Technologie trifft Fortschritt

24. April 2012

Deutsch-Serbischer Wirtschaftstag im Rahmen der HANNOVER MESSE 2012

Über 100 Teilnehmer versammelten sich am 24. April 2012 anlässlich der HANNOVER MESSE zum Deutsch-Serbischen Wirtschaft stag, der vom Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft gemeinsam mit der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) und der serbischen Investitionsförderagentur SIEPA organisiert wurde.

Bei der Eröffnung der Veranstaltung zog der Vorsitzende des Vorstandes der Deutschen Messe AG, Wolfram von Fritsch, Parallelen zwischen China, dem diesjährigen Partnerland der HANNOVER MESSE, und Serbien. Vor 25 Jahren hätte sich China mit 20 Unternehmen in Hannover präsentiert und sei in diesem Jahr mit über 500 auf der Messe präsent. Serbien sei in diesem Jahr mit rund 20 Unternehmen dabei und man hoffe, dass es nicht erst 25 Jahre dauern wird, bis Serbien sich mit 500 Unternehmen in Hannover präsentiere. 

Der niedersächsische Ministerpräsident David McAllister begrüßte in seiner Ansprache die Entscheidung Serbiens, sich in der Landeshauptstadt zu präsentieren. Damit habe man sich für die bestmögliche Bühne entschieden. In seiner Keynote betonte der Ost-Ausschuss-Vorsitzende Eckhard Cordes das gemeinsame Ziel der Stärkung der deutsch serbischen Beziehungen. Dabei stehe insbesondere der Mittelstand im Fokus. Bereits jetzt seien positive Tendenzen in der Wirtschaftsentwicklung erkennbar, insbesondere die Automobilindustrie entwickle sich rasant. Sorgen bereite dagegen der Finanzsektor, dessen weitere Entwicklung insbesondere von der Eurokrise abhängig sei. Dennoch seien die deutschen Unternehmen zufrieden mir der Wirtschaftsentwicklung. Über 90 Prozent würden laut der letzten Umfrage der Deutsch-Serbischen Wirtschaftsvereinigung noch einmal im Land investieren.

Probleme gäbe es aber noch mit Korruption, Rechtsunsicherheit und den überbordenden Verwaltungsstrukturen. Diese Herausforderungen gehe die serbische Regierung aktiv an, betonte der serbische Wirtschaftsminister Nebojsa Ciric in seine Rede. Erstmals seit dem Jahr 2005 sei Serbien wieder in Hannover vertreten, ein Zeichen dafür, dass die Krise und Transformation überwunden seien. Die deutsch-serbischen Wirtschaftsbeziehungen entwickeln sich nach Einschätzung des serbischen Wirtschaftsministers hervorragend: Sowohl bei den Investitionen, als auch beim Handel stehe Deutschland auf Platz eins. Maschinen und Anlagen würden vorwiegend aus Deutschland importiert und das Label „Made in Germany“ genieße in Serbien weiterhin einen hervorragenden Ruf.

Von dem im März verliehenen EU-Kandidatenstatus erwarte man weitere Impulse für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Die serbische Regierung hoffe auf die rasche Ausarbeitung eines konkreten Beitrittfahrplans. Der Minister verwies auf günstige Investitionsrahmenbedingungen in seinem Land und nannte hier insbesondere die hohe Zahl an gut ausgebildeten Fachkräften. Serbien sei dabei, ein „Duales Ausbildungssystem“ nach deutschem Vorbild einzuführen. In der anschließenden Podiumsdiskussion, die von Ost-Ausschuss-Geschäftsführer Rainer Lindner moderiert wurde, diskutierten deutsche und serbische Unternehmensvertreter über die Rahmenbedingungen in dem Balkanland und die Zukunftsbranchen des Landes. Dabei sahen die Diskutanten vor allem in den Bereichen Energieeffizienz und Erneuerbare Energien große Chancen. Aber auch für die Automobilindustrie und für den Informationstechnologie- und Telekommunikationsbereich wurde ein großes Potenzial ermittelt. 

Eduard Kinsbruner
Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft