Serbien
Stand: Juli 2009
Wirtschaftliche Entwicklung
Auch Serbien wurde nach Jahren deutlichen Wirtschaftswachstums im Herbst 2008 stark von der internationalen Wirtschafts- und Finanzkrise getroffen. Allein im Januar 2009 wurde ein Rückgang der Industrieproduktion um 17,1 Prozent und ein Inflationswachstum von 10,7 Prozent auf Jahresbasis verzeichnet. Hauptursachen für das schwache Wirtschaftswachstum waren der starke Rückgang der Konsumnachfrage und der Kreditvergabe sowie der Einbruch der ausländischen Direktinvestitionen. Die Entwertung der Nationalwährung verstärkte die Krise zusätzlich und brachte Konsumenten in Bedrängnis, die Kredite in Fremdwährungen wie dem Euro oder dem Schweizer Franken abgeschlossen hatten. Das Handelsbilanzdefizit des Landes erreichte 2008 8,2 Milliarden Euro und lag damit 15 Prozent über dem Vorjahreswert. Für Entlastung sorgte ein Standby-Kredit des IWF in Höhe von drei Milliarden Euro. Dieser ist an Kürzungen bei den öffentlichen Ausgaben, insbesondere an Gehaltskürzungen bei Staatsbeamten und an Rentenkürzungen, gebunden. Die EU bewilligte Serbien eine Vorbeitrittshilfe in Höhe von 168 Millionen Euro.
Deutschland erreichte 2008 einen Anstieg der Exporte nach Serbien um 19 Prozent auf 1,7 Millionen Euro, die Einfuhren stiegen um 17 Prozent auf 765 Millionen Euro.
Aktivitäten des Ost-Ausschusses
Im Januar 2010 fand eine Delegationsreise des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft nach Belgrad statt. Mit 20 beteiligten Unternehmen war es eine der größten deutschen Wirtschaftsdelegationen seit der Unabhängigkeit Serbiens. Unter anderem standen Gespräche mit dem serbischen Präsidenten Boris Tadic und dem Ministerpräsidenten Mirko Cvetkovic auf dem Programm.
Bereits im Jahr 2003 initiierte der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft gemeinsam mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung im Gedenken an den früheren serbischen Ministerpräsidenten Zoran Djindjic das Stipendienprogramms der Deutschen Wirtschaft, mit dessen Unterstützung seitdem 150 serbische Studierende und junge Graduierte ein Praktikum in führenden Unternehmen in Deutschland absolviert haben. Seit dem Jahr 2007 wurde das Zoran-Djindjic-Stipendienprogramm auf alle Länder des westlichen Balkans ausgedehnt. Am 15. September 2008 fand anlässlich des Besuches des serbischen Vizepremierministers Mladjan Dinkic ein Abendessen mit Vertretern der deutschen Wirtschaft statt. Als Gastgeber hatte Bodo Hombach, Mitglied des Vorstandes des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, in Serbien aktive Unternehmen eingeladen, gemeinsam mit Dinkic aktuelle Probleme und Perspektiven der deutsch-serbischen Wirtschaftsbeziehungen zu erörtern.
Auf Einladung des serbischen Präsidenten Boris Tadic reiste am 25. Januar 2010 eine hochrangige Wirtschaftsdelegation unter der Leitung des Ost-Ausschuss-Vorsitzenden Klaus Mangold in die serbische Hauptstadt.

Statistik
Präsident: Boris Tadić
Regierungschef: Mirko Cvetković
Hauptstadt: Belgrad
Bevölkerung, 2009: 7,4 Mio.
BIP, 2008: 52,2 Mrd. Euro
BIP pro Kopf (KKP), 2008: 10.900 USD
BIP-Wachstum, 2008: 5,6%
Bilateraler Handel mit Deutschland:
Importe aus SRB, 2009: 586,8 Mio. Euro
Exporte nach SRB, 2009: 1,2 Mrd. Euro
Quellen:
Auswärtiges Amt, CIA World Fact Book, Statistisches Bundesamt.
BIP: Bruttoinlandsprodukt
KKP: Kaufkraftparität

