Mazedonien

Stand: Oktober 2015

Als damals erstes Land auf dem Balkan hat Mazedonien im Jahr 2001 ein Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen mit der EU geschlossen. Seit 2005 ist das Land Beitrittskandidat, doch unter anderem aufgrund des ungelösten Namensstreits mit Griechenland wurden die Verhandlungen bisher nicht eröffnet. Dieser Streit blockiert gegenwärtig auch einen Beitritt Mazedoniens zur NATO. Seit 2003 ist Mazedonien WTO-Mitglied, 2006 erfolgte der Beitritt zum Zentraleuropäischen Freihandelsabkommen CEFTA.

Wirtschaftsentwicklung

Mazedonien war mit einem geschätzten Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts von 3,8 Prozent 2014 regionaler Spitzenreiter. Für 2015 wird eine Wachstumsrate in ähnlicher Größenordnung erwartet. Dafür ist vor allem die Investitionsnachfrage verantwortlich, die von öffentlichen Infrastrukturprojekten - vor allem im Verkehrswegebau und Energiesektor – und den ausländischen Direktinvestitionen im verarbeitenden Gewerbe profitiert. Dazu kommt der kräftige Anstieg der Exporte, zu dem der Ausbau der Produktionskapazitäten im Inland beiträgt. Für die Ansiedlung ausländischer Produzenten verfügt Mazedonien über sogenannte Technological-Industrial Development Zones (TIDZ), deren Ausfuhr rund ein Viertel der mazedonischen Gesamtexporte ausmacht. Die Importe steigen wegen der Einfuhr der notwendigen Investitionsgüter und von Vorprodukten für die Industrie allerdings noch stärker. Zunehmende Wachstumsimpulse sollten vor dem Hintergrund steigender Löhne und Transferleistungen von der Konsumnachfrage kommen.

Ungeachtet der vergleichsweise robusten Wirtschaftsentwicklung in den letzten Jahren erweist sich die Arbeitslosigkeit aber als hartnäckig. Im Vorjahr lag die Arbeitslosenquote immer noch bei über 28 Prozent. Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung birgt die Zuspitzung der innenpolitischen Krise. Im Norden des Landes kam es im Sommer zu Unruhen und im Zuge eines Abhörskandals zu Protesten der Bevölkerung in Skopje und anderen Städten. Unter Vermittlung der EU einigten sich Regierung und Opposition Anfang Juni auf vorgezogene Neuwahlen im April 2016.  

Wirtschaftsbeziehungen mit Deutschland

Der bilaterale Warenumsatz Deutschlands mit Mazedonien wuchs 2014 um fast 30 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro. Die kleine Balkanrepublik war damit hinter Kroatien und Serbien der drittwichtigste Handelspartner Deutschlands in der Region. Die deutschen Ausfuhren – überwiegend Textilien und Bekleidung, nichtmetallische Materialien und Chemieprodukte - stiegen um 24 Prozent auf knapp 680 Millionen Euro. Die Bezüge von dort - vorwiegend chemische Erzeugnisse, Textilien und Bekleidung sowie Maschinen - legten um fast ein Drittel auf 1,6 Milliarden Euro zu. Für Mazedonien ist Deutschland mit einem Exportanteil von 41 Prozent der dominierende Absatzmarkt. Unter den Lieferländern belegte die Bundesrepublik 2014 mit einem Marktanteil von 11,1 Prozent Platz zwei hinter Großbritannien.

Aktivitäten des Ost-Ausschusses

Mit dem Stipendienprogramm der Deutschen Wirtschaft für den Westbalkan bietet der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft jungen Nachwuchskräften aus Mazedonien die Möglichkeit, im Rahmen von Berufspraktika in deutschen Unternehmen Erfahrungen zu sammeln. Das Programm ist eine gemeinsame Initiative mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.