Impressum

Serbien

Stand: März 2013

Wirtschaftliche Entwicklung

Auch Serbien wurde nach Jahren deutlichen Wirtschaftswachstums von der internationalen Wirtschafts- und Finanzkrise getroffen. Nachdem 2008 die Wirtschaft noch um 5,1 Prozent wuchs, wurde 2009 ein Rückgang der Wirtschaftsleistung um 3,5 Prozent verzeichnet. Hauptursachen für das Schrumpfen der Wirtschaft waren der starke Rückgang der Konsumnachfrage und der Kreditvergabe sowie der Einbruch der ausländischen Direktinvestitionen. Die Entwertung der Nationalwährung verstärkte die Krise zusätzlich und brachte Konsumenten in Bedrängnis, die Kredite in Fremdwährungen wie dem Euro oder dem Schweizer Franken abgeschlossen hatten. Für Entlastung sorgte ein Standby-Kredit des IWF in Höhe von drei Milliarden Euro. Dieser wurde an Kürzungen bei den öffentlichen Ausgaben, insbesondere an Gehaltskürzungen bei Staatsbeamten und an Rentenkürzungen, gebunden. 2010 wuchs die serbische Wirtschaft moderat um zwei Prozent.

Serbien gehört weiterhin zu den Ländern, die in besonders hohes Handelsdefizit ausweisen. Im Jahr 2009 standen Exporten in Höhe von 5,9 Milliarden Euro Importe in Höhe von 11,1 Milliarden Euro gegenüber. Deutschland ist noch vor Russland und Italien der wichtigste Handelspartner. Serbien ist Mitglied der mitteleuropäischen Freihandelszone CEFTA, die zehn Länder umfasst. Außerdem hat das Land ein Freihandelsabkommen mit Russland.

Besondere Anreize für ausländische Investoren gehen von der ungewöhnlich niedrigen Körperschaftssteuer von zehn Prozent aus. Serbien ist mit einer potenziellen Anbaufläche von fünf Millionen Hektar ein interessantes Agrarland. Die Agrar- und Ernährungswirtschaftträgt folgerichtig mit über zehn Prozent einen bedeutenden Anteil zum Bruttoinlandsprodukt bei. Weitere bedeutende Exportgüter sind Eisen und Stahl sowie Textilien und Gummiprodukte. 

Zuletzt gelangen Serbien einige Fortschritte auf dem Weg zu einer stärkeren Integration in die europäische Wirtschaft: Seit Ende Dezember 2009 können serbische Bürger ohne Visum in den Schengenraum reisen. Parallel dazu stellte Serbien einen Antrag auf Aufnahme in die EU. Seit März 2012 ist das Land offiziell als Beitrittskandidat anerkannt und bezieht Vorbeitrittshilfen aus Brüssel. Bereits 2008 wurde ein Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen zwischen der EU und Serbien unterzeichnet, der Rafitizierungsprozess dazu läuft aber noch. 

Aktivitäten des Ost-Ausschusses

Am 24. Oktober 2011 reiste der Ost-Ausschuss-Vorsitzende Eckhard Cordes zu Wirtschaftsgesprächen in die serbische Hauptstadt Belgrad und traf dort unter anderem den damaligen serbischen Präsidenten Boris Tadic sowie Regierungsvertreter. Bei den Gesprächen, an denen auch der Sprecher des Arbeitskreises Südosteuropa im Ost-Ausschuss Jens-Jürgen Böckel (Tengelmann Group) und Ost-Ausschuss-Geschäftsführer Rainer Lindner teilnahmen, ging es um Investitionsmöglichkeiten für deutsche Unternehmen und um die serbischen Bemühungen für eine weitere Annäherung an die Europäische Union. Mit der Verleihung des Beitrittskandidatenstatus an Serbien am 1. März 2012 hat die serbische Regierung einen wichtigen Meilenstein der europäischen Integration erreicht. Diese Situation kann die Basis für eine neue Dynamik in der bilateralen Wirtschaftszusammenarbeit sein, wenn die im Zuge der Parlamentswahlen vom 6. Mai 2012 zu bildende Regierung den Weg der Annäherung an die EU konsequent fortsetzt.

Der nach mehrjähriger Pause Anfang 2011 wiederaufgenommene institutionelle Dialog im Rahmen des Kooperationsrates unter Federführung der Wirtschaftsministerien der Länder konnte fortgesetzt werden. So trafen die Vertreter der Ministerien sowie des Ost-Ausschusses begleitet durch die Leiter der Arbeitsgruppen des Kooperationsrates im Juni 2011 zu einer mid term review zusammen, um die aktuellen Ergebnisse zu besprechen und die anstehenden Themen zu definieren. Bereits am 7. Dezember 2011 kam der Deutsch-Serbische Kooperationsrat erneut unter Leitung des serbischen Wirtschaftsministers und Staatssekretär Kapferer zusammen. Im Vorfeld dieses Treffens organisierte der Ost-Ausschuss gemeinsam mit der Deutschen Bank das Deutsch-Serbischen Wirtschaftsforum unter dem Titel „Kursziel EU – die deutsch-serbischen Wirtschaftsbeziehungen“.
Am 24. April 2012 realisierte der Ost-Ausschuss in Zusammenarbeit mit der Serbischen Investitionsförderagentur (SIEPA) und der Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH ein Ergebnis der Gespräche des Kooperationsrates und veranstaltet den Deutsch-Serbischen Wirtschaftstag im Rahmen der Hannover Messe.
 

 

 

DruckversionDruckversion

Statistik

Präsident: Tomislav Nikolić
Regierungschef: Ivica Dačić
Hauptstadt: Belgrad

Bevölkerung, 2012: 7,6 Mio.
Nominales BIP, 2012: 37,2 Mrd. US$ (Schätzung)
Nominales BIP, 2013: 38,6 Mrd. US$ (Prognose)

BIP pro Kopf, 2011: 4.543 Euro
BIP-Wachstum, 2010: 2,0 % (Schätzung)
BIP-Wachstum, 2011: 3,0 % (Prognose)
 

Bilateraler Handel mit Deutschland:
Importe aus SRB, 2012: 0,98 Mrd.  Euro
Exporte nach SRB, 2012: 1,52 Mrd. Euro

Quellen:
Auswärtiges Amt, CIA World Fact Book, Statistisches Bundesamt, EBRD.

BIP: Bruttoinlandsprodukt
 

Downloads