Rumänien
Stand: Januar 2011
Wirtschaftliche Entwicklung
Rumänien war bis zum Ausbruch der Wirtschafts- und Finanzkrise eines der Länder mit dem höchsten Wirtschaftswachstum. Im Jahr 2008 erreichte es noch einmal 7,1 Prozent. Die schnelle Entwicklung Rumäniens war in den vergangenen Jahren unter anderem auf ausländische Direktinvestitionen infolge des EU-Beitritts 2007 zurückzuführen. Etwa die Hälfte dieser Mittel floss in den Real Estate Sektor, so dass die Immobilienpreise explodiert sind. Der Bereich Infrastruktur profitierte ebenfalls. Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat Rumänien spät, dafür aber umso stärker getroffen. Dies betrifft vor allem jene Sektoren, die stark exportorientiert sind und die große internationale Investitionen erfahren haben (Kfz-Sektor, der Bausektor, die Stahl- sowie die IT-Branche). Im Jahr 2009 schrumpfte daher das Bruttoinlandsprodukt um 7,1 Prozent. Auch 2010 steckte Rumänien noch in der Rezession.
In den letzten Jahren wurde die rumänische Wirtschaft stark von der explodierenden Binnennachfrage getragen. Die erhöhte Konsum- und Investitionsfreude (niedrige Arbeitslosigkeit in den Ballungsgebieten, Hoffnung auf eine deutliche Verbesserung der Einkommen, hoher Nachholbedarf) erfolgte in großer Zahl anhand von Fremdwährungskrediten, die sich durch den starken Wertverlust der einheimischen Währung zu einem der großen Probleme der rumänischen Wirtschaft entwickelt haben. Das hohe Leistungsbilanzdefizit von 14 Prozent macht die rumänische Volkswirtschaft besonders anfällig. Zudem müssen sich die Banken zu hohen Kosten am Interbankenmarkt refinanzieren. Mit einem Kredit von IWF, EU, Weltbank und Osteuropabank in Höhe von 20 Milliarden Euro gelang es im Frühjahr 2009 Rumänien zu stabilisieren. Im Februar 2011 wurde dann von IWF und EU eine weitere Kreditlinie in Höhe von fünf Milliarden Euro gewährt, die aber nur im Notfall abgerufen werden soll.
Positiv entwickelte sich zuletzt wieder der Handel zwischen Deutschland und Rumänien. Nach einem Rückgang des Handelsvolumens 2009 von minus 11 Prozent stieg im Zeitraum Januar bis Oktober 2010 das Handelsvolumen um über 16 Prozent auf 11,5 Milliarden Euro, wobei sich Export und Import knapp die Waage halten.
Aktivitäten des Ost-Ausschusses
Der Ost-Ausschuss verfolgt ein Wirtschaftskooperationsprojekt zur „Förderung der deutsch-bulgarischen und deutsch-rumänischen Geschäftsbeziehungen im Bereich Agrar- und Ernährungswirtschaft". In diesem Rahmen wurde zum Beispiel auf der Grünen Woche 2010 in Berlin eine Veranstaltung mit dem rumänischen Landwirtschaftsminister durchgeführt.
Auf der HANNOVER MESSE 2009 fand in Zusammenarbeit mit der GTZ, der Allianz der Rumänischen Arbeitgeberverbände und anderen Partnern ein Wirtschaftstag Rumänien statt. Unter dem Titel „Rumänien – Ihr zuverlässiger Handelspartner“ gaben zahlreiche Referenten den Teilnehmern einen Überblick über den Standort Rumänien und die aktuellen Herausforderungen des Landes.
Für den 22. September 2011 plant der Ost-Ausschuss in München die nächste Deutsch-Rumänische Mittelstandskonferenz.

Statistik
Präsident: Traian Basescu
Regierungschef: Emil Boc
Hauptstadt: Bukarest
Bevölkerung, 2009: 21,4 Mio.
Nominales BIP, 2009: 115,02 Mrd. Euro
BIP pro Kopf, 2009: 5.381 Euro
BIP-Wachstum, 2010: -1,9 %
BIP-Wachstum, 2011: 1,1 %
Bilateraler Handel mit Deutschland:
Importe aus RO, 2009: 5,3 Mrd. Euro
Exporte nach RO, 2009: 6,7 Mrd. Euro
Quellen:
Auswärtiges Amt, CIA World Fact Book, Statistisches Bundesamt, EBRD.
BIP: Bruttoinlandsprodukt


