Turkmenistan

Stand: August 2016

Seit dem Jahr 2008 öffnet sich Turkmenistan langsam für ausländische Investoren. Die Regierung unter Gurbanguly Berdymuchamedow zeigt die Bereitschaft zu Reformen, die sich langfristig positiv auf die Entwicklung auswirken können. Die EU hat Ihre Beziehungen zu Turkmenistan mit der im Sommer 2007 verabschiedeten Zentralasienstrategie auf eine neue Grundlage gestellt.

Wirtschaftliche Entwicklung

Die Wirtschaftszahlen Turkmenistans entwickeln sich weiter außerordentlich positiv, auch wenn hier ein kleiner Wachstumseinbruch von 10,3 Prozent im Jahr 2014 auf 9,5 Prozent im laufenden Jahr zu erwarten ist. Dieser ist auf die gesunkenen Weltmarktpreise für Erdöl und -gas zurückzuführen. Insgesamt hängt die turkmenische Wirtschaft am Tropf der Öl- und Gasindustrie, die mehr als ein Drittel des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und über 90 Prozent der Exporterlöse erwirtschaftet. Der Staat investiert die Erlöse aus dem Öl- und Gasexport hauptsächlich in Neubauten und Infrastrukturprojekte. Der private Konsum entwickelt sich dagegen nur moderat, obwohl Turkmenistan einen erheblichen Teil der Grundbedürfnisse der Bevölkerung subventioniert. Anfang 2015 hat Turkmenistan die Währung abgewertet, um die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.

In Turkmenistan sind in den vergangenen Monaten eine Reihe wirtschaftsrelevanter Gesetze erlassen worden, die unter anderem die Regelung von internationaler Schiedsgerichtsbarkeit, Immobilientransaktionen, außenwirtschaftliche Vorgaben und Bodenschätze betreffen. Die Gesetze ersetzen teilweise die Vorgängergesetze aus den Jahren 1992 und 1993. Zum Teil handelt es sich um eine erstmalige gesetzliche Regelung. Damit werden die Liberalisierungsbestrebungen in dem sehr zentralwirtschaftlich geprägten Land langsam fortgesetzt.

Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland

Der deutsche Handel mit Turkmenistan wuchs 2014 um vier Prozent auf über 414 Millionen Euro. Der deutsche Export brach allerdings um 29 Prozent auf 276 Millionen Euro ein. Auf Maschinen, Kfz- und Kfz-Teile sowie Eisen und Stahl entfiel dabei über die Hälfte der Ausfuhren. Die Einfuhren aus Turkmenistan - vorwiegend Erdöl - vervielfachten sich im Vorjahr auf 139 Millionen Euro. Insgesamt sind etwa 60 deutsche Unternehmen in Turkmenistan repräsentiert. Sie bewegen sich in einem überwiegend durch Staatsunternehmen geprägten Umfeld. Einige Firmen sind in strategischen und für die Entwicklung des Landes wichtigen Bereichen wie der Öl- und Gasexploration oder dem Bausektor tätig.

Aktivitäten des Ost-Ausschusses

Der turkmenische Markt stand im Mittelpunkt des Deutsch-Turkmenischen Forums Anfang Februar 2016. Die Veranstaltung diente zum ersten Kennenlernen des turkmenischen Marktes für deutsche Unternehmen sowie zum Erfahrungsaustausch. Der Wirtschaftstag wurde durch das Konsulat von Turkmenistan in Frankfurt am Main und die Commerzbank AG mit Unterstützung des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft organisiert.

Am 22. April 2016 wurde in Berlin die 6. Sitzung der Deutsch-Turkmenischen Regierungsarbeitsgruppe „Wirtschaft und Handel“ abgehalten. Der Ost-Ausschuss brachte für die deutsche Wirtschaft Petita ein. Die turkmenische Delegation wurde durch Wirtschaftsminister Batyr Bazarov geleitet.