Kroatien

Stand: Dezember 2010

Der Beitritt Kroatiens zur Nato im Frühjahr 2009 hat das Adria-Land noch enger an den Westen herangeführt. Auch die Beitrittsverhandlungen des Landes mit der EU kommen stetig voran. Nach aktuellem Stand wird der Beitritt Koratiens spätestens 2012 erfolgen. Wirtschaftlich bemüht sich die Regierung durch starke Sparanstrengungen die hohe Außenverschuldung des Landes in den Griff zu bekommen und dabei gänzlich auf Hilfen von IWF oder Weltbank zu verzichten. Die Sparmaßnahmen haben die Binnenwirtschaft belastet, sodass nach einem Rückgang der Wirtschaftsleistung 2009 um fast sechs Prozent auch für 2010 mit einer leichten Rezession gerechnet wird.

Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland

Durch die Wirtschaftskrise kam es 2009 im bilateralen Handel sowohl bei den Exporten nach Kroatien (minus 22,5 Prozent) als auch bei den Importen (minus 13,5 Prozent) zu Einbußen. Dieser negative Trend setzte sich im 1. Halbjahr 2010 fort: Während die deutschen Exporte um weitere 16 Prozent zurückgingen, nahmen die Importe aus Kroatien leicht um drei Porzent zu.
Deutsche Unternehmen signalisieren aber insbesondere im Hinblick auf die anstehende EU-Mitgliedschaft großes Interesse am kroatischen Markt. Im Rahmen des wirtschaftspolitischen Dialogs zwischen Deutschland und Kroatien stehen Projekte im Umfang von mehr als vier Milliarden Euro zur Realisierung an. Konkret geht es um die Energieversorgung, wie zum Beispiel den Neubau von Kraftwerken und eines LNG-Terminals, um Tourismusprojekte, um Investitionen in Flughäfen und im Bereich Umwelttechnik.

Aktivitäten des Ost-Ausschusses

Am 5. Oktober 2009 besuchte eine Wirtschaftsdelegation des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft  das Land, um sich direkt über die politischen und ökonomischen Rahmen- und Investitionsbedingungen aus erster Hand informieren zu lassen. Siehe hierzu den Bericht: "die deutsche Wirtschaft unterstützt Kroatiens Weg in die EU". Am 25. November 2009 hielt Kroatiens Präsident Stipe Mesic als Ehrengast eine Rede auf dem Parlamentarischen Abend des Ost-Ausschusses in Berlin.

Am 15. und 16. Juni veranstaltet der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft gemeinsam mit der Deutsch-Kroatischen Industrie- und Handelskammer sowie den diplomatischen Vertretungen Deutschlands und Kroatiens und mit der Unterstützung der Kroatischen Wirtschaftskammer und der Universität Zagreb das Deutsch-Kroatische Wirtschaftsforum, 15. und 16. Juni 2010, in Zagreb.

Als Ergebnis dieses Wirtschaftsforums entstand eine Projektliste mit 15 großen deutsch-kroatischen Investitionsprojekten, die der Ost-Ausschuss-Vorsitzende Klaus Mangold am 16. September 2010 der kroatischen Ministerpräsidentin Jadranka Kosor überreichte und um politische Flankierung bat.

 

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Statistik

Präsident: Ivo Josipović
Regierungschef: Zoran Milovanović
Hauptstadt: Zagreb
 
Bevölkerung, 2009: 4,4 Mio.
Nominales BIP, 2009: 45,4 Mrd Euro
BIP pro Kopf, 2009: 10.245 Euro
BIP-Wachstum, 2010: -1,3 %
BIP-Wachstum, 2011: 2,0 %
 
 
Bilateraler Handel mit Deutschland
 
Importe aus HR, 2009: 656,3 Mio. Euro
Exporte nach HR, 2009: 2,3 Mrd. Euro
 
Quellen:
Auswärtiges Amt, CIA World Fact Book, Statistisches Bundesamt,
EBRD.

BIP: Bruttoinlandsprodukt

Artikel

"Die deutsche Wirtschaft unterstützt Kroatiens Weg in die EU"

"Rede des Ost-Ausschuss Vorsitzenden Klaus Mangold anlässlich des Parlamentarischen Abend"

"Der lange Weg zur EU-Mitgliedschaft"