Kosovo

Stand: Oktober 2015

Die Republik Kosovo, die sich im Februar 2008 für unabhängig erklärte und im September 2012 die vollständige Souveränität erreichte, ist ein potenzieller EU-Beitrittskandidat. Die EU hat dem Land wie den anderen Westbalkan-Staaten eine klare Beitrittsperspektive in Aussicht gestellt. Die EU ist in dem Land mit ihrer Rechtsmission EULEX (The European Union Rule of Law Mission in Kosovo) aktiv. Im Oktober 2015 wurde ein Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen (SAA) zwischen der EU und Kosovo unterzeichnet.

Wirtschaftliche Entwicklung

Das Kosovo ist eines der ärmsten Länder Europas und bislang nur gering in die globale Wirtschaft integriert. Die größte Herausforderung für das junge Land bleibt die Schaffung von Arbeitsplätzen. Fast 60 Prozent der Bevölkerung ist unter 25 Jahre alt, und zugleich liegt die Arbeitslosigkeit in dieser Altersgruppe bei fast 70 Prozent. Die monatelange Regierungsbildung, Probleme bei der Stromversorgung, rückläufige öffentliche und ausländische Investitionen und das steigende Handelsdefizit haben 2014 jedoch zu einem spürbaren Rückgang des Wachstums auf etwa ein Prozent geführt.

2015 könnte die Wirtschaft wieder stärker wachsen, da Regierung und staatliche Institutionen wieder voll arbeitsfähig sind. Die EBRD prognostiziert einen Zuwachs um 2,5 Prozent. Wichtige Impulse gehen weiterhin vom maßgeblich durch Auslandsüberweisungen gestützten Konsum der Privathaushalte aus. Zahlreiche international finanzierte Projekte zum Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, des Energiesektors oder im Tourismus sollten die Investitionstätigkeit ankurbeln.

Wirtschaftsbeziehungen mit Deutschland

Der Handelsaustausch zwischen Deutschland und dem Kosovo belief sich im Jahr 2014 auf insgesamt gut 164 Millionen Euro, ein Plus gegenüber dem Vorjahr von gut neun Prozent. Die deutschen Ausfuhren stiegen um 14 Prozent auf 153 Millionen Euro. Geliefert werden vor allem Maschinen, Kraftfahrzeuge und Kfz-Teile sowie Maschinen. Bei den Lieferländern belegt Deutschland hinter Serbien den zweiten Rang. Bei den deutschen Einfuhren aus dem Kosovo gab es dagegen ein deutliches Minus von fast 31 Prozent auf gut elf Millionen Euro. Importiert werden hauptsächlich Maschinen, gefolgt von Erzen und Textilien.

Die Bundesregierung unterstützt im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit eine Vielzahl von Projekten zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Bevölkerung, zur Begleitung und Unterstützung des Wandels von der Planwirtschaft zu Marktwirtschaft und zur Förderung kleinerer und mittlerer Unternehmen. Neben den USA zählt Deutschland zu den wichtigsten Gebern des Landes.

Aktivitäten des Ost-Ausschusses

Der Ost-Ausschuss steht in regelmäßigem Dialog mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft Kosovos sowie mit den im Land tätigen europäischen und internationalen Organisationen. Mit dem Stipendienprogramm der Deutschen Wirtschaft für den Westbalkan bietet der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft jungen Nachwuchskräften aus dem Kosovo die Möglichkeit, im Rahmen von Berufspraktika in deutschen Unternehmen Erfahrungen zu sammeln. Das Programm ist eine gemeinsame Initiative mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Anfang Juli 2015 organisierte der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft unter Leitung von Geschäftsführer Rainer Lindner ein Abendessen mit dem kosovarischen Premierminister Isa Mustafa und Unternehmensvertretern. Mustafa wurde von Finanzminister Avdullah Hoti sowie Wirtschaftsminister Blerand Stavileci begleitet.