Ost-Ausschuss traf kosovarischen Premierminister

1. Juli 2015

Deutschland ist gefragter Partner/ Ausbau der Verkehrsinfrastruktur hat Priorität

Am 1. Juli 2015 organisierte der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft unter Leitung von Geschäftsführer Rainer Lindner ein Abendessen mit dem kosovarischen Premierminister Isa Mustafa und Unternehmensvertretern. Der Premierminister nutze die Gelegenheit zum Gespräch anlässlich seines Antrittsbesuches bei Bundeskanzlerin Angela Merkel und wurde von Finanzminister Avdullah Hoti sowie Wirtschaftsminister Blerand Stavileci begleitet.

Ost-Ausschuss-Geschäftsführer Lindner verwies auf die sich zusehends positiv entwickelnde bilaterale Wirtschaftszusammenarbeit, auch wenn der bilaterale Warenaustausch sich noch auf einem recht niedrigen Niveau bewege. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes erreichte der Gesamtwert des Warenaustausches 2014 164 Millionen Euro, was einen Zuwachs von rund neun Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bedeutete. Die für die ersten vier Monate 2015 sind ebenfalls erfreulich - mehr als 13 Prozent betrug die Steigerung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Premierminister Mustafa zeigte sich erfreut über das Interesse der deutschen Unternehmen am gemeinsamen Austausch. Prioritär sei der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, der eine Vorbedingung für weitere Investitionen und wirtschaftliche Prosperität sei. Deutschland sei dabei ein gern gesehener Partner. Man schätze im Land die starke Tradition vieler Unternehmen und die Qualität deutscher Produkte. Zugleich gäbe es eine große kosovarische Diaspora in Deutschland, die sich zunehmen im Kosovo engagiert und diese Werte in die Wirtschaft des Landes einfließen lässt. Wichtige Felder der Zusammenarbeit sieht der Premierminister im Energiebereich sowie in den Sektoren IT/Telekommunikation, Tourismus und Landwirtschaft.

Finanzminister Hoti verwies darauf, dass man sich bemühe, eine solide Haushaltsbasis für die weiterer Entwicklung sowie ein attraktives Steuersystem zu schaffen. Mehrere Reformpakete seien in der Planung, die Investitionen im Kosovo zukünftig attraktiver machen sollen. Der Minister für wirtschaftliche Entwicklung Stavileci ergänzte, dass die Fortführung der im Rahmen des Berlin-Prozesses begonnenen Gespräche zu Projekten, die die Interkonnektivität in der Region steigern sollen, von hoher Priorität sei. Hierzu gehörten konkrete Projekte im Bereich Schiene, aber auch Energie – wobei auch das Thema der erneuerbaren Energien noch stärker in den Blick genommen werden soll. Weitere Felder der möglichen Kooperation eröffnen sich auch in den Bereichen Bergbau, Wasser- und Bewässerungstechnik.

Im anschließenden Gespräch tauschten sich die anwesenden Regierungsmitglieder und Unternehmensvertreter über die Erfahrungen ihres Engagements, ihre Interessen sowie die Erwartungen an Verbesserungen der Rahmenbedingungen aus. Man war sich einig, dass Gespräche wie dieses wichtig seien und eine Fortsetzung am besten in Pristina stattfinden sollte.

Anja Quiring
Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft