Serbien

Stand: Oktober 2015

Serbien machte zuletzt Fortschritte auf dem Weg zu einer stärkeren Integration in die europäische Wirtschaft: Im März 2012 wurde das Land EU-Beitrittskandidat, im Januar 2014 wurden die Beitrittsverhandlungen mit der EU aufgenommen. Serbien ist Mitglied der mitteleuropäischen Freihandelszone CEFTA, die sieben Länder umfasst. Außerdem hat das Land unter anderem ein Freihandelsabkommen mit Russland.

Wirtschaftliche Entwicklung

Nach dem erfolgreichen Jahr 2013 mit einem Zuwachs des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 2,6 Prozent musste Serbien 2014 einen neuerlichen Konjunkturknick hinnehmen - nicht zuletzt aufgrund der Flutkatastrophe im Mai 2014, die erhebliche Schäden angerichtet hat. Das BIP schrumpfte 2014 um 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Nachhaltige Wachstumsimpulse vom privaten Konsum dürften aufgrund der schrumpfenden Kaufkraft weiterhin ausbleiben. Seit November 2014 greifen Sparmaßnahmen der Regierung, die mit Gehalts- und Rentenkürzungen verbunden sind. Dazu kommt der stotternde Exportmotor. Auch im Jahr 2015 scheint eine Rückkehr zum Wachstum daher unsicher zu sein. Im ersten Quartal 2015 ging die Wirtschaftsleistung nach Angaben der amtlichen Statistik um 1,9 Prozent zurück. Die ersten Erfolge bei der Haushaltskonsolidierung und der günstige Ölpreis könnten aber eine Trendwende einleiten. Prognosen der EBRD sehen ein zaghaftes Wachstum von 0,3 Prozent für 2015 und eine weitere Erholung 2016 voraus.

Wirtschaftsbeziehungen mit Deutschland

Der bilaterale Warenaustausch mit Serbien erreichte 2014 ein Gesamtvolumen von 2,9 Milliarden Euro und legte damit trotz des serbischen Konjunkturknicks im Vergleich zum Vorjahr um 5,4 Prozent zu. Die deutschen Ausfuhren stiegen um 7,4 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. Sie bestanden vorwiegend aus Maschinen, elektrotechnischen Erzeugnissen, Kraftwagen und Kraftwagenteilen sowie Chemieprodukten. Deutschland war im Vorjahr vor Russland und Italien wichtigstes Lieferland Serbiens. Die deutschen Einfuhren von dort - vor allem Elektrotechnik, Maschinen und Nahrungsmittel-  kletterten um 2,9 Prozent auf knapp 1,3 Milliarden Euro. Deutschland war damit nach Italien die zweitwichtigste Exportdestination des Balkanstaats.

Aktivitäten des Ost-Ausschusses

In zahlreichen Gesprächen, wie etwa am 12. Juni 2014 mit Premierminister Aleksandar Vucic in Berlin, und beim Besuch einer Ost-Ausschuss-Delegation im Vorfeld der Reise von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel im November 2014, an der auch der Vorsitzende des Ost-Ausschusses Eckhard Cordes teilnahm, nutzten die Unternehmen die Chance, aktuelle Projekte und Herausforderungen anzusprechen und neue Projekte vorzustellen. Auch mit Serbien gibt es einen Kooperationsrat, der unter Leitung des Bundeswirtschaftsministeriums und der serbischen Ministeriums für Außenhandel und Telekommunikation tagt. In geübter Praxis brachte sich der Ost-Ausschuss aktiv in die Vorbereitung der Sitzung ein, die im Rahmen des Besuchs von Bundesminister Gabriel abgehalten wurde.

Im April 2015 lud der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft die Wirtschaftsminister des Westlichen Balkan, darunter den serbischen Wirtschaftsminister Zeljko Sertic, zu einem Gespräch mit Unternehmensvertretern in Berlin ein. Ziel war es, an die Gespräche anzuknüpfen, die im Rahmen des Westbalkan-Gipfels und der regionalen Wirtschaftskonferenz angestoßen wurden, die der Ost-Ausschuss gemeinsam mit der montenegrinischen Wirtschaftskammer im September 2014 in Budva organisierte.

Im Mai 2015 reiste der Bundesminister für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit Gerd Müller in Begleitung einer Wirtschaftsdelegation, an der auch der Ost-Ausschuss teilnahm, zu Gesprächen nach Prishtina und Belgrad.  In Belgrad nutzte Bundesminister Müller seinen Aufenthalt für ein Gespräch mit ehemaligen Stipendiaten des Zoran-Djindjic-Stipendienprogramms der Deutschen Wirtschaft für den Westbalkan, bevor er gemeinsam mit der Vorsitzenden der Zoran Djindjic Stiftung Ruzica Djindjic und dem Geschäftsführer des Ost-Ausschusses Rainer Lindner den aktuellen serbischen Jahrgang des Programms begrüßte, der im Juni 2015 seine Praktika in Deutschland aufnahm.