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Bulgarien

BulgarienStand: Oktober 2020

Bulgarien ist seit 2007 EU-Mitglied. Darüber hinaus strebt Sofia eine Mitgliedschaft in der Eurozone an. Premierminister Boyko Borissow stellte im April 2020 inmitten der Corona-Krise bei der Europäischen Zentralbank einen Antrag auf Beitritt in den Wechselkursmechanismus II, dem „Wartesaal“ des Euroraums. Das Umfeld für ausländische Investitionen ist günstig.

 

Wirtschaftsentwicklung

Bulgariens Wirtschaft setzte bis 2019 ihren Expansionskurs fort. Für 2019 weist die EBRD für Bulgarien ein BIP-Wachstum von 3,7 Prozent aus. Bisher waren der private Verbrauch und die Investitionen die bedeutendsten Wachstumstreiber. Da gerade diese beiden Faktoren durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie minimiert werden, passten zahlreiche Institute ihre Prognosen an. Laut dem Wiener Institut für internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw) wird Bulgariens tourismusabhängige Wirtschaft 2020 mit -6,3 Prozent deutliche Einbußen erleben, sich aber 2021 ein wenig erholen (1,7 Prozent). Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) geht mit ihrer Frühjahresprognose in eine ähnliche Richtung. Für 2020 sieht sie einen Rückgang von 5,5 Prozent des BIP und erwartet für 2021 dann ein verhaltenes Plus von drei Prozent. Inwiefern Projekte etwa im Infrastrukturbereich noch an Fahrt aufnehmen und verstärkt Projekte mit EU-Fördermitteln aus dem bis 2020 laufenden Haushalt der Gemeinschaft realisiert werden können, bleibt abzuwarten. Zudem ist die bulgarische Wirtschaft stark in den europäischen Binnenmarkt, hier vor allem mit Italien, integriert. Die anhaltenden Proteste gegen die Regierung verunsichern die Wirtschaft zusätzlich.

Wirtschaftsbeziehungen mit Deutschland

Der deutsch-bulgarische Handel entwickelte sich 2019 weiter dynamisch. Während die deutschen Einfuhren aus Bulgarien um 6,4 Prozent auf 4,6 Milliarden Euro zulegten, fielen die Exporte in das südosteuropäische Land jedoch um 1,6 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro. Nichtsdestotrotz beträgt der Handelsumsatz 8,5 Milliarden Euro und stieg um 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die deutschen Ausfuhren bestanden überwiegend aus Maschinen, Kfz-Teilen und chemischen Erzeugnissen. Die bulgarischen Firmen exportierten hauptsächlich NE-Metalle, Nahrungsmittel, Textilien und Elektrotechnik nach Deutschland.

Aktivitäten des OA

Erstmals hat Bulgarien in der ersten Jahreshälfte 2018 die EU-Ratspräsidentschaft übernommen. Unter diesem Vorzeichen standen auch die Aktivitäten des OA mit Blick auf Bulgarien. Gemeinsam mit der Südosteuropa Gesellschaft, der Konrad-Adenauer-Stiftung und mit der Unterstützung des Deutsch-Bulgarischen Forums organisierte der OA am 21. und 22. November 2017 eine internationale Konferenz mit dem Titel "Bulgarien: Eine Bestandsaufnahme zehn Jahre nach dem Beitritt zur EU und vor der EU-Ratspräsidentschaft 2018". Im Dezember 2018 organisierte die IHK Potsdam gemeinsam mit dem Deutsch-Bulgarischen Forum, dem DIHK und dem OA ein Deutsch-Bulgarisches Wirtschaftsforum.

Anfang Dezember fand eine Delegationsreise des OA unter Leitung von Janusz Kulik, Sprechers des OA-Arbeitskreises Südosteuropa, zu Gesprächen nach Sofia statt. In Gesprächen mit Premierminister Boyko Borisov und Präsident Rumen Radev wurden aktuelle Unternehmensthemen adressiert sowie Investitionsvorhaben diskutiert.

Quellen: EBRD, GTAI, Statistisches Bundesamt

Statistik 2019*

Hauptstadt: Sofia
Bevölkerung: 7 Millionen
Fläche: 110.994 km²
Präsident: Rumen Radev
Ministerpräsident: Bojko Borissow

Nominales BIP: 60,7 Milliarden Euro
BIP pro Kopf: 8,706 Euro
BIP-Wachstum 2019: 3,4%
BIP-Wachstum, 2020 (P): -5,5 Prozent

Bilateraler Handel:
Deutsche Importe: 4,6 Mrd. Euro
Deutsche Exporte: 3,9 Mrd. Euro

In der Rangliste der Außenhandelspartner
Deutschlands 2019:
Deutsche Ausfuhr: Platz 45
Deutsche Einfuhr: Platz 38

Quellen: EBRD, GTAI, wiiw
*Teilweise Schätzungen und Prognosen

Ansprechpartner

Anja Quiring
Regionaldirektorin Südosteuropa
Tel.: 030 206167-130
A.Quiring@bdi.eu

Links

Bulgarische Botschaft

Deutsche Botschaft

Deutsch-Bulgarische Industrie- und Handelskammer

Investitionsagentur

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