Serbien

Stand: Juli 2013

Wirtschaftliche Entwicklung

Auch Serbien wurde nach Jahren deutlichen Wirtschaftswachstums von der internationalen Wirtschafts- und Finanzkrise getroffen. Nachdem 2008 die Wirtschaft noch um 5,1 Prozent wuchs, wurde 2009 ein Rückgang der Wirtschaftsleistung um 3,5 Prozent verzeichnet. Hauptursachen für das Schrumpfen der Wirtschaft waren der starke Rückgang der Konsumnachfrage und der Kreditvergabe sowie der Einbruch der ausländischen Direktinvestitionen. Die Entwertung der Nationalwährung verstärkte die Krise zusätzlich und brachte Konsumenten in Bedrängnis, die Kredite in Fremdwährungen wie dem Euro oder dem Schweizer Franken abgeschlossen hatten. Für Entlastung sorgte ein Standby-Kredit des IWF in Höhe von drei Milliarden Euro. Dieser wurde an Kürzungen bei den öffentlichen Ausgaben, insbesondere an Gehaltskürzungen bei Staatsbeamten und an Rentenkürzungen, gebunden. 2010 wuchs die serbische Wirtschaft moderat um 1,5 Prozent und 2011 um 1,6 Prozent. Im Jahr 2012 wurde jedoch erneut ein Rückgang um 1,7 Prozent verzeichnet. Die Prognosen für 2013 gehen von einem Wachstum von ein Prozent aus.

Serbien gehört weiterhin zu den Ländern, die in besonders hohes Handelsdefizit ausweisen. Im Jahr 2012 standen Exporten in Höhe von 8,8 Milliarden Dollar Importe in Höhe von 14,8 Milliarden Euro gegenüber.

Besondere Anreize für ausländische Investoren gehen von der ungewöhnlich niedrigen Körperschaftssteuer von zehn Prozent aus. Die neue Regierung widmete ihre ersten Maßnahmen der Entlastung der Unternehmen, um die Attraktivität des Investitionsstandorts weiter zu steigern. Serbien ist mit einer potenziellen Anbaufläche von fünf Millionen Hektar ein interessantes Agrarland. Die Agrar- und Ernährungswirtschaft trägt folgerichtig mit über zehn Prozent einen bedeutenden Anteil zum Bruttoinlandsprodukt bei. Weitere bedeutende Exportgüter sind Eisen und Stahl sowie Textilien und Gummiprodukte.

Zuletzt gelangen Serbien einige Fortschritte auf dem Weg zu einer stärkeren Integration in die europäische Wirtschaft: Seit Ende Dezember 2009 können serbische Bürger ohne Visum in den Schengenraum reisen. Die neue Regierung setzte sich als vorrangiges Ziel die Fortsetzung des Kurses der EU-Integration. Insbesondere wurde der Dialog mit der kosovarischen Regierung in Prishtina forciert, um eine Vereinbarung zur zukünftigen Zusammenarbeit voranzutreiben und damit die Vorbedingungen der Europäischen Kommission für die Aufnahme der Beitrittsverhandlungen Anfang 2014 zu erfüllen.

Wirtschaftsbeziehungen mit Deutschland

Der bilaterale Warenaustausch mit Serbien erreichte 2012 ein Gesamtvolumen von 2,5 Milliarden Euro und wuchs im Vergleich zum Vorjahr um fast sechs Prozent.  Die deutschen Exporte kletterten um 3,8 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. Sie bestanden aus Maschinen, elektrotechnischen Erzeugnissen, Kraftwagen und Kraftwagenteilen sowie chemischen Erzeugnissen. Nach Russland ist die Bundesrepublik zweitwichtigstes Lieferland. Die deutschen

Die deutschen Importe aus Serbien legten mit einem Plus von neun Prozent auf nun 977 Millionen Euro stark zu und machten aus Deutschland den bedeutendsten Abnehmer serbischer Waren noch vor Bosnien-Herzegowina und Italien. Hauptimportgüter aus Serbien sind Maschinen, Nahrungsmittel und Elektrotechnik. Serbien ist Mitglied der mitteleuropäischen Freihandelszone CEFTA, die sieben Länder umfasst. Außerdem hat das Land unter anderem ein Freihandelsabkommen mit Russland.

Aktivitäten des Ost-Ausschusses

Am 24. Oktober 2011 reiste der Ost-Ausschuss-Vorsitzende Eckhard Cordes zu Wirtschaftsgesprächen in die serbische Hauptstadt Belgrad und traf dort unter anderem den damaligen serbischen Präsidenten Boris Tadic sowie Regierungsvertreter.

Der nach mehrjähriger Pause Anfang 2011 wiederaufgenommene institutionelle Dialog im Rahmen des Kooperationsrates unter Federführung der Wirtschaftsministerien der Länder konnte auch 2012 und 2013 fortgesetzt werden. Zuletzt traf der Deutsch-Serbische Kooperationsrat im Juni 2013 zusammen.

Am 24. April 2012 realisierte der Ost-Ausschuss in Zusammenarbeit mit der Serbischen Investitionsförderagentur (SIEPA) und der Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH ein Ergebnis der Gespräche des Kooperationsrates und veranstaltet den Deutsch-Serbischen Wirtschaftstag im Rahmen der Hannover Messe.