Kroatien
Der Beitritt Kroatiens zur Nato im Frühjahr 2009 hat das Adria-Land noch enger an den Westen herangeführt. Dagegen wurden die Beitrittsverhandlungen mit der EU durch einen Grenzstreit mit Slowenien verzögert. Dieser Konflikt soll nun endgültig mit Hilfe eines Schiedsgerichtsverfahrens gelöst werden. Nach der Zustimmung des kroatischen Parlaments zu diesem Verfahren, stimmten am 6. Juni 2010 auch die Slowenen in einem Referendum mehrheitlich dieser Lösung zu. Damit ist der Weg zu einem baldigen Abschluss der kroatischen Beitrittsgespräche weitgehend frei.
Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland
2008 nahm der Wert der deutschen Exporte nach Kroatien um 6,5 Prozent auf knapp drei Milliarden Euro zu, die Importe stiegen um 4,2 Prozent auf 800 Millionen Euro. Durch die Wirtschaftskrise kam es im ersten Halbjahr 2009 sowohl bei den Exporten nach Kroatien (minus 21 Prozent) und bei den Importen (minus 14 Prozent) zu Einbußen. Deutsche Unternehmen signalisieren aber insbesondere im Hinblick auf die anstehende EU-Mitgliedschaft großes Interesse am kroatischen Markt. Im Rahmen des wirtschaftspolitischen Dialogs zwischen Deutschland und Kroatien stehen Projekte im Umfang von mehr als vier Milliarden Euro zur Realisierung an. Konkret geht es um die Energieversorgung, wie zum Beispiel den Neubau von Kraftwerken und eines LNG-Terminals, um Tourismusprojekte, um Investitionen in Flughäfen und im Bereich Umwelttechnik. Die Finanzierung dieser Projekte ist trotz wirtschaftlicher Turbulenzen weitgehend ohne staatliche Mittel gesichert.
Aktivitäten des Ost-Ausschusses
Am 5. Oktober 2009 besuchte eine Wirtschaftsdelegation des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft das Land, um sich direkt über die politischen und ökonomischen Rahmen- und Investitionsbedingungen aus erster Hand informieren zu lassen. Siehe hierzu den Bericht: "die deutsche Wirtschaft unterstützt Kroatiens Weg in die EU". Am 25. November 2009 hielt Kroatiens Präsident Stipe Mesic als Ehrengast eine Rede auf dem Parlamentarischen Abend des Ost-Ausschusses in Berlin.
Am 15. und 16. Juni veranstaltet der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft gemeinsam mit der Deutsch-Kroatischen Industrie- und Handelskammer sowie den diplomatischen Vertretungen Deutschlands und Kroatiens und mit der Unterstützung der Kroatischen Wirtschaftskammer und der Universität Zagreb das Deutsch-Kroatische Wirtschaftsforum, 15. und 16. Juni 2010, in Zagreb.

Statistik
Präsident: Ivo Josipović
Regierungschefin: Jadranka Kosor
Hauptstadt: Zagreb
Bevölkerung, 2009: 4,4 Mio.
BIP, 2009: 45,4 Mrd Euro
BIP pro Kopf (KKP), 2009: 10.245 Euro
BIP-Wachstum, 2009: -5,8%
Bilateraler Handel mit Deutschland
Importe aus HR, 2009: 656,3 Mio. Euro
Exporte nach HR, 2009: 2,3 Mrd. Euro
Quellen:
Auswärtiges Amt, CIA World Fact Book, Statistisches Bundesamt.
BIP: Bruttoinlandsprodukt
KKP: Kaufkraftparität
Artikel
"Die deutsche Wirtschaft unterstützt Kroatiens Weg in die EU"
"Rede des Ost-Ausschuss Vorsitzenden Klaus Mangold anlässlich des Parlamentarischen Abend"
"Der lange Weg zur EU-Mitgliedschaft"

