Serbien

Stand: August 2016

Serbien machte zuletzt Fortschritte auf dem Weg zu einer stärkeren Integration in die europäische Wirtschaft: Im März 2012 wurde das Land EU-Beitrittskandidat, im Januar 2014 wurden die Beitrittsverhandlungen mit der EU aufgenommen. Serbien ist Mitglied der mitteleuropäischen Freihandelszone CEFTA, die sieben Länder umfasst. Außerdem hat das Land unter anderem ein Freihandelsabkommen mit Russland.

Wirtschaftliche Entwicklung

Serbiens Wirtschaft ist es im vergangenen Jahr gelungen, auf den Wachstumspfad zurückzukehren. Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) notiert für 2015 ein zurückhaltendes Wachstum von 0,7 Prozent und prognostiziert für 2016 einen BIP-Zuwachs von 1,8 Prozent. Die private Nachfrage entwickelt sich wegen der weiterhin hohen Arbeitslosigkeit und der im Rahmen eines Sparpakets verordneten Stellen- und Gehaltskürzungen im öffentlichen Sektor weiter gedämpft. Die Kürzungen gehören zu den Verpflichtungen, die Serbien im Zuge des Ende 2014 mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) vereinbarten Kreditabkommens eingegangen ist. Während sich die Inlandsnachfrage schwertut, hat sich der serbische Außenhandel positiv entwickelt. Die gegenüber dem Vorjahr wieder deutlich gestiegenen Warenausfuhren lieferten neben den Investitionen die wichtigsten Impulse für das Wiederanspringen der serbischen Konjunktur. Die industrielle Produktion konnte zuletzt wieder zulegen. Vor allem der Energiebereich überzeugte mit einem deutlichen Zuwachs, aber auch das verarbeitende Gewerbe und der Bergbau lagen im Plus.

Der serbische Regierungschef Aleksandar Vućić konnte mit seiner Fortschrittspartei SNS die vorgezogenen Parlamentswahlen im April 2016 klar für sich entscheiden. Die Regierung hat am Kurs der Haushaltskonsolidierung festgehalten und wichtige Reformen vorangetrieben.

Wirtschaftsbeziehungen mit Deutschland

Die deutschen Ausfuhren nach Serbien stiegen im letzten Jahr um 16 Prozent auf fast zwei Milliarden Euro. Die deutschen Importe legten um 13 Prozent auf über 1,4 Milliarden Euro zu. Geliefert werden an erster Stelle Maschinen, chemische Erzeugnisse sowie Kraftfahrzeuge und Kfz-Teile. Aus Serbien importiert werden vor allem Maschinen, Elektrotechnik und Nahrungsmittel. Deutschland war das wichtigste Lieferland und nach Italien die zweitwichtigste Exportdestination des Balkanstaats.

Aktivitäten des Ost-Ausschusses

Im April 2015 lud der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft die Wirtschaftsminister des Westlichen Balkan, darunter den serbischen Wirtschaftsminister Zeljko Sertic, zu einem Gespräch mit Unternehmensvertretern in Berlin ein. Ziel war es, an die Gespräche anzuknüpfen, die im Rahmen des Westbalkan-Gipfels und der regionalen Wirtschaftskonferenz angestoßen wurden, die der Ost-Ausschuss gemeinsam mit der montenegrinischen Wirtschaftskammer im September 2014 in Budva organisierte. Im Mai 2015 reiste der Bundesminister für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit Gerd Müller in Begleitung einer Wirtschaftsdelegation, an der auch der Ost-Ausschuss teilnahm, zu Gesprächen nach Prishtina und Belgrad.  In Belgrad nutzte Bundesminister Müller seinen Aufenthalt für ein Gespräch mit ehemaligen Stipendiaten des Zoran-Djindjic-Stipendienprogramms der Deutschen Wirtschaft für den Westbalkan.

In zahlreichen Formaten, wie etwa der Mid-term Review des Deutsch-Serbischen Kooperationsrates am 15. Dezember 2015, hat der Ost-Ausschuss den Kontakt zu den relevanten Akteuren in Wirtschaft und Politik gepflegt und Unternehmensthemen eingebracht. Ein wichtiger Meilenstein für die weitere Kooperation mit Serbien ist der Abschluss des Gründungsprozesses der Deutsch-Serbischen Wirtschaftskammer am 14. April 2016, die der Ost-Ausschuss ausdrücklich begrüßt.