Montenegro

Stand: August 2016

Montenegro hält weiter Kurs auf die Integration in die europäischen Strukturen. Das Land hatte die Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union 2012 aufgenommen. Eine Vielzahl von Verhandlungskapiteln konnte seitdem eröffnet werden. Bereits Ende 2009 hatte die EU im Reiseverkehr die Visa-Pflicht für Bürger Montenegros abgeschafft.

Wirtschaftliche Entwicklung

Die Wirtschaftsleistung Montenegros hat 2015 deutlich stärker als im Jahr zuvor zugelegt. Vor allem dank eines ausgesprochen positiven Wachstums im Tourismus und dem Start mehrerer Investitionsvorhaben ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nach Angaben der EBRD um drei Prozent gewachsen. In diesem Jahr könnte die Wachstumsdynamik sogar noch an Fahrt gewinnen. Während der private Konsum 2016 nur in geringem Ausmaß Konjunkturimpulse beisteuern wird, fallen diese bei den Bruttoanlageinvestitionen deutlich höher aus. So stehen weitere Investitionen im Infrastrukturbereich an. Dazu zählt der Energiesektor, wo 2016 der Startschuss für die Erschließung der Offshore-Vorkommen an Öl und Gas vor der Küste fallen könnte. Hinzu kommen der Ausbau von Verkehrswegen und die Entwicklung der kommunalen Infrastruktur. Um die Attraktivität der Tourismusregion an der Adriaküste zu erhöhen, muss die Infrastruktur ausgebaut werden. Trinkwassernetze, Abwasserkanäle und Kläranlagen stehen ebenso im Zentrum des Interesses wie der Bau von Umgehungsstraßen. Es bleibt abzuwarten, welche politische Entwicklung das Land nehmen wird. Für Herbst 2016 sind Neuwahlen zum Parlament angesetzt.

Wirtschaftsbeziehungen mit Deutschland

Der bilaterale Außenhandel zwischen Deutschland und Montenegro entwickelte sich 2015 rückläufig. Im vergangenen Jahr gaben die deutschen Ausfuhren geringfügig um ein Prozent auf knapp 77 Millionen Euro nach. Die Einfuhren erreichten ein Volumen von rund 20 Millionen Euro – dies war gleichbedeutend mit einem Rückgang von elf Prozent. Aus Deutschland werden vor allem Nahrungsmittel, Kfz und Kfz-Teile sowie Maschinen und Anlagen nachgefragt. Deutschland wiederum bezieht vor allem Kfz und Kfz-Teile, Rohstoffe sowie Eisen und Stahl aus Montenegro. Die wichtigsten Herkunftsländer für die montenegrinischen Importe sind Serbien, Griechenland sowie China. Deutschland steht hier auf Platz sechs. Zu den wichtigsten Abnehmern der Exporte zählen Serbien, Italien und Kroatien und Belarus.

Aktivitäten des Ost-Ausschusses

Im April 2015 lud der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft die Wirtschaftsminister der Region des Westlichen Balkan zu einem Gespräch mit Unternehmensvertretern in Berlin ein. Ziel war es, an die Gespräche anzuknüpfen, die im Rahmen des Westbalkan-Gipfels und der regionalen Wirtschaftskonferenz angestoßen wurden, die der Ost-Ausschuss gemeinsam mit der montenegrinischen Wirtschaftskammer im September 2014 in Budva organisierte. An dem Berliner Treffen nahm der montenegrinischen Minister für Wirtschaft Vladimir Kavaric teil. Am 7. Mai 2015 nutzte der Ost-Ausschuss den Besuch des montenegrinischen Premierministers Milo Djukanovic für ein Unternehmergespräch, um sich über den aktuellen Stand des EU-Beitrittssprozesses sowie anstehende Projekte von Regierung und Unternehmen auszutauschen.

Mit dem Stipendienprogramm der Deutschen Wirtschaft für den Westbalkan bietet der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft jungen Nachwuchskräften aus Montenegro die Möglichkeit, im Rahmen von Berufspraktika in deutschen Unternehmen Erfahrungen zu sammeln. Das Programm ist eine gemein-same Initiative mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Quellen: OWC, EU-Kommission, gtai, Nationales Statistikamt, Statistisches Bundesamt