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Modernisierung des ukrainischen Gasnetzes

22. Mai 2012

CDU-Abgeordneter Wellmann und Ost-Ausschuss-Geschäftsführer Lindner stellen Pilotprojekt deutscher Firmen in Kiew vor

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Karl-Georg Wellmann und Ost-Ausschuss-Geschäftsführer Rainer Lindner übergaben bei Gesprächen in Kiew dem ukrainischen Premierminister Mykola Asarow einen Projektvorschlag zur Teilrehabilitierung des ukrainischen Gastransportsystems. Gleichzeitig setzten Sie sich für eine internationale Lösung des Falles Timoschenko ein.

„Die Erneuerung des teilweise überalterten Gastransitnetzes ist eines der wichtigsten wirtschaftlichen und politischen Projekte im Dreieck EU-Ukraine-Russland. Das Pilotprojekt, das wir der Ukraine vorschlagen, könnte der Grundstein für das seit Jahren erwogene Gaskonsortium zwischen den drei Seiten sein. Deutschland kann hier eine wichtige Vermittlerposition einnehmen“, sagte Wellmann in Kiew. Das Pilotprojekt sieht die Modernisierung einer ersten Verdichterstation in der Ukraine durch ein deutsches Firmenkonsortium vor. Die Kompressorstationen des Gastransitnetzes waren bereits in den 1970er Jahren von einer deutschen Firmengruppe gebaut worden. Die eingebauten Gasturbinen und Kompressoren müssen nun dringend generalüberholt werden.

„Die deutsche Wirtschaft hat ein großes Interesse an dem Projekt, da es einen Beitrag zum Technologietransfer in die Ukraine leistet und zugleich die Versorgungssicherheit mit Gas in Deutschland und der EU erhöht“, sagte Ost-Ausschuss Geschäftsführer Lindner.

Gemeinsam mit Wellmann und den Bundestagsabgeordneten Hans-Ulrich Klose (SPD) und Johann Wadephul (CDU) sprach sich der Ost-Ausschuss in Kiew zudem für eine schnelle Lösung im Fall Timoschenko aus. Die Gesundheit der ehemaligen Premierministerin sei oberste Priorität. Hier sollte eine international zu leistende gesundheitliche Betreuung außerhalb des Gefängnisses ermöglicht werden. „Es liegt auch im Interesse der ukrainischen Regierung, einen langfristigen politischen und wirtschaftlichen Imageschaden der Ukraine zu vermeiden“, so Lindner. Die deutsche Wirtschaft sei in großer Sorge. Zugleich teile sie aber nicht die Einschätzung, dass es sich in der Ukraine um eine diktatorische Ordnung handele. Als positiven Schritt bezeichneten die Gesprächsteilnehmer die Ankündigung des ukrainischen Präsidenten, internationalen Rechtsexperten vollen Zugang zum Berufungsverfahren gegen Timoschenko und zu sämtlichen Gerichtsakten zu gewähren.

Wellmann und Lindner waren am Rande von Gesprächen des Parlamentarischen Klubs, die das Berthold-Beitz-Zentrum für Russland, Ukraine, Belarus und Zentralasien in Kiew mit einer ukrainischen Partnerorganisation organisiert hatte, mit Staatspräsident Wiktor Janukowitsch, Premierminister Asarow, Energieminister Jurij Bojko und Wirtschaftsberater Andrij Honcharuk zusammengetroffen. Bezüglich des Pipeline-Projekts sicherte die ukrainische Seite  zügige Schritte zur Umsetzung  zu.

Über das ukrainische Pipelinesystem gelangen zurzeit etwa 70 Prozent des aus Zentralasien und Russland transportierten Erdgases nach Westeuropa. Bisher wird zum Betrieb dieser Stationen sechs Milliarden Kubikmeter technisches Gas verbraucht. Durch eine vollständige Modernisierung könnte dieser Verbrauch um bis zu 30 Prozent reduziert werden.
 

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Hans-Georg Wellmann (3. v. links) und Ost-Ausschuss Geschäftsführer Prof. Dr. Rainer Lindner (5. v. rechts) beim Treffen mit dem ukrainischen Premierminister Mykola Asarow (Mitte). Foto: Regierung der Ukraine
Hans-Georg Wellmann (3. v. links) und Ost-Ausschuss Geschäftsführer Prof. Dr. Rainer Lindner (5. v. rechts) beim Treffen mit dem ukrainischen Premierminister Mykola Asarow (Mitte). Foto: Regierung der Ukraine

Kontakt:

Andreas Metz
Tel: 030 2028-1441
A.Metz@bdi.eu