Albanien

Stand: September 2015

Seit Juni 2014 ist Albanien offizieller Beitrittskandidat der Europäischen Union. Für das kleine Land war dies ein weiterer wichtiger Schritt hin zur EU-Mitgliedschaft. Das Land hat dazu einen Nationalen Plan für die europäische Integration für die Jahre 2014 bis 2020 erarbeitet.

Wirtschaftsentwicklung

Albanien zählt nach wie vor zu den ärmsten Ländern in Europa und kam zuletzt wirtschaftlich kaum vom Fleck. Das Wirtschaftswachstum blieb in den vergangenen drei Jahren jeweils unter zwei Prozent, 2014 dürfte es bei 1,9 Prozent gelegen haben. Vor allem der Bausektor und die Industrieproduktion hatten mit Problemen zu kämpfen, dazu kam zuletzt der sinkende Preis für Öl, einem wichtigen albanischen Exportprodukt. Auch die Überweisungen der Auslandsalbaner, die einen wichtigen Teil zu den Haushaltseinkommen beitragen, gingen in den vergangenen Jahren merklich zurück.

2015 stehen die Zeichen allerdings auf kräftigerem Wachstum, das von der moderaten Belebung der Konsum- und Auslandsnachfrage und weiteren international finanzierten Investitionen im Verkehrs-, Rohstoff- und Energiesektor (Trans-Adria-Pipeline, Wasserkraftwerke, Stromtrassen, Autobahn) gestützt wird. Die EBRD rechnet für 2015 mit einem kräftigeren BIP-Plus von 2,5 Prozent. Insgesamt wächst die albanische Wirtschaft aber weiterhin unter ihrem Potenzial. Investitions- und Kooperationsmöglichkeiten existieren vor allem im Infrastrukturbereich.

Wirtschaftsbeziehungen mit Deutschland

Der bilaterale Warenaustausch mit Deutschland erreichte 2014 ein Gesamtvolumen von 218 Millionen Euro und ging damit im Vergleich zum Vorjahr um zwei Prozent zurück. Die deutschen Importe aus Albanien sanken dabei vor allem wegen des niedrigeren Ölpreises wertmäßig um über ein Viertel auf 60,1 Millionen Euro. Die deutschen Exporte nach Albanien stiegen dagegen um 12,3 Prozent auf 158,2 Millionen Euro. Unter den Hauptlieferländern Albaniens belegte Deutschland 2014 den fünften Platz. Das investive Engagement von Investoren aus Deutschland ist vergleichsweise bescheiden. Ende 2013 summierte es sich auf 102 Millionen Euro. Damit belegte Deutschland den siebten Platz unter den ausländischen Direktinvestoren.

Aktivitäten des Ost-Ausschusses

Der Ost-Ausschuss unterstützte die Deutsch-Albanische Wirtschaftskonferenz, die anlässlich des Besuches von Premierminister Edi Rama am 1. April 2014 in Berlin organisiert wurde und nutzte im Rahmen verschiedener regionaler Aktivitäten die Gelegenheit für Gespräche mit Regierungsvertretern. Außerdem nutzte der Geschäftsführer des Ost-Ausschusses den Besuch des Oberbürgermeisters von Tirana Lulzim Basha im März 2015 in Berlin für ein Treffen. Der Ost-Ausschuss fördert im Rahmen des Stipendienprogramms der Deutschen Wirtschaft für den Westbalkan auch Stipendiaten aus Albanien.