Albanien

Stand: März 2017

Seit Juni 2014 ist Albanien offizieller Beitrittskandidat der Europäischen Union. Für das kleine Land war dies ein weiterer wichtiger Schritt hin zur EU-Mitgliedschaft. Auf dem Weg in die Gemeinschaft sind jedoch noch eine Reihe von Aufgaben zu erledigen. Dazu zählt vor allem eine Reform der Justiz.

Wirtschaftsentwicklung

Die albanische Konjunktur hat seit 2015 deutlich an Fahrt gewonnen. Im Jahr 2016 wuchs das albanische Bruttoinlandsprodukt (BIP) nach vorläufigen Angaben um 3,3 Prozent. Der private Konsum belebt sich dank steigender Auslandsüberweisungen und der leichten Entspannung auf dem Arbeitsmarkt. Die Wachstumsbeschleunigung basiert aber an erster Stelle auf dem Investitionsgeschehen. Zu den wichtigsten Impulsgebern zählen mehrere größere Projekte insbesondere in den Bereichen Energie, Verkehr und Umwelt. Hier ist vor allem der Bau des über Albanien verlaufenden Abschnitts der Transadriatischen Gaspipeline TAP zu nennen, die künftig Gas aus Aserbaidschan nach Europa pumpen soll. Darüber hinaus befinden sich landesweit mehrere neue Wasserkraftwerke in der Umsetzungsphase. Im Außenhandel hatte die Wirtschaft zuletzt mit dem niedrigen Ölpreis zu kämpfen. Die Erlöse für das wichtigste Exportgut des Landes gingen deutlich zurück.

Mittelfristig ist davon auszugehen, dass die albanische Konjunktur weiter an Dynamik gewinnt. Neben der Stabilisierung des Ölpreises werden dazu vor allem die großen Investitionsvorhaben beitragen, die überwiegend durch bi- und multilaterale Geber und das Engagement ausländischer Investoren finanziert werden. Die EBRD ging zuletzt für 2017 von einem BIP-Zuwachs von 3,5 Prozent aus.

Wirtschaftsbeziehungen mit Deutschland

Die deutschen Exporte nach Albanien stiegen 2016 kräftig um rund 56 Prozent auf knapp 312 Millionen Euro, nicht zuletzt aufgrund der Lieferung von Stahlröhren an das TAP-Konsortium. Auch die deutschen Importe legten zu: Sie summierten sich auf 81 Millionen Euro und lagen damit fast zwölf Prozent über dem Vorjahresniveau. Bei den Hauptlieferländern rangierte Deutschland 2015 nach Italien, China, der Türkei und Griechenland an fünfter Position. Von deutschen Unternehmen werden vor allem Kraftwagen und Kfz-Teile, Nahrungsmittel und sonstige Fahrzeuge nach Albanien exportiert. Die Einfuhren aus Albanien bestehen vor allem aus Textilien, Schuhen sowie Eisen und Stahl. Das investive Engagement von Investoren aus Deutschland ist vergleichsweise bescheiden. Ende 2014 summierte es sich auf 107 Millionen Euro. Damit belegte Deutschland den siebten Platz unter den ausländischen Investoren.

Aktivitäten des Ost-Ausschusses

Bereits zum achten Mal fand im Juli 2015 die Deutsch-Albanische Wirtschaftskonferenz in Tirana mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem albanischen Premierminister Edi Rama statt, die der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft in Zusammenarbeit mit weiteren Partnern organisierte. Etwa 300 Teilnehmer nutzten die Gelegenheit zum Austausch über Themen wie Energie, Infrastruktur und Telekommunikationstechnologien, aber auch über die Bedeutung des Mittelstandes sowie eines dualen Ausbildungssystems – den thematischen Schwerpunkten der Veranstaltung. Der Ost-Ausschuss fördert im Rahmen des Stipendienprogramms der Deutschen Wirtschaft für den Westbalkan auch Stipendiaten aus Albanien.

Quellen: OWC, GTAI, IWF, EBRD, Statistisches Bundesamt