Albanien

Stand: April 2018

Seit Juni 2014 ist Albanien offizieller Beitrittskandidat der Europäischen Union. Für das kleine Land war dies ein weiterer wichtiger Schritt hin zur EU-Mitgliedschaft. Auf dem Weg in die Gemeinschaft sind jedoch noch eine Reihe von Aufgaben zu erledigen. Dazu zählt vor allem eine Reform der Justiz.

Wirtschaftsentwicklung

Die albanische Wirtschaft bleibt auf Wachstumskurs. 2017 wuchs das albanische Bruttoinlandsprodukt (BIP) nach Angaben der nationalen Statistikamts INSTAT um 3,8 Prozent. Träger des Wachstums ist zuvorderst die robuste Investitionsneigung. Gute Chancen für ausländische Zulieferer bieten mehrere Großvorhaben für den Ausbau und die Modernisierung der Infrastruktur. Schwerpunkte bilden dabei die Sektoren Energie und Verkehr. Unter einer ganzen Reihe von Infrastrukturprojekten steht der Bau des albanischen Abschnitts der Transadriatischen Pipeline (TAP) an vorderster Stelle. Das Vorhaben im Rahmen des sogenannten südlichen Gaskorridors, über den ab etwa 2020 Erdgas aus Aserbaidschan nach Westeuropa gelangen soll, generiert nicht nur einen beträchtlichen Ausrüstungsbedarf. Auch Bauleistungen werden in diesem Zusammenhang deutlich stärker nachgefragt. Zudem sind mehrere Wasserkraftwerke relevante Investitionsprojekte für ausländische Partner. Darüber hinaus fließen nennenswerte Summen in eine Reihe von Vorhaben im Bereich Stromverteilung und -versorgung. Der private Verbrauch ist ein weiterer Wachstumsmotor.

Mittelfristig ist davon auszugehen, dass die albanische Konjunktur ihren Wachstumskurs fortsetzt. Neben der Stabilisierung des Ölpreises werden dazu vor allem die großen Investitionsvorhaben beitragen, die überwiegend durch bi- und multilaterale Geber und das Engagement ausländischer Investoren finanziert werden. Für 2018 erwartet die EBRD ein Wirtschaftswachstum von 3,7 Prozent.

Wirtschaftsbeziehungen mit Deutschland

Die deutschen Exporte nach Albanien gingen 2017 trotz des Wachstums der Wirtschaft um 12,7 Prozent auf 271 Millionen Euro zurück. Die deutschen Importe aus Albanien legten dagegen zu: Sie summierten sich auf 99 Millionen Euro und lagen damit gut 22 Prozent über dem Vorjahresniveau. Unter den Hauptlieferländern rangiert Deutschland nach Italien an zweiter Position. Von deutschen Unternehmen werden vor allem Kraftwagen und Kfz-Teile, Nahrungsmittel, chemische Erzeugnisse sowie Maschinen nach Albanien exportiert. Die Einfuhren aus Albanien bestehen vor allem aus Textilien, Schuhen sowie Eisen und Stahl.

Aktivitäten des Ost-Ausschusses

Am 31. Januar und 1. Februar 2018 reiste Ost-Ausschuss Geschäftsführer Michael Harms zu Gesprächen nach Albanien. Begleitet wurde er von elf Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen. Schwerpunkte des Besuchs waren Gespräche mit Premierminister Edi Rama sowie dem Minister für Finanzen, Wirtschaft, Arbeit und Soziales Arben Ahmetaj und dem Minister für Infrastruktur und Energie Damian Gjiknuri. Der Ost-Ausschuss fördert im Rahmen des Stipendienprogramms der Deutschen Wirtschaft für den Westbalkan auch Stipendiaten aus Albanien.

Quellen: OWC, GTAI, IWF, EBRD, Statistisches Bundesamt