Usbekistan
Stand: Februar 2011
Wirtschaftsentwicklung
Usbekistan wurde von der Weltwirtschaftskrise relativ wenig getroffen. Selbst für 2009 ermittelte die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung für das Land ein Wirtschaftswachstum von 8,1 Prozent, für 2010 lag die Zahl bei 8,5 Prozent. Bemerkenswert ist, wie stark das Land seine Exporte diversifizieren konnte. War Usbekistan 1991 bei seinen Exporten noch zu 70 Prozent von Baumwolle und Baumwollprodukten abhängig, kam dieser Wirtschaftszweig 2008 nur noch auf acht Prozent. Inzwischen hat sich auch die Automobilindustrie des Landes stark entwickelt; vor allem der nationale und der russische Markt sind Abnehmer von Pkws und Kleinbussen. In der Perspektive sollen jedoch auch stärker internationale, darunter deutsche Automobilhersteller auf dem usbekischen Markt neu einsteigen. Mit der MAN Nutzfahrzeuge AG und der Daimler AG wurden Joint Ventures zur LKW- beziehungsweise Bus-Montage gegründet.
Bei den Investitionsbedingungen hat die usbekische Regierung nachgearbeitet. Die Aufhebung der politischen EU-Sanktionen im Oktober 2009 eröffnet zusätzliche Möglichkeiten. 2009 begann das Land ein Modernisierungsprogramm im Umfang von 43 Milliarden US-Dollar, das bis einschließlich 2011 umgesetzt sein soll.
Usbekistan ist bestrebt, verstärkt ausländische Investoren anzuziehen. Als Instrument dafür wurde die Freie Industrie- und Wirtschaftszone Navoi eingerichtet.
Aktivitäten des Ost-Ausschusses
Seit Januar 2008 erscheinen dank einer Finanzierung durch Mitgliedsunternehmen und den Ost-Ausschuss monatliche „Länderanalysen Zentralasien“ zu den aktuellen politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen in der Region. Diese werden gemeinsam von der Forschungsstelle Osteuropa der Universität Bremen und der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde herausgegeben. Die Länderanalysen Zentralasien können kostenlos unter www.laender-analysen.de abonniert werden.
Vom 8. bis 11. November 2009 reiste unter Leitung des Ost-Ausschuss-Vorsitzenden Klaus Mangold eine zwölfköpfige Wirtschaftsdelegation durch drei Länder Zentralasiens, so auch durch Usbekistan. Bei den Gesprächen der deutschen Unternehmer mit hochrangigen Vertretern der Regierung ging es insbesondere um die Abstimmung neuer Investitions- und Kooperationsprojekte vor allem zur Projektfinanzierung, Infrastruktur-entwicklung, zum Maschinen- und Anlagenbau sowie um die Förderung von Aus- und Weiterbildung. Siehe auch den Bericht zur Delegantionsreise "Wirtschaftskrise und neue Chancen".
Die Angebote und Möglichkeiten der Freien Industrie- und Wirtschftaszone Navoi standen im Mittelpunkt einer durch den Ost-Ausschuss organisierten Präsentation im Rahmen der Hannover Messe im April 2010.

Statistik
Präsident: Islam Karimow
Hauptstadt: Taschkent
Bevölkerung, 2009: 27,7 Mio.
Nominales BIP, 2009: 30,2 Mrd. USD
BIP pro Kopf, 2009: 1.090 USD
BIP-Wachstum, 2010: 8,5 %
BIP-Wachstum, 2011: 8,5 %
Bilateraler Handel mit Deutschland:
Importe aus UZ, 2009: 27,0 Mio. Euro
Exporte nach UZ, 2009: 327,0 Mio. Euro
Quellen:
Auswärtiges Amt, CIA World Fact Book, Statistisches Bundesamt, EBRD.
BIP: Bruttoinlandsprodukt
Artikel
"Wirtschaftskrise und neue Chancen


