Kirgisistan

Stand: August 2016

Die kleine zentralasiatische Republik Kirgisistan ist seit August 2015 fünftes Mitglied der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU) neben Russland, Belarus, Kasachstan und Armenien.

Wirtschaftliche Entwicklung

2015 wuchs die kirgisische Wirtschaft um 3,5 Prozent, obwohl die Konjunkturschwäche Russlands, dem wichtigsten Absatzmarkt, sowie der Rückgang der Goldproduktion in der Mine Kumtor das Wirtschaftswachstum des zentralasiatischen Berglands beeinträchtigten. Die Wertminderung der heimischen Währung und der Rückgang der Auslandsüberweisungen kirgisischer Gastarbeiter vor allem aus Russland schwächten den privaten Konsum. Die Exporte waren trotz der spürbaren Abwertung des Som rückläufig. Zur Finanzierung seines Haushalts- und Leistungsbilanzdefizits bleibt Kirgisistan bis auf Weiteres auf internationale Geldgeber wie IWF und Weltbank angewiesen. Dazu kommen finanzielle Unterstützung und Direktinvestitionen aus Russland und China.

2016 dürfte die Wirtschaft Kirgisistans lediglich um ein Prozent wachsen. Die Abhängigkeit von der Goldmine Kumtor führt weiterhin zu Schwankungen in der Wirtschaftsentwicklung. Zum Rückgang der Wachstumsrate dürfte ebenso die anhaltende Konjunkturabkühlung in Russland beitragen. Von der Mitgliedschaft in der Eurasischen Wirtschaftsunion werden mittelfristig positive Impulse in Handel und Transport erwartet. Für einen nachhaltigen Wachstumspfad muss Kirgisistan aber weitere Strukturreformen umsetzen und das Investitionsklima verbessern.

Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland

Die Wirtschaftsbeziehungen Deutschlands mit Kirgisistan verharren weiterhin auf niedrigem Niveau. Geringe Marktgröße und schwache Finanzierungsmöglichkeiten sind die stärksten wirtschaftlichen Bremsen. Nach starken Zuwächsen in den Vorjahren legte der deutsch-kirgisische Warenaustausch im letzten Jahr den Rückwärtsgang ein. Deutsche Firmen exportierten 2015 Waren im Wert von 51 Millionen Euro nach Kirgisistan. Die Einfuhren aus dem zentralasiatischen Land blieben bei rund 13 Millionen Euro. Die wirtschaftliche Kooperation mit Kirgisistan ist durch Entwicklungszusammenarbeit geprägt. Projekte für deutsche Unternehmen können sich in den Bereichen Wasserkraft, Tourismus und ökologische Landwirtschaft ergeben.

Aktivitäten des Ost-Ausschusses

Im Mai 2015 fand unter der Leitung des Ost-Ausschuss-Geschäftsführers Rainer Lindner eine Delegationsreise nach Tadschikistan und Kirgisistan statt. Auf dem Programm der Delegation standen neben der Teilnahme am Tag der Deutschen Wirtschaft in Bischkek politische und wirtschaftliche Gespräche, unter anderem mit dem kirgisischen Präsidenten Almasbek Atambajew. Aktuelle Entwicklungen in Zentralasien standen auf der Agenda des traditionellen Treffens des Expertenkreises „Zentralasien“ des Ost-Ausschuss Ende September 2015 in Berlin. Im Rahmen des Expertenkreises tauschten sich Fachexperten und Vertreter aus Politik und Wirtschaft über die aktuelle politische und wirtschaftliche Lage in der Region aus. Im Rahmen des Eurasia Business Forum am 24. November 2015 während der OECD Eurasia Business Week fanden Treffen mit hochrangigen Regierungsvertretern aus Zentralasien statt.

Gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) sowie der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) setzt der Ost-Ausschuss seit 2012 ein Projekt zur Rohstoffkooperation mit Zentralasien um.