Moldau

Stand: August 2016

Im Juni 2014 unterzeichnete Moldau ein Assoziierungs- und Freihandelsabkommen mit der Europäischen Union. Mit der vorzeitigen Inkraftsetzung des vertieften Freihandelsabkommens wurden positive Signale gesetzt. An das Abkommen sind in Moldau viele Hoffnungen geknüpft, doch sind die wirtschaftliche und politische Entwicklung Moldaus, der Fortgang der Ukraine-Krise und die russische Reaktion auf die Umsetzung des Assoziierungsabkommens von zentraler Bedeutung.

Wirtschaftliche Entwicklung

Nach zwei Regierungswechseln im vergangenen Jahr steht die aktuelle Regierung vor der Herausforderung, die politische und wirtschaftliche Lage im Land zu stabilisieren. Die Wirtschaftsleistung fiel 2015 leicht rückläufig aus, in diesem Jahr wird sie voraussichtlich stagnieren. Die Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zu Russland und der Ukraine, die traditionell zu den wichtigsten Absatzmärkten des Landes gehören, sind weiter gestört. Die Annäherung an die Europäische Union könnte künftig zumindest für eine teilweise Kompensation der Handelsausfälle sorgen. Wachstumsträger für die heimische Wirtschaft sind derzeit schwer auszumachen. Der private Konsum ist vom Zufluss der Gastarbeitertransfers aus den wirtschaftlich schwächelnden GUS-Staaten abhängig. Wegen der hohen Importquote des Landes fällt auch der Außenhandel als Impulsgeber weitestgehend aus. Positiv entwickelt sich trotz der turbulenten politischen Entwicklung die Zahl der Direktinvestitionen. Besondere Attraktivität erreichte Moldau bei Automobilzulieferern, die ihre Aktivitäten im Land weiter verstärken.

Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland

Der bilaterale Warenaustausch mit Moldau ist aus deutscher Sicht weiter ausbaufähig, bewegte sich 2015 bei 435 Millionen Euro und sank damit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um gut sechs Prozent. Die deutschen Ausfuhren in die Republik Moldau gaben  im Zuge der konjunkturellen Abkühlung deutlich nach: Sie sanken um 13 Prozent auf etwas über 281 Millionen Euro. Die deutschen Einfuhren legten dagegen um ein Zehntel auf insgesamt 153 Millionen Euro zu. Deutsche Unternehmen exportieren vornehmlich Kraftwagen und Kfz-Teile, chemische Erzeugnisse und Maschinen. Bei den deutschen Importen aus der Republik Moldau dominieren Nahrungsmittel, gefolgt von Textilien sowie Rohstoffen.

Quellen: OWC, German Economic Team Moldau, Weltbank, gtai, Statistisches Bundesamt