Kirgisistan

Stand: September 2015

Die kleine zentralasiatische Republik Kirgisistan ist seit August 2015 fünftes Mitglied der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU) neben Russland, Belarus, Kasachstan und Armenien.

Wirtschaftliche Entwicklung

Kirgisistans Wirtschaft verliert an Fahrt. 2014 dürfte das Bruttoinlandsprodukt um 3,6 Prozent gewachsen sein, für 2015 rechnet die EBRD mit einem Plus von nur noch drei Prozent. Hintergrund ist die massive Eintrübung des externen Umfelds: Die Wirtschaftskrise beim wichtigen Partner Russland führt zu geringeren Exporten dorthin, sinkenden Überweisungen der rund 800.000 kirgisischen Gastarbeiter von dort und möglicherweise zu Verzögerungen russischer Investitionsprojekte in Kirgisistan, etwa im Energiesektor. Die russische Krise belastet zudem auch Kasachstan, den wichtigsten Handelspartner Kirgisistans. Dazu kommen interne Bremskräfte wie der instabile Bankensektor und die wiederkehrenden Probleme bei der Goldproduktion, dem wichtigsten Industriezweig des Landes. Der Goldexport ist - neben den Geldüberweisungen der Gastarbeiter und der finanziellen Unterstützung durch internationale Geber – zudem die wichtigste Devisenquelle des Landes. Angesichts der wirtschaftlichen Probleme der Mitgliedsländer dürfte der Beitritt zur EAWU kurzfristig keine großen Wachstumseffekte auslösen, auch wenn Russland und Kasachstan Anpassungshilfen zur Unterstützung beim Beitritt bereitstellen. Die kirgisische Währung verlor im Schlepptau von russischem Rubel und kasachischem Tenge bereits deutlich an Wert.

Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland

Die Wirtschaftsbeziehungen Deutschlands mit Kirgisistan verharren weiterhin auf niedrigem Niveau. Geringe Marktgröße und schwache Finanzierungsmöglichkeiten sind die stärksten wirtschaftlichen Bremsen. Deutsche Firmen exportierten 2014 Waren im Wert von 82 Millionen Euro nach Kirgisistan, ein Rückgang um fünf Prozent gegenüber 2013. Die Einfuhren aus dem zentralasiatischen Land gingen um drei Prozent auf gut zwölf Millionen Euro zurück. Deutsche Exportgüter nach Kirgisistan sind hauptsächlich Kfz und Kfz-Teile, Maschinen, chemische Produkte und Elektrotechnik. Kirgisistan exportiert nach Deutschland vor allem Rohstoffe, Nahrungsmittel und chemische Erzeugnisse. Deutschland spielt als Handelspartner für Kirgisistan weiterhin nur eine untergeordnete Rolle.

Aktivitäten des Ost-Ausschusses

Gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) sowie der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) setzt der Ost-Ausschuss seit 2012 ein Projekt zur Rohstoffkooperation mit Zentralasien um.

Im Rahmen seines Besuchs in Deutschland nutzte der kirgisische Vize-Premierminister Walerij Dill im November 2014 die Gelegenheit zu einem Austausch mit Vertretern der deutschen Wirtschaft. In dem Gespräch unter Leitung des Ost-Ausschusses wurden Geschäftsmöglichkeiten in den Bereichen Bergbau, Wasserkraft und Bauindustrie erörtert. Im. Mai 2015 fand unter der Leitung des Ost-Ausschuss-Geschäftsführers Rainer Lindner eine Delegationsreise nach Tadschikistan und Kirgisistan statt. Auf dem Programm der Delegation standen neben der Teilnahme am Tag der Deutschen Wirtschaft in Bischkek politische und wirtschaftliche Gespräche, unter anderem mit dem kirgisischen Präsidenten Almasbek Atambajew