Kroatien

Stand: August 2016

Am 1. Juli 2013 wurde Kroatien das 28. Mitglied der Europäischen Union. Seit dem EU-Beitritt stehen im Rahmen der Struktur- und Kohäsionsfonds umfangreiche Finanzmittel für Investitionen in den Bereichen Umwelt, Energie und Transportinfrastruktur zur Verfügung.

Wirtschaftliche Entwicklung

Kroatiens Wirtschaft fand 2015 den Weg aus einer sechsjährigen Rezessionsphase - nicht zuletzt dank der lebhaften Nachfrage aus dem Ausland und steigender Einnahmen aus dem Tourismus. Der private Konsum nahm 2015 dank fallender Preise und der Stabilisierung des Arbeitsmarktes erstmals seit drei Jahren wieder zu. Die Kauflaune wird jedoch durch die nach wie vor hohe Arbeitslosigkeit von rund 16 Prozent getrübt. Der Außenhandel erzielte im letzten Jahr einen neuen Rekordwert. Die Ausfuhren in die EU lagen mit 7,7 Milliarden Euro knapp 22 Prozent über dem Niveau des Beitrittsjahres 2013.

Das Wirtschaftswachstum wird sich nach Prognosen der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) im Jahr 2016 mit 1,5 Prozent etwa auf dem Niveau des Vorjahres bewegen. Die Auslandsnachfrage bleibt dabei weiterhin die treibende Kraft. Zagreb setzt zudem große Hoffnung in die EU-Förderperiode 2014 bis 2020. In diesem Zeitraum stehen Kroatien aus Struktur- und Investitionsfonds rund 10,5 Milliarden Euro zur Verfügung. Die Regierung hofft, einige große Infrastrukturprojekte aus den EU-Mitteln finanzieren zu können. Auch in den boomenden Tourismussektor soll weiter investiert werden. Gedämpft werden die konjunkturellen Aussichten durch die unklare innenpolitische Situation nach der Abwahl der Regierung Oreskovic und vor den Neuwahlen im Herbst 2016.

Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland

Der bilaterale Warenaustausch erreichte 2015 mit 3,8 Milliarden Euro einen neuen Rekordwert und legte gegenüber dem Vorjahr um 19 Prozent zu. Die deutschen Einfuhren stiegen um 22 Prozent auf knapp 1,2 Milliarden Euro. Die deutschen Ausfuhren kletterten um 17 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro. Bei den deutschen Ausfuhren dominieren Kraftwagen und Kraftwagenteile, chemische Erzeugnisse sowie Maschinen. Kroatien liefert nach Deutschland in erster Linie Maschinen, Elektrotechnik, Textilen und Bekleidung. Deutschland ist vor Italien und Slowenien das wichtigste Lieferland Kroatiens und belegt unter dessen Absatzmärkten Rang drei.

Aktivitäten des Ost-Ausschusses

Der Ost-Ausschuss kam am 15. März 2016 gemeinsam mit Vertretern des Bundeswirtschaftsministeriums und der Deutsch-Kroatischen Industrie- und Handelskammer mit der kroatischen Seite zu einem Treffen der Task Force zusammen. Mit diesem Instrument begleiten die genannten Akteuren Unternehmensprojekte mit dem Ziel, gemeinsam mit der kroatischen Seite akute Probleme bei der Umsetzung zu lösen. Am 25. April 2016 nutzte Premierminister Tihomir Oreskovic seinen Besuch in München für ein Gespräch mit Unternehmensvertretern des Ost-Ausschusses.

Mit dem Stipendienprogramm der Deutschen Wirtschaft für den Westbalkan bietet der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft jungen Nachwuchskräften aus Kroatien die Möglichkeit, im Rahmen von Berufspraktika in deutschen Unternehmen Erfahrungen zu sammeln. Das Programm ist eine gemeinsame Initiative mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.