Montenegro

Stand: Oktober 2015

Montenegro hält weiter Kurs auf die Integration in die europäischen Strukturen. Das Land hatte die Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union 2012 aufgenommen. Eine Vielzahl von Verhandlungskapiteln konnte seitdem eröffnet werden. Bereits Ende 2009 hatte die EU im Reiseverkehr die Visa-Pflicht für Bürger Montenegros abgeschafft.

Wirtschaftliche Entwicklung

Das Wachstum der montenegrinischen Wirtschaft fiel im vergangenen Jahr mit einer Zuwachsrate von 1,5 Prozent bescheidener aus als im Vorjahr. Mehrere Faktoren belasteten die Dynamik, etwa die Auswirkungen des Mai-Hochwassers auf einige Nachbarländer in der Region, Verzögerungen bei wichtigen Investitionsprojekten sowie eine schwächere Nachfrage auf den Auslandsmärkten. Rund 83 Prozent des Warenverkehrs wickelt das Land mit der EU und der CEFTA-Freihandelszone ab. Die EBRD erwartet für 2015 eine Verdoppelung der Wachstumsrate auf drei Prozent, gestützt vom privaten Konsum und den Investitionen in die Infrastruktur. Insbesondere der Tourismussektor wird weiter gezielt ausgebaut, dazu gehören neben Investitionen in Hotels auch Infrastrukturinvestitionen etwa in  den Straßenbau sowie in die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung.

Wirtschaftsbeziehungen mit Deutschland

Im vergangenen Jahr wurden zwischen Deutschland und Montenegro Waren im Wert von knapp 100 Millionen Euro gehandelt, ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr um zehn Prozent. Die deutschen Ausfuhren stiegen um zwei Prozent auf knapp 78 Millionen Euro. Die Einfuhren aus Montenegro hingegen erreichten lediglich ein Volumen von 22 Millionen Euro – ein Rückgang um 37 Prozent. Aus Deutschland werden vor allem Nahrungsmittel, Kfz und Kfz-Teile sowie Maschinen und Anlagen nachgefragt. Deutschland wiederum bezieht vor allem Kfz und Kfz-Teile, Rohstoffe sowie Eisen und Stahl aus Montenegro. Die wichtigsten Herkunftsländer für die Importe sind Serbien, Griechenland sowie China. Zu den wichtigsten Abnehmern montenegrinischer Exporte zählten 2014 Serbien, Italien, Kroatien und Belarus.

Aktivitäten des Ost-Ausschusses

Im April 2015 lud der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft die Wirtschaftsminister der Region des Westlichen Balkan zu einem Gespräch mit Unternehmensvertretern in Berlin ein. Ziel war es, an die Gespräche anzuknüpfen, die im Rahmen des Westbalkan-Gipfels und der regionalen Wirtschaftskonferenz angestoßen wurden, die der Ost-Ausschuss gemeinsam mit der montenegrinischen Wirtschaftskammer im September 2014 in Budva organisierte. An dem Berliner Treffen nahm der montenegrinischen Minister für Wirtschaft Vladimir Kavaric teil. Am 7. Mai 2015 nutzte der Ost-Ausschuss den Besuch des montenegrinischen Premierministers Milo Djikanovic für ein Unternehmergespräch, um sich über den aktuellen Stand des EU-Beitrittssprozesses sowie anstehende Projekte von Regierung und Unternehmen auszutauschen.

Mit dem Stipendienprogramm der Deutschen Wirtschaft für den Westbalkan bietet der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft jungen Nachwuchskräften aus Montenegro die Möglichkeit, im Rahmen von Berufspraktika in deutschen Unternehmen Erfahrungen zu sammeln. Das Programm ist eine gemein-same Initiative mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.