Moldau

Stand: Oktober 2015

Im Juni 2014 unterzeichnete Moldau das Assoziierungs- und Freihandelsabkommen mit der Europäischen Union. Mit der vorzeitigen Inkraftsetzung des vertieften Freihandelsabkommens wurden positive Signale gesetzt. An das Abkommen sind in Moldau viele Hoffnungen geknüpft, doch sind die wirtschaftliche und politische Entwicklung Moldaus, der Fortgang der Ukraine-Krise und die russische Reaktion auf die Umsetzung des Assoziierungsabkommens von zentraler Bedeutung.

Wirtschaftliche Entwicklung

Moldau erzielte 2013 ein Rekordwachstum von 8,9 Prozent, das vor allem auf die außergewöhlich gute Ernte zurückzuführen war. 2014 kam es zu einer spürbaren Abschwächung der konjunkturellen Dynamik, auch wenn sich das Ergebnis mit einem Plus von 4,6 Prozent durchaus sehen ließ. 2015 befürchtet die EBRD einen Wachstumseinbruch um minus zwei Prozent. Die internen und externen Risiken haben deutlich zugenommen: Die konjunkturelle Abkühlung in Russland und der Ukraine – zwei der wichtigsten Absatzmärkte des Landes – trübt den Exportausblick ein und könnte zu sinkenden Heimüberweisungen dort tätiger Moldauer führen. Ein Bankenskandal schürt zudem die innenpolitische Krise und belastet den Haushalt. Als Reaktion auf die EU-Annäherung des Landes stoppte Moskau zudem die Einfuhr von Wein, Obst, Gemüse und Fleischprodukten aus der Republik Moldau. Zur Unterstützung erließ Brüssel Ende 2014 Importquoten, um der vom russischen Embargo hart getroffenen moldauischen Landwirtschaft Ersatzmärkte zu öffnen. Die EU-Annäherung Moldaus könnte mittelfristig neue Wachstumsimpulse geben. Die Regierung, die nach den Wahlen im Dezember 2014 gebildet wurde, steht dabei vor großen Herausforderungen, was die Integration der prorussischen politischen Kräfte und den zugleich propagierten Regierungskurs der weiteren Annäherung an die EU anbelangt.

Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland

Die deutschen Einfuhren aus der Republik Moldau nahmen 2014 deutlich zu: Sie stiegen um fast zwölf Prozent auf 139 Millionen Euro. Die deutschen Ausfuhren sanken dagegen um ein Zehntel auf 325 Millionen Euro. Deutsche Unternehmen exportierten nach Moldau vornehmlich Kraftwagen und Kraftwagenteile, chemische Erzeugnisse, Maschinen und Textilien. Mit einem Marktanteil von acht Prozent belegte Deutschland 2014 Platz fünf unter den Lieferländern. Bei den deutschen Importen aus Moldau dominieren Nahrungsmittel mit gut einem Fünftel der Einfuhren, gefolgt von Textilien sowie Rohstoffen. Knapp sechs Prozent der moldauischen Exporte gingen dabei nach Deutschland.

Aktivitäten des Ost-Ausschusses

In Gesprächen mit dem damaligen Premierminister Iurie Leanca im Juli 2014, mit Wirtschaftsminister Andrian Candu im Oktober 2014 und der auch in der neuen Regierung amtierenden Außenministerin Natalia Gherman im Dezember 2014 unterstrich der Ost-Ausschuss, dass der proeuropäische Kurs des Landes aus Sicht der Wirtschaft eine wichtige Grundlage zur Verbesserung der Rahmenbedingungen und damit für die weitere Entwicklung der deutsch-moldauischen Wirtschaftsbeziehungen bildet.

Nach dem erfolgreichen Abschluss des Verbandsberatungsprojekts im Sommer 2012 beteiligte sich der Ost-Ausschuss im Frühjahr 2014 an einem weiteren Kurzzeitprojekt der Sequa zur Beratung von moldauischen Wirtschaftsverbänden.