Mazedonien

Stand: August 2016

Als damals erstes Land auf dem Balkan hat Mazedonien im Jahr 2001 ein Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen mit der EU geschlossen. Seit 2005 ist das Land Beitrittskandidat, doch unter anderem aufgrund des ungelösten Namensstreits mit Griechenland wurden die Verhandlungen bisher nicht eröffnet. Dieser Streit blockiert gegenwärtig auch einen Beitritt Mazedoniens zur NATO. Seit 2003 ist Mazedonien WTO-Mitglied, 2006 erfolgte der Beitritt zum Zentraleuropäischen Freihandelsabkommen CEFTA.

Wirtschaftsentwicklung

Die mazedonische Wirtschaft wies im vergangenen Jahr einen vergleichsweise robusten Zuwachs auf. Die seit Längerem schwelende innenpolitische Krise verhindert derzeit eine dynamischere Entwicklung. Dies macht sich insbesondere bei der Zurückhaltung der Investoren bemerkbar. Im Vergleich dazu laufen der Außenhandel und der private Konsum vergleichsweise gut, auch wenn die weiterhin hohe Arbeitslosenrate von rund 27 Prozent dafür sorgt, dass sich die Kauflaune in Grenzen hält. Das Bruttoinlandsprodukt legte im vergangenen Jahr nach Angaben der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) um 3,7 Prozent zu.

Für 2016 wird für die mazedonische Wirtschaft ein Wachstum von 3,2 Prozent prognostiziert. Entscheidend wird sein, wie sich die politischen Spannungen zwischen Regierung und Opposition weiterentwickeln. Bislang hielten sich die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen in Grenzen. Allerdings machte sich die politische Situation bei den ausländischen Investitionen bemerkbar, die im vergangenen Jahr spürbar nachgaben. Neben dem Ausbau des Verkehrsnetzes bildet der Energiesektor einen Schwerpunkt der Investitionstätigkeit im Land.

Wirtschaftsbeziehungen mit Deutschland

Der bilaterale Warenaustausch mit Deutschland erreichte 2015 ein Volumen von fast 2,7 Milliarden Euro und stieg damit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast ein Fünftel. Interessant ist dabei der deutliche Überschuss mazedonischer Exporte nach Deutschland gegenüber den Importen. Die deutschen Lieferungen nach Mazedonien legten im vergangenen Jahr um 24 Prozent auf rund 839 Millionen Euro zu. Die Importe aus Mazedonien lagen mit insgesamt über 1,8 Milliarden Euro gut 18 Prozent über dem Vorjahresniveau. Die wichtigsten deutschen Exportgüter sind Vorerzeugnisse für die Textilindustrie, nichtmetallische Rohstoffe sowie chemische Erzeugnisse. Bei den Importen aus Mazedonien stehen chemische Erzeugnisse, Bekleidung sowie Maschinen ganz vorn.

Deutschland bleibt mit deutlichem Abstand wichtigster Abnehmer von Waren aus Mazedonien. Der deutsche Anteil an den mazedonischen Gesamtexporten erhöhte sich 2015 auf 44,3 Prozent. Auch als Lieferland lag Deutschland mit einem Marktanteil von 12,6 Prozent auf Platz eins.

Aktivitäten des Ost-Ausschusses

Mit dem Stipendienprogramm der Deutschen Wirtschaft für den Westbalkan bietet der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft jungen Nachwuchskräften aus Mazedonien die Möglichkeit, im Rahmen von Berufspraktika in deutschen Unternehmen Erfahrungen zu sammeln. Das Programm ist eine gemeinsame Initiative mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Quellen: OWC, gtai, IWF, Statistisches Bundesamt