Rumänien

Stand: Juli 2009.

Wirtschaftliche Entwicklung

Rumänien war bis zum Ausbruch der Wirtschafts- und Finanzkrise eines der Länder mit dem höchsten Wirtschaftswachstum. Im Jahr 2008 erreichte es noch einmal 7,1 Prozent. Die schnelle Entwicklung Rumäniens war in den vergangenen Jahren unter anderem auf ausländische Direktinvestitionen infolge des EU-Beitritts 2007 zurückzuführen. Etwa die Hälfte dieser Mittel floss in den Real Estate Sektor, so dass die Immobilienpreise explodiert sind. Der Bereich Infrastruktur profitierte ebenfalls. Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat Rumänien spät, dafür aber umso stärker getroffen. Dies betrifft vor allem jene Sektoren, die stark exportorientiert sind und die große internationale Investitionen erfahren haben (Kfz-Sektor, der Bausektor, die Stahl- sowie die IT-Branche).

In den letzten Jahren wurde die rumänische Wirtschaft stark von der explodierenden Binnennachfrage getragen. Die erhöhte Konsum- und Investitionsfreude (niedrige Arbeitslosigkeit in den Ballungsgebieten, Hoffnung auf eine deutliche Verbesserung der Einkommen, hoher Nachholbedarf) erfolgte in großer Zahl anhand von Fremdwährungskrediten, die sich durch den starken Wertverlust der einheimischen Währung zu einem der großen Probleme der rumänischen Wirtschaft entwickelt haben. Das hohe Leistungsbilanzdefizit von 14 Prozent macht die rumänische Volkswirtschaft besonders anfällig. Zudem müssen sich die Banken zu hohen Kosten am Interbankenmarkt refinanzieren. Mit einem Kredit von IWF, EU, Weltbank und Osteuropabank in Höhe von 20 Milliarden Euro gelang es im Frühjahr, Rumänien zu stabilisieren. Zwei Drittel des Kredites sollten zur Stärkung der Währungsreserven an die Zentralbank Rumäniens gehen, die übrigen Mittel sollten zur Stabilisierung des Finanzsektors eingesetzt werden.

Im Jahr 2008 stiegen die deutschen Exporte nach Rumänien um 16 Prozent auf 8,7 Milliarden Euro, die Importe wuchsen um 18,6 Prozent auf nun 4,7 Milliarden Euro.

Aktivitäten des Ost-Ausschusses

Der Ost-Ausschuss veranstaltete im Rahmen der HANNOVER MESSE gemeinsam mit der GTZ, der Allianz der Rumänischen Arbeitgeberverbände und anderen Partnern am 22. April 2009 den Wirtschaftstag Rumänien. Unter dem Titel „Rumänien – Ihr zuverlässiger Handelspartner“ gaben zahlreiche Referenten den Teilnehmern einen Überblick über den Standort Rumänien und die aktuellen Herausforderungen des Landes.
 

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Statistik

Präsident: Traian Basescu
Regierungschef: Emil Boc
Hauptstadt: Bukarest

Bevölkerung, 2009: 21,5 Mio.
BIP, 2009: 117,02 Mrd. Euro
BIP pro Kopf (KKP), 2009: 5.478 Euro
BIP-Wachstum, 2009: -7,1 %

Bilateraler Handel mit Deutschland:
Importe aus RO, 2009: 5,3 Mrd. Euro
Exporte nach RO, 2009: 6,7 Mrd. Euro

Quellen:
Auswärtiges Amt, CIA World Fact Book, Statistisches Bundesamt.

BIP: Bruttoinlandsprodukt
KKP: Kaufkraftparität 

Artikel

Edwin Eichler: Bulgarien und Rumänien im Strudel der Krise

Alina Müller: Agrarwirtschaft in Zeiten des Übergangs