Albanien
Stand: Juli 2009.
Albanien musste, wie alle Länder der Region Südosteuropa, seine Wachstumsprognosen zwar nach unten korrigieren, erwartet jedoch ein positives Ergebnis für 2009. Ein Grund für die recht positiven Aussichten ist die noch relativ geringe Verflechtung der albanischen Wirtschaft mit internationalen Finanzströmen. Auch die jüngsten Reformen zeigen Wirkung. Die Weltbank hat das Land zum „Top-Reformer“ 2008 gekürt. Im internationalen Ranking von Transparency International ist Albanien von einem hinteren Platz auf Position 85 vorgerückt. Der „Transition Report 2008“ der Osteuropabank EBRD attestiert große Fortschritte bei der Privatisierung von Großunternehmen sowie bei der Schaffung von Transparenz im Bankensektor. Positiv schlägt auch der Beitritt Albaniens zur Nato im Frühjahr 2009 zu Buche. Ebenfalls im Frühjahr stellte das Land bei der EU einen Aufnahmeantrag. Deutschlands Exporte nach Albanien nahmen 2008 um 34 Prozent auf 193 Millionen Euro zu, während die Importe um 13 Prozent auf 31 Millionen Euro sanken.
Aktivitäten des Ost-Ausschusses
Der Ost-Ausschuss unterstützt im Rahmen des Stipendienprogramms der Deutschen Wirtschaft für den Westbalkan den wirtschaftlichen Wiederaufbau in Albanien.
Darüber hinaus fördert der Ost-Ausschuss innerhalb des Partnerschaftsprojektes „Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung in Albanien“ mit Unterstützung der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) den Fach- und Erfahrungsaustausch zwischen der deutschen und albanischen Wirtschaft sowie die Stärkung der albanischen Unternehmerverbände. Ziel des Projekts ist die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen in Albanien durch Förderung ausgewählter Branchen (Tourismus, Ernährungsindustrie, Leichtindustrie, Softwareindustrie), Schwerpunktregionen (Nordalbanien, Korca, Tirana) und durch Unterstützung auf nationaler Ebene.
Der Oktober 2008 stand im Zeichen des 20. Jahrestages der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Albanien. Dazu gab es eine Reihe von Veranstaltungen unter Beteiligung des Ost-Ausschusses, darunter die Deutsch-Albanische Branchenkonferenz 2008 in Tirana (20. bis 22. Oktober 2008) mit den Schwerpunkten Energie, Umwelt und Bauen, der Deutsch-Albanische Unternehmerinnentag „Business powered by women“ und der Besuch einer albanischen Delegation in Berlin am 8. Oktober 2008. Premierminister Berisha wurde dazu von Außenminister Lulzim Basha und Finanzminister Ridvan Bode begleitet. Am Abend begrüßte der Ost-Ausschuss gemeinsam mit der Deutsch-Albanischen Wirtschaftsgemeinschaft den Premierminister in der Landesvertretung Hamburg zu einem Vortrag über die politischen und wirtschaftlichen Perspektiven für Albanien.
Vom 5. bis 8. Mai 2009 fand in Zusammenarbeit von GTZ und Ost-Ausschuss eine Delegationsreise der deutschen Tourismusindustrie nach Albanien statt. Tourismus gilt in Albanien als Wachstumsbranche Nummer eins. Die Reise bot deutschen Unternehmen die Möglichkeit, das touristische Potenzial von Albanien und den Investitionsbedarf in die touristische Infrastruktur kennenzulernen. Im Rahmen einer Abschlusskonferenz in Tirana wurde die Reise in Anwesenheit des albanischen Tourismusministers und gemeinsam mit Vertretern der jungen albanischen Tourismusindustrie ausgewertet. Während es noch Nachholbedarf in Sachen Infrastruktur und Rechtssicherheit bei Grundstücksverkäufen gibt, machen die lange Sandküste und kulturhistorische Orte wie die zum Unesco-Welterbe gehörenden Städte Gjirokastra und Berat oder die archäologische Stätte Butrint Albanien als Reiseziel insbesondere für Studienreisen attraktiv.

Statistik
Präsident: Bamir Topi
Regierungschef: Sali Berisha
Hauptstadt: Tirana
Bevölkerung, 2009: 3,6 Mio.
BIP 2008: 13,5 Mrd. USD
BIP pro Kopf (KKP), 2008: 6.000 USD
BIP-Wachstum, 2008: 6,1%
Bilateraler Handel mit Deutschland:
Importe aus AL, 2009: 35,3 Mio. Euro
Exporte nach AL, 2009: 196,3 Mio. Euro
Quellen:
Auswärtiges Amt, CIA World Fact Book, Statistisches Bundesamt.
BIP: Bruttoinlandsprodukt
KKP: Kaufkraftparität

