Kroatien

Stand: September 2015

Am 1. Juli 2013 wurde Kroatien das 28. Mitglied der Europäischen Union. Die erhoffte wirtschaftliche Belebung durch den Beitritt blieb bislang allerdings aus. Auch mit der Nutzung von EU-Strukturhilfen tat sich das Land zunächst schwer. Seit dem EU-Beitritt stehen im Rahmen der Struktur- und Kohäsionsfonds umfangreiche Finanzmittel für Investitionen in den Bereichen Umwelt, Energie und Transportinfrastruktur zur Verfügung.

Wirtschaftliche Entwicklung

Die wirtschaftliche Lage Kroatiens ist noch immer angespannt. Ende 2014 zeichnete sich aber ein Ende der Rezession ab, die das Land seit sechs Jahren im Griff hat. Im Gesamtjahr 2014 schrumpfte die Wirtschaftsleistung allerdings erneut um 0,4 Prozent. Dafür war die schwache Binnennachfrage verantwortlich, während die Auslandsnachfrage positive Impulse gab. Kroatien profitierte hier unter anderem vom verbesserten Handelsaustausch mit seinen Nachbarn. Die Auslandsnachfrage wird auch 2015 der wichtigste Wachstumsträger sein, während von der Binnennachfrage – insbesondere den EU-finanzierten Investitionen – erst ab 2016 stärkere Impulse erwartet werden. Dazu sollte auch der langsame Abbau der weiterhin hohen Arbeitslosigkeit (17 Prozent) beitragen. Aktuelle Prognosen der EBRD gehen für 2015 von einem bescheidenen Wachstum um etwa 0,5 Prozent aus.

Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland

Der bilaterale Handel zwischen Deutschland und Kroatien belebte sich im Vorjahr. Die deutschen Einfuhren aus Kroatien stiegen um fast fünf Prozent auf 951 Millionen Euro. Die deutschen Ausfuhren dorthin kletterten sogar um fast ein Zehntel und erreichten gut 2,2 Milliarden Euro. Deutschland ist hinter Italien Kroatiens zweitwichtigster Handelspartner. Für Deutschland wiederum ist Kroatien vor Serbien der wichtigste Handelspartner auf dem Westbalkan. Bei den deutschen Ausfuhren dominieren chemische Erzeugnisse, Maschinen sowie Kfz und Kfz-Teile. Kroatien liefert in erster Linie Maschinen, Textilien und Elektrotechnik.

Aktivitäten des Ost-Ausschusses

Der Beitrittsprozess Kroatiens wurde durch den Ost-Ausschuss aktiv begleitet. Im Rahmen der deutsch-kroatischen Task force vertritt der Ost-Ausschuss die Petita deutscher Investoren. Gemeinsam mit der Kroatischen Industrie- und Handelskammer und dem Bundeswirtschaftsministerium werden bei den inzwischen zweimal jährlich stattfinden Sitzungen allgemeine Themen der Wirtschaftszusammenarbeit diskutiert. Zuletzt tagte das Gremium im Januar 2015.

Am 1. Oktober 2014 lud der Botschafter der Republik Kroatien Ranko Vilović gemeinsam mit der Deutschen Bank und dem Ost-Ausschuss zum Deutsch-Kroatischen Investitionsforum in Berlin. Im Rahmen des Forums trafen sich kroatische sowie deutsche Vertreter aus Wirtschaft und Politik um Investitionsmöglichkeiten für ausländische Investoren in Kroatien aufzuzeigen.

Mit dem Stipendienprogramm der Deutschen Wirtschaft für den Westbalkan bietet der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft jungen Nachwuchskräften aus Kroatien die Möglichkeit, im Rahmen von Berufspraktika in deutschen Unternehmen Erfahrungen zu sammeln. Das Programm ist eine gemeinsame Initiative mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.