Rumänien

Stand: August 2016

Rumänien ist seit 2007 Mitglied der Europäischen Union (EU) und mit knapp 20 Millionen Einwohnern der siebtgrößte Mitgliedstaat der Union.

Wirtschaftliche Entwicklung

Rumäniens Wirtschaft setzte 2015 ihren guten Lauf fort und wuchs bereits das fünfte Jahr in Folge. Der Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts (BIP) lag bei 3,8 Prozent. Der private Verbrauch gehört neben den Investitionen zu den wichtigsten Stützen der Konjunktur. Starke Impulse kommen von den häufig EU-geförderten Investitionen. Rumänien kann in der aktuellen Förderperiode bis 2020 nahezu 43 Milliarden Euro abrufen. Gedämpft wurde die Dynamik im Jahresverlauf vom Außenhandel. Mit einem erwarteten Wachstum von vier Prozent wird Rumäniens Wirtschaft auch 2016 zu den wachstumsstärksten in der EU gehören. Industrieproduktion und Inlandsverbrauch legen weiter zu, auch dank der Anfang 2016 gesenkten Mehrwertsteuer. Die Arbeitslosigkeit ist rückläufig, die Reallöhne dürften weiter steigen. Eine hohe Nachfrage nach Investitionsgütern kommt vor allem aus dem Fahrzeugbau, der Automotive-, der Nahrungsmittel- und der Papierindustrie. Stetig steigt auch der Anteil des IT-Sektors an der Wertschöpfung und der Beschäftigung.

Die politische Minikrise, die im Herbst 2015 auf den durch öffentliche Proteste erzwungenen Rücktritt von Premier Victor Ponta und seinem Kabinett folgte, konnte kurzfristig gelöst werden. Eine sogenannte „Technokraten-Regierung“ unter Führung des früheren EU-Agrarkommissars Dacian Ciolos führt die Regierungsgeschäfte bis zur Neuwahl Ende 2016.

Wirtschaftsbeziehungen mit Deutschland

Der bilaterale Warenaustausch mit Deutschland hat mit 22,9 Milliarden Euro 2015 einmal mehr einen neuen Rekord erreicht. Dies bedeutete eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um mehr als neun Prozent. Deutschland ist Handelspartner Nummer eins und hat 2015 Waren im Wert von 12,2 Milliarden Euro nach Rumänien geliefert, ein Plus von 14 Prozent. Deutlich mehr als die Hälfte davon sind Kfz und Kfz-Teile, Maschien, chemische Erzegnisse und Elektrotechnik. Aus Rumänien werden vor allem Elektrotechnik, Kfz- und Kfz-Teile sowie Maschinen bezogen. Deutschland gehört zudem nach den Niederlanden und Österreich zu den wichtigsten Investoren in Rumänien. Bis Ende 2014 haben deutsche Unternehmen dort 7,2 Milliarden Euro investiert.

Aktivitäten des Ost-Ausschusses

Am 14. Dezember 2015 trafen der rumänischen Wirtschaftsminister Costin Borc und Abteilungsleiterin Claudia Dörr-Voss für das Bundeswirtschaftsministerium zum Deutsch-Rumänischen Wirtschaftsgespräch zusammen, das in Vorbereitung und Durchführung intensiv vom Ost-Ausschuss begleitet wurde und Unternehmensvertretern die Chance bot, aktuelle Themen der bilateralen Wirtschaftskooperation direkt anzusprechen.

Quellen: OWC, EU-Kommission, EBRD, Statistisches Bundesamt