east forum Berlin

Chancen für einen gemeinsamen Wirtschaftsraum von Lissabon bis Wladiwostok

Das east forum Berlin wurde im Jahr 2013 vom Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft und der UniCredit ins Leben gerufen, um eine Plattform für den wirtschaftlichen Austausch zwischen Ost- und Westeuropa zu schaffen und Wege zu einem gemeinsamen Wirtschaftsraum von Lissabon bis Wladiwostok aufzuzeigen. Seit dem dritten east forum Berlin kam die METRO GROUP als neuer Partner hinzu.
 
Von Beginn an hat sich das east forum Berlin die Diskussion über die Beseitigung von Handelshemmnissen und die Schaffung eines gemeinsamen Wirtschaftsraums von Europa bis Asien auf die Fahnen geschrieben. Trotz oder gerade wegen der gegenseitigen Wirtschaftssanktionen zwischen der EU und Russland, die im Sommer 2014 eingeführt wurden, ist dieses Thema heute aktueller denn je. Die Ukraine-Krise hat ganz Europa wirtschaftlich zurückgeworfen, die eigentlichen Gewinner sitzen andernorts. Die Erwartungen von Seiten der Unternehmen nach Stabilität und einem Ausweg aus der Krise sind entsprechend groß.

Zu den Rednern gehörten neben dem Regierenden Bürgermeister von Berlin Michael Müller der EU-Kommissar für Nachbarschaftspolitik und Erweiterungsverhandlungen Johannes Hahn, der in seiner Keynote dazu aufrief, sich am laufenden Konsultationsprozess zur Neuausrichtung der EU-Nachbarschaftspolitik zu beteiligen. In Richtung Russland sagte Hahn: „Gewisse Auflagen sind zu erfüllen, aber die Gesprächsbereitschaft ist jederzeit gegeben, und ich bin zuversichtlich, dass Sanktionen keine Einrichtung für die Ewigkeit sind.“ Für die Bundesregierung bekräftigte Stephan Steinlein, Staatssekretär im Auswärtigen Amt, das Ziel eines „Wirtschaftsraums von Lissabon bis Wladiwostok“. Wie der in Minsk begonnene Friedensprozess wirtschaftlich unterstützt werden kann, war Thema in verschiedenen Panel-Diskussionen. Entwickelt wurde dabei auch der Vorschlag, trilaterale Gespräche zwischen deutschen, ukrainischen und russischen Unternehmern zu organisieren.
 

An den einzelnen Veranstaltungsteilen des east forums Berlin 2015 beteiligten sich 350 Teilnehmer aus 25 Ländern. Moderiert wurden die Panels unter anderem durch Ost-Ausschuss-Geschäftsführer Rainer Lindner und den früheren Vize-Präsident der EU-Kommission Günter Verheugen. Zu den Diskutanten gehörten der georgische Vize-Premierminister Giorgi Kvirikashvili, der serbische Wirtschaftsminister Željko Sertić und Albert Rau, Vize-Minister für Investitionen und Entwicklung der Republik Kasachstan. Die Ukraine war durch den stellvertretenden Leiter der Präsidialadministration Dmytro Shymkiv vertreten.

Zum Abschluss der Konferenz zogen die Veranstalter ein positives Fazit: Das east forum Berlin habe es auch im dritten Jahr wieder geschafft, interessante Gedanken und Ideen zu entwickeln.