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Albanien

AlbanienStand: Oktober 2020

Im März 2020 stimmten die EU-Mitgliedsstaaten für die Aufnahme der Beitrittsverhandlungen mit Albanien. Noch im November 2019 war dies am Veto wichtiger Mitgliedsstaaten gescheitert. Die Gespräche sollen eventuell schon bis Dezember 2020 unter dem Vorsitz der deutschen Ratspräsidentschaft aufgenommen werden, sofern die albanische Regierung ihre Reform des Wahlrechts abschließen und verstärkt gegen Korruption und organisierte Kriminalität vorgehen wird.

Wirtschaftsentwicklung

Nach einem soliden Wachstum von 2,5 Prozent im Jahr 2019, wird die albanische Wirtschaft durch die Corona-Krise empfindlich beeinträchtigt. Darüber hinaus wurde das Land im November 2019 von einem schweren Erdbeben getroffen, das erhebliche Auswirkungen auf die Infrastruktur und den rasant wachsenden Tourismussektor hatte. Die enge wirtschaftliche Verflechtung mit Italien wird sich in den Zahlen für 2020 ebenfalls niederschlagen. Als wichtige Wachstumstreiber galten bisher die ausländischen Direktinvestitionen, insbesondere im Energiesektor, der Verkehr und der Konsum. Letzterer wird durch die Corona-Krise rückläufig sein. Das Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw) erwartet in seiner Mai-Prognose für Albanien 2020 ein Minus von fünf Prozent. Für 2021 rechnet das Institut mit einem Plus von 3,8 Prozent. Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) prognostiziert in ihrer September-Prognose einen deutlich größeren Rückgang von neun Prozent, erwartet aber für das Jahr 2021 einen soliden BIP-Zuwachs von 4,5 Prozent. Damit korrigierte sie den noch im Mai auf 12 Prozent geschätzten Reboundeffekt für 2021 deutlich nach unten.

Wirtschaftsbeziehungen mit Deutschland

2019 war ein Anstieg im bilateralen Handel von knapp acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen. Während die deutschen Einfuhren aus Albanien auf 144 Millionen Euro deutlich stiegen (+16,9 Prozent), gab es bei den Ausfuhren nur eine Erhöhung um 3,4 Prozent auf 259 Millionen Euro. Zu den Waren, die deutsche Unternehmen am meisten nach Albanien verkauften, gehören Kraftfahrzeuge und Kfz-Teile, chemische Erzeugnisse sowie Eisen und Stahl. Die wichtigsten Einfuhrgüter waren Textilien und Bekleidung, Rohstoffe sowie Metalle. Auch das Jahr 2020 begann mit einem sehr guten Ergebnis für den bilateralen Austausch. So stieg der bilaterale Handel zwischen Deutschland und Albanien im ersten Quartal 2020 um gut sieben Prozent. Für das Gesamtjahr 2020 ist allerdings mit Corona-bedingten Handelsschwankungen zu rechnen.

Aktivitäten des OA

Anfang 2018 reiste eine OA-Delegation unter der Leitung des Geschäftsführers Michael Harms zu Gesprächen nach Albanien. Schwerpunkte des Besuchs waren Gespräche mit Premierminister Edi Rama sowie dem Minister für Finanzen, Wirtschaft, Arbeit und Soziales Arben Ahmetaj und dem Minister für Infrastruktur und Energie Damian Gjiknuri.

Der OA fördert im Rahmen des Stipendienprogramms der Deutschen Wirtschaft für den Westbalkan auch Stipendiaten aus Albanien.

Quellen: EBRD, GTAI

 

Statistik 2019*

Hauptstadt: Tirana
Bevölkerung: 2,9 Millionen
Fläche: 28.748 km²
Staatspräsident: Ilir Meta
Ministerpräsident: Edi Rama

Nominales BIP: 13,8 Milliarden Euro
BIP pro Kopf: 4.827 Euro
BIP-Wachstum: 2,2%
BIP-Wachstum, 2020 (P): -9,0%

Bilateraler Handel:
Deutsche Importe: 144,7 Mio. Euro
Deutsche Exporte: 259,5 Mio. Euro

In der Rangliste der Außenhandelspartner
Deutschlands 2019:
Deutsche Ausfuhr: Platz 96
Deutsche Einfuhr: Platz 96

Quellen: EBRD, GTAI, wiiw
*Teilweise Schätzungen und Prognosen

Ansprechpartner

Anja Quiring
Regionaldirektorin Südosteuropa
Tel.: 030 206167-130
A.Quiring@bdi.eu

Links

Albanische Botschaft

Deutsche Botschaft

Deutsche Industrie- und Handelsvereinigung in Albanien

Invest in Albania

 

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