Direkt zum Inhalt

Wirtschaftliche Beziehungen mit Russland: Russland-Sanktionen haben nur noch geringen Effekt auf mitteldeutsche Wirtschaft

(…) Dennoch, so der Lobbyverband Ost-Ausschuss der deutschen Wirtschaft, hätten die Sanktionen ostdeutsche Unternehmen stärker getroffen als westdeutsche. Allein in Sachsen sei das Außenhandelsvolumen mit Russland um mehr als 70 Prozent zurückgegangen. In Sachsen-Anhalt und Thüringen seien es etwas mehr als 30 Prozent gewesen.

ONLINE: "Lokalisierung in Russland" mit dem Vize-Industrieminister der Russischen Föderation Vasiliy Osmakov

Drei große Themen dominieren augenblicklich die russische Industriepolitik: Export, Verringerung der Abhängigkeit von Kohlenwasserstoffen und Lokalisierung und Importsubstitution. Mit dem Vizeminister für Industrie und Handel der Russischen Föderation Wassilij Ozmakow möchten wir die aktuellen Bedingungen zur Lokalisierung und die Chancen, die sich daraus für deutsche Unternehmen ergeben erörtern.

„Wir brauchen wieder eine Partnerschaft des gegenseitigen Respekts“

Nach Informationen der Deutschen Presse Agentur erhöht die scheidende US-Administration den Druck auf europäische Unternehmen, sich aus den Pipeline-Projekten Nord Stream und TurkStream zurückzuziehen. Es soll in Washington eine Liste von europäischen Unternehmen geben, die von US-Vertretern auf bevorstehende Sanktionen hingewiesen werden. Ein US-Regierungsvertreter wird mit den Worten zitiert: „Diese Pipeline findet nicht statt.“ Zu dieser aktuellen Entwicklung äußert sich der Vorsitzende des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft Oliver Hermes.

„Rückkehr zu Kooperation und einem zivilisierten Dialog“

Die Amtszeit von Präsident Donald Trump hat die transatlantischen Beziehungen vor eine harte Zerreißprobe gestellt, auch im Hinblick auf unsere Zusammenarbeit mit Russland und Osteuropa. Dazu gehören die Androhung extraterritorialer Sanktionen gegen europäische Unternehmen, die Bevormundung Europas in der Energiepolitik oder amerikanische Alleingänge in Mittel- und Osteuropa und auf dem Westlichen Balkan. Wir sehen aber jetzt gute Chancen für die Rückkehr zu Kooperation und einem zivilisierten Dialog, wie er zwischen Partnern und Verbündeten üblich sein sollte."

Ost-Ausschuss wirbt für engere Zusammenarbeit mit Russland

Am 13. Oktober 2020 organisierte der Ost-Ausschuss ein Online-Briefing mit dem Ersten Vize-Premierminister der Russischen Föderation Andrej Beloussow und Spitzenvertretern weiterer russischer Ministerien, an dem auf deutscher Seite rund 25 Unternehmensvertreter teilnehmen konnten. Zu den Themen gehörten u.a. die aktuellen Auswirkungen der Corona-Krise auf die wirtschaftliche Entwicklung und die Perspektiven für engere Wirtschaftskooperationen in Feldern wie z. B. der Gesundheitswirtschaft.

Deutsche Lobbyisten fordern engere Zusammenarbeit mit Russland

Der Vorsitzende des Ost-Ausschusses hält die Erdgasleitung Nord Stream 2 für ein Projekt, das die europäische Zukunft in den Fokus rückt. „Gerade in diesen politisch schwierigen Zeiten stehen wir als Ost-Ausschuss für die Fortsetzung des Dialogs zwischen Deutschland und Russland mit Blick auf die künftigen Möglichkeiten unserer Zusammenarbeit", wurde Oliver Hermes zitiert.

„Verständigung zwischen Deutschland und Russland muss Staatsräson bleiben“

Der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft ruft angesichts der aktuellen politischen Turbulenzen zwischen Deutschland und Russland dringend zu einer verbalen Abrüstung und einem konstruktiven Dialog auf. Es sei längst unübersehbar, dass die sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten angesammelten politischen Differenzen Menschen auseinandertrieben und den wirtschaftlichen Austausch zwischen der EU und Russland zunehmend lähmten. „Wir befinden uns hier auf dem Weg in eine überaus gefährliche Sackgasse und müssen dringend umsteuern", warnt der Vorsitzende des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft Oliver Hermes

Fall Nawalny und Belarus im Mittelpunkt

Am 30. September veranstaltete der Ost-Ausschuss eine Videokonferenz seines Arbeitskreises Russland unter Leitung des Arbeitskreissprechers Mario Mehren, Vorstandsvorsitzender der Wintershall DEA. Anlass für die kurzfristig anberaumte Sitzung, zu der sich 50 OA-Mitglieder zuschalteten, waren die zunehmenden Spannungen zwischen Deutschland und Russland vor dem Hintergrund der Vergiftung des russischen Oppositionspolitikers Alexey Nawalnys und der politischen Unruhen in Belarus.

Handel mit Russland geht in Ostdeutschland stärker zurück

Der Handel mit Russland ist in den vergangenen Jahren nach einer Analyse des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft in Ostdeutschland zuletzt prozentual stärker zurückgegangen als im Westen. Der Vorsitzende des Ost-Ausschusses, Oliver Hermes, führt den Rückgang des Russlands-Handels zum Teil darauf zurück, dass viele Unternehmen in Ostdeutschland, besonders im Maschinenbau, traditionell stark in Russland engagiert seien.

Diese Seite teilen: