Kosovo

Stand: August 2016

Die Republik Kosovo, die sich im Februar 2008 für unabhängig erklärte und im September 2012 die vollständige Souveränität erreichte, ist ein potenzieller EU-Beitrittskandidat. Am 1. April 2016 trat das Stabilisierung- und Assoziierungsabkommens zwischen der EU und Kosovo in Kraft, mit dem das Land näher an die EU herangeführt wird. Ein weiterer Schritt wäre die Visaliberalisierung, die Anfang Mai 2016 von der EU Kommission empfohlen wurde, vorausgesetzt, Kosovo erfüllt die letzten Bedingungen.

Wirtschaftliche Entwicklung

Das Kosovo ist eines der ärmsten Länder Europas und bislang nur gering in die globale Wirtschaft integriert. Nach einem zunächst verhaltenen Start konnte Kosovos Wirtschaft im Jahresverlauf 2015 an Schwung zulegen. Unter dem Strich stand ein BIP-Zuwachs von drei Prozent, nach 1,2 Prozent im Jahr 2014. Während die gedrosselten Ausgaben der öffentlichen Hand als Wachstumsbremse wirkten, erwies sich der private Verbrauch einmal mehr als Hauptträger des Wachstums, der durch die Überweisungen von im Ausland lebenden Kosovaren beflügelt wurde. Hinzu kamen markante Lohn- und Gehaltssteigerungen. Die größte Herausforderung bleibt die hohe Arbeitslosigkeit, die schätzungsweise bei rund 34 Prozent liegt.

Positiv fällt der Ausblick auf 2016 und die Zeit danach aus. In diesem Jahr erwartet die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) erneut einen BIP-Zuwachs von drei Prozent. Der private Verbrauch dürfte bis auf Weiteres seine Aufgabe als Konjunkturstütze erfüllen. Es wird zudem erwartet, dass einige größere Investitionsvorhaben im Verkehrs- und Energiesektor vorankommen.

Wirtschaftsbeziehungen mit Deutschland

Der bilaterale Warenaustausch bewegt sich noch auf einem überschaubaren Niveau von 167 Millionen Euro und stieg 2015 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um gut zwei Prozent. Die deutschen Ausfuhren wuchsen dabei um drei Prozent auf fast 157 Millionen Euro. Geliefert werden an erster Stelle Maschinen, chemische Erzeugnisse sowie Kraftfahrzeuge und Kfz-Teile. Auf der Einfuhrseite stand dagegen ein Minus von drei Prozent mit etwas über elf Millionen Euro. Importiert werden vor allem Textilien und Bekleidung, Rohstoffe sowie Maschinen. Bei den Hauptlieferländern belegt Deutschland hinter Serbien und vor der Türkei sowie China den zweiten Rang.

Die Bundesregierung unterstützt im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit eine Vielzahl von Projekten zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Bevölkerung, zur Begleitung und Unterstützung des Wandels von der Plan- zu Marktwirtschaft und zur Förderung kleinerer und mittlerer Unternehmen. Neben den USA zählt Deutschland zu den wichtigsten Gebern des Landes.

Aktivitäten des Ost-Ausschusses

Am 1. Juli 2015 organisierte der Ost-Ausschuss unter Leitung von Geschäftsführer Rainer Lindner ein Abendessen mit dem kosovarischen Premierminister Isa Mustafa und Unternehmensvertretern, anlässlich seines Antrittsbesuches bei Bundeskanzlerin Angela Merkel. Im Rahmen seines Deutschlandbesuches traf am 7. Oktober 2015 der Präsident der kosovarischen Wirtschaftskammer Safet Gerxhaliu, begleitet vom Botschafter Kosovos Skender Xhakaliu und dem Berater der Kammer Berat Ruqui zu einem Gespräch mit Geschäftsführer Lindner zusammen. Der Ost-Ausschuss unterstützt die Arbeit der Kammer seit vielen Jahren aktiv.

Der Ost-Ausschuss steht in regelmäßigem Dialog mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft Kosovos sowie mit den im Land tätigen europäischen und internationalen Organisationen. Mit dem Stipendienprogramm der Deutschen Wirtschaft für den Westbalkan bietet der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft jungen Nachwuchskräften aus dem Kosovo die Möglichkeit, im Rahmen von Berufspraktika in deutschen Unternehmen Erfahrungen zu sammeln. Das Programm ist eine gemeinsame Initiative mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.