Kosovo
Stand: Februar 2011
Kosovo hat sich am 17. Februar 2008 für unabhängig erklärt. Drei Tage später nahm die Bundesrepublik Deutschland diplomatische Beziehungen zu der jungen Republik auf. Insgesamt erkannten bisher 75 Staaten die Unabhängigkeit des Landes an (Stand: 11.2.2011), darunter sind 22 der 27 EU- Mitgliedsstaaten.
Wirtschaftliche Entwicklung
Kosovo gilt als eines der wachstumsstärksten aber auch als eines der ärmsten Länder Europas. Die Wirtschaft ist bislang nur gering in die Globalwirtschaft integriert. 2009 wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um vier Prozent und schwächte sich damit gegenüber dem Vorjahr (+5,4 Prozent) etwas ab. Eine der größten Herausforderungen für die junge Republik stellt die hohe Arbeitslosigkeit dar. Diese wird auf über 40 Prozent geschätzt. Die Jugendarbeitslosigkeit sogar auf 75 Prozent. Und dies bei einem durchschnittlichen Wirtschaftswachstum von 3 bis 4 Prozent jährlich. Im Jahr 2008 betrug das pro Kopf-Einkommen im Durchschnitt rund 250 Euro pro Monat.
Die wirtschaftliche Struktur der Republik wird vorwiegend durch drei Sektoren bestimmt. Der Agrarsektor trug 2008 mit 19 Prozent zum BIP bei. Der industrielle Sektor erwirtschaftete 18 Prozent und der Dienstleitungssektor insgesamt 63 Prozent. Klein- und mittelständische Unternehmen bilden rund 99 Prozent aller Unternehmensformen in Kosovo.
Der Außenhandel des Landes ist weitgehend durch Importe bestimmt. Rohstoffe, Maschinen und Nahrungsmittel bilden den größten Teil der Importprodukte. Der Anteil aus der EU importierten Waren beläuft sich dabei auf ca. 30 Prozent. Hauptexportprodukte sind in erster Linie Rohstoffe (insb. Braunkohle, Nickel, Blei, Bauxite, Magnesium) Diese bilden ca. 60 Prozent aller Ausfuhren. Des Weiteren folgen Nahrungsmittel, Tiere und Pflanzen (ca. 8,6 Prozent), chemische Erzeugnisse (ca. 8 Prozent), Maschinen, Transportmittel, Instrumente (ca. 5,1 Prozent), Holz und Papier (ca. 3,4 Prozent). Über 50 Prozent aller Exportartikel gehen in die EU.
Kosovo verfügt über enorme Reserven an Braunkohle. Die Vorkommen sollen für mindestens 50 bis 60 Jahre reichen. Des Weiteren will Kosovo ein Fünftel seines Energiebedarfs durch erneuerbare Energie abdecken. So ist bis zum Jahr 2020 der Bau mehrerer Wasserkraftwerke geplant.
Im Juli 2009 wurde Kosovo Mitglied der Weltbankgruppe und des Internationalen Währungsfonds. Weiterhin bemüht sich die Republik um einen Beitritt zur Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE). Die offizielle Währung des Landes ist der Euro.
Die Bundesregierung unterstützt im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit eine Vielzahl von Projekten zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Bevölkerung, zur Begleitung und Unterstützung des Wandels von der Planwirtschaft zu Marktwirtschaft und zur Förderung kleinerer und mittlerer Unternehmen. Dabei haben sich vier Schwerpunkte herauskristallisiert: Aufbau von Versorgungsinfrastruktur, Förderung von Wirtschaft und Beschäftigung, Unterstützung der Verwaltungsreform und der Dezentralisierung. Auch die Bildungsreform zählt zu den Prioritäten der deutsch- kosovarischen Zusammenarbeit. Neben den USA zählt Deutschland zu den wichtigsten Gebern des Landes.
Wirtschaftsbeziehungen mit Deutschland
Deutschland ist für Kosovo einer der wichtigsten Handelspartner innerhalb der EU. Die Bundesrepublik liegt neben Mazedonien und Serbien an dritter Stelle, noch vor der Türkei und China. So hat Deutschland im Zeitraum Januar - Oktober 2010 Waren im Wert von 152,8 Mio. Euro nach Kosovo ausgeführt. Dies sind 13,9 Prozent mehr gegenüber dem Vorjahr (EUR 134,1 Mio.).
Seit Sommer 2009 existiert in Kosovo eine deutsch-kosovarische Parlamentariergruppe, welche zur Aufgabe hat die Beziehungen zwischen den beiden Staaten zu vertiefen und die Demokratisierungsprozesse zu fördern.
Aktivitäten des Ost-Ausschusses
Der Ost-Ausschuss steht in regelmäßigem Dialog mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft Kosovos sowie mit den im Land tätigen europäischen und internationalen Organisationen.
Mit dem Stipendienprogramms der Deutschen Wirtschaft für den Westbalkan bietet der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft jungen Nachwuchskräften aus dem Kosovo die Möglichkeit, im Rahmen von Berufspraktika in deutschen Unternehmen Erfahrungen zu sammeln. Das Programm ist eine gemeinsame Initiative mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Statistik
Präsident: Fatmir Sejdiu
Regierungschef: Hashim Thaci
Hauptstadt: Prishtina
Bevölkerung, 2009: 2,2 Mio.
Nominales BIP, 2009: 3,8 Mrd. Euro
BIP pro Kopf, 2009: 7154 Euro
BIP-Wachstum, 2009: 4,0%
Bilateraler Handel mit Deutschland
Importe aus Kosovo, 2009: 8,1 Mio. Euro
Exporte nach Kosovo, 2009: 153,6 Mio. Euro
Quellen:
Auswärtiges Amt, CIA World Fact Book,
Statistisches Bundesamt
BIP: Bruttoinlandsprodukt


