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Belarus

BelarusStand: Oktober 2020

Belarus ist Gründungsmitglied der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU) mit Russland, Kasachstan, Kirgisistan und Armenien, die Anfang 2015 als Nachfolger der Zollunion in Kraft trat. Das Land ist zudem am EU-Programm der Östlichen Partnerschaft beteiligt. Aufgrund der politischen Situation in Belarus gibt es allerdings keinen Aktionsplan. Im Februar 2016 hat die EU aber die meisten Sanktionen gegen Belarus ausgesetzt. Im Sommer 2020 wurden Visaerleichterungen zwischen der EU und Belarus beschlossen. Im Nachgang der Präsidentschaftswahlen vom 9. August 2020 erklärte sich Alexander Lukaschenko zum Sieger. Die offiziellen Wahlergebnisse werden durch die EU und andere westliche Staaten nicht anerkannt. Es kam im Land zu Massenprotesten gegen die Regierung, die weiterhin anhalten und von den Sicherheitskräften mit Gewalt beantwortet werden.

 

Wirtschaftlichsentwicklung

Laut der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) wuchs die Wirtschaft 2019 um 1,2 Prozent. Dazu trug vor allem die weitere Erholung der Exporte insbesondere in die EU bei. Positive Impulse kamen auch vom Anstieg der Konsumnachfrage, die von steigenden Reallöhnen profitierte. Die EBRD rechnet für 2020 wegen der Auswirkungen der Corona-Epidemie und des Konjunktureinbruchs in Russland mit einem negativen Wachstum von 3,5 Prozent, gefolgt von einer Erholung im Folgejahr um ein Prozent. Risiken bleiben die große Abhängigkeit vom Nachbarn Russland, die geringe Diversifizierung der Ausfuhren sowie die Frage der politischen Entwicklung im Land. Vor diesem Hintergrund hat die Weltbank in einer angepassten Bewertung die Wachstumsaussichten für das Jahr 2021 auf minus 5,5 Prozent angepasst. Der Einbruch der Weltkonjunktur und geringere Subventionen aus Russland im Zuge einer Steueränderung im russischen Ölsektor erhöhen den Reformdruck. Belarus verarbeitet und exportiert große Mengen an Rohöl, das es bisher zu Vorzugskonditionen aus Russland bezieht. Die beiden Länder, die in den letzten zehn Jahren mehrere Öl- und Gas-Streitigkeiten hatten, versuchen seit Ende des Jahres 2019 ein neues Öl-Lieferabkommen auszuhandeln. Das Land ist bestrebt, seine Außenwirtschaftsbeziehungen zu diversifizieren. Die zukünftigen Wachstumsaussichten hängen aber wesentlich vom Umfang notwendiger Strukturreformen ab.

Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland

Die deutschen Exporte sanken 2019 um 0,4 Prozent auf knapp 1,5 Milliarden Euro. Die deutschen Importe erreichten 555 Millionen Euro, knapp sieben Prozent weniger als im Jahr zuvor. Dabei dominierten Erdölerzeugnisse, Eisen und Stahl sowie Rohstoffe und chemische Erzeugnisse. Maschinen, chemische Erzeugnisse sowie Kfz und Kfz-Teile machten fast zwei Drittel der deutschen Exporte nach Belarus aus.

Aktivitäten des OA

Gemeinsam mit dem Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) und der AHK Ukraine startete der OA Ende 2016 eine „Einkäuferinitiative“ mit der Ukraine, Belarus und Moldau. Ziel ist es, Lieferanten aus den drei Ländern für deutsche industrielle Einkäufer zu identifizieren und die Unternehmen so in internationale Wertschöpfungsketten einzubinden.
Im März 2017 hat der deutsch-belarussische Unternehmerrat auf Initiative des OA seine Arbeit wieder aufgenommen. Damit sollen die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und der Republik Belarus nach der Aussetzung der EU-Sanktionen im Jahr 2016 wieder intensiviert werden. Diesem Ziel dient auch der Arbeitskreis Belarus im OA.
Im September 2019 reiste eine hochrangige Wirtschaftsdelegation unter Leitung des OA nach Belarus. Gespräche mit dem belarussischen Wirtschaftsminister Dmitry Krutoj sowie Repräsentanten der deutschen Wirtschaft im Land waren dabei Teil des Programms. Außerdem nahm die Delegation am 10. Tag der Deutschen Wirtschaft in Belarus teil.

Quellen: OWC, EBRD, GTAI, Stat. Bundesamt

Statistik 2019*

Hauptstadt: Minsk
Bevölkerung: 9,3 Mio.
Fläche: 207.600 km²
Staatspräsident: Alexander Lukaschenko
Ministerpräsident: Raman Haloutschanka

Nominales BIP: 55,8 Mrd. Euro
BIP pro Kopf: 5.896 Euro
BIP-Wachstum: 1,2%
BIP-Wachstum, 2020 (P): -5,0%

Bilateraler Handel:
Deutsche Importe: 0,5 Mrd. Euro
Deutsche Exporte: 1,5 Mrd. Euro

In der Rangliste der Außenhandelspartner
Deutschlands 2019:
Deutsche Ausfuhr: Platz 61
Deutsche Einfuhr: Platz 76

Quellen: EBRD, GTAI
*Teilweise Schätzungen und Prognosen

Ansprechpartner

Stefan Kägebein
Regionaldirektor Osteuropa
Tel.: 030 206167-113
S.Kaegebein@oa-ev.de

Links

Belarussische Botschaft

Deutsche Botschaft

Repräsentanz der Deutschen Wirtschaft

Wirtschaftsministerium

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