CIA World Fact Book, Statistisches Bundesamt,
 EBRD, GTAI.
BIP: Bruttoinlandsprodukt

 

Nützliche Links

Delegation der deutschen Wirtschaft für Zentralasien

Artikel

"Wirtschaftskrise und neue Chancen