Umfrage zum Geschäftsklima in Russland

28. Januar 2014

Leichte Impulse durch Winterolympiade in Sotschi / Vorschusslorbeeren für die neue Bundesregierung

Der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft und die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer haben im Januar 2014 zum elften Mal unter ihren Mitgliedsunternehmen ihre jährliche Umfrage zum Geschäftsklima in Russland durchgeführt. Schwerpunkte waren die aktuellen Investitionsbedingungen vor Ort, die möglichen Auswirkungen der WTO-Mitgliedschaft sowie die Erwartungen der Unternehmen an die zukünftige russische Wirtschaftspolitik.

Auch die Entwicklungen bei der Vergabe von Visa durch die Konsulate beider Länder sowie die Verfügbarkeit von Fachkräften waren Schwerpunkte in der Umfrage. Neu gefragt wurde nach den Auswirkungen des Streits zwischen Russland und der EU um die Zukunft der Ukraine und nach den Erwartungen an die neue Bundesregierung. Insgesamt 105 Unternehmen haben sich zu den Fragen geäußert. Für die Auswertung wurde Anonymität zugesichert.

Mit 21 Prozent stammen die meisten beteiligten Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, gefolgt von Bau und Bauwirtschaft (zehn Prozent), Beratungsdienstleistern (zehn Prozent), der Chemischen Industrie (neun Prozent), der Automobilindustrie (acht Prozent), dem Groß- und Einzelhandel (acht Prozent), der Energie- und Rohstoffwirtschaft (sieben Prozent) sowie der Land- und Ernährungswirtschaft (fünf Prozent). Rund 25 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, ihren Hauptsitz in Moskau zu haben, weitere 16 Prozent haben ihre Zentralen in St. Petersburg. Die befragten Unternehmen stehen für über 58.000 Beschäftigte in Russland und rund zwei Millionen Beschäftigte weltweit. Dabei setzen die Unternehmen rund zwölf Milliarden Euro in der Russischen Föderation und rund 430 Milliarden Euro weltweit um. Die letzte vergleichbare Umfrage wurde im Januar 2013 durchgeführt.

 

Die aktuellen Ergebnisse im Überblick:

1. Die Stimmung der deutschen Unternehmen ist deutlich getrübt: 56 Prozent der Befragten stellten 2013 eine negative Entwicklung des Geschäftsklimas in Russland fest. Nur 36 Prozent der Unternehmen rechnen mit einer Erholung der russischen Wirtschaft im Jahr 2014. 

2. 41 Prozent der befragten Unternehmen halten die eigene Geschäftslage für gut bis sehr gut, 54 Prozent wollen ihr Personal in Russland aufstocken und dafür über 500 Millionen Euro investieren.

3. Die Einführung der Visa-Service-Zentren an den deutschen Konsulaten zeigt erste positive Ergebnisse.

4. Die Mehrzahl der befragten Unternehmen erwartet konkrete Schritte der russischen Regierung zur Bekämpfung des Fachkräftemangels. 

5. Der WTO-Beitritt Russlands im August 2012 hat sich für die meisten deutschen Unternehmen bislang nicht bemerkbar gemacht. Einzelne Branchen beklagen protektionistische Maßnahmen.

6. Nur 19 Prozent der Unternehmen erwarten von der zukünftigen russischen Regierung eine Konzentration auf die EU als wichtigstem Wirtschaftspartner, 39 Prozent befürchten Belastungen für ihr Geschäft durch den Konflikt Russlands und der EU um die Ukraine.

7. Eine Mehrheit von 51 Prozent der Unternehmen rechnet mit positiven Impulsen durch die neue Bundesregierung für die deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen, nur drei Prozent befürchten negative Auswirkungen.

8. Die Rohstoff- und Energiebranche sowie die Bauwirtschaft haben aus Sicht deutscher Unternehmen in Russland die besten Perspektiven.

9. St. Petersburg erobert zum ersten Mal die Spitze im Investitionsstandort-Ranking der Regionen.

 

Die vollständige Auswertung finden Sie als Download in der rechten Spalte.