Belarussische Delegation auf der INTERLIFT

17. Oktober 2015

Ost-Ausschuss organisierte Besuch auf Aufzugsmesse/ Runder Tisch mit deutschen Branchenvertretern

Vom 13. bis 17. Oktober 2015 fand im Rahmen des Partnerschaftsprojekts des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft mit belarussischen Kammern und Verbänden eine Unternehmerreise zur Messe INTERLIFT ‘15 in Augsburg statt. Zur belarussischen Delegation gehörten führende Vertreter der Aufzugsbranche, darunter die Firmen Gomellift, Brestlift, Luxlift, Liftservice, Izolitkommunprom und Meredian. Die Unternehmen sind Mitglieder des im März 2015 vom Projektpartner des Ost-Ausschusses, des Unternehmer- und Arbeitgeberverbands Professor Kunjawskij, neu gegründeten Belarussischen Verbandes der Aufzugsunternehmen. Der Verband ist an Kontakten zu potenziellen Geschäftspartnern und Verbandskollegen aus Deutschland interessiert.

Der Ost-Ausschuss organisierte die Reise gemeinsam mit dem VFA-Interlift e.V., einem mittelständischen Industrieverband der Aufzugsbranche mit mehr als 190 Mitgliedsunternehmen. Zum Programm gehörten ein Besuch bei den ThyssenKrupp-Aufzugswerken in Neuhausen sowie dem mittelständischen Produzenten von Bedien- und Anzeigekomponenten SCHAEFER in Sigmaringen, eine Messeführung durch die INTERLIFT und ein Runder Tisch zum Thema „Arbeit der Verbände der Aufzugs- und Fahrtreppenerzeuger in Belarus und Deutschland“. Der Besuch der belarussischen Kollegen traf auf ein reges Interesse seitens der Mitgliedsunternehmen von VFA-Interlift, so zählte der Runde Tisch 40 Teilnehmer.

Am Anfang der Veranstaltung informierte Valery Karniyenka, Vorsitzender des Belarussischen Verbandes der Aufzugsorganisationen und Generaldirektor der AG „Gomellift“, über die Gründung, Ziele und Aufgaben des belarussischen Verbandes. Der belarussische Aufzugsmarkt ist heutzutage laut Karniyenka mit folgenden Problemen konfrontiert:

  1. Reduzierung der Finanzierung für die Modernisierung und den Austausch von Aufzügen, die 25 Jahre und mehr in Betrieb waren, gegenüber 2014 um 50 Prozent;
  2. Dumpingpreise durch den Wettbewerb um die Montage von Aufzügen durch konkurrierende Firmen (im Wesentlichen Kleinunternehmen);
  3. Hohe Verschuldung der Auftraggeber für Leistungen in der Aufzugsmontage und -wartung;
  4. Hohe Bürokratiehürden seitens der Gesetzgebung für die Einholung von Genehmigungen und hohe Kosten für Aufzugsunternehmen für die Lizenzierung, Zertifizierung und Gutachten/ Genehmigungen;
  5. Schwierigkeiten der Firmen beim Markteintritt auf Exportmärkten aufgrund der Schutzmaßnahmen anderer Länder.

Seitens des VFA-Interlift nahm an der Veranstaltung ihr Vorsitzender Achim Hütter teil. Er gab einen Überblick über die Arbeit seines Verbandes und ging auf Fragen der belarussischen Delegation ein, z.B. zur Interessenvertretung der Mitgliedsunternehmen durch den Verband. Anschließend kam es zu einem intensiven Dialog zwischen den belarussischen Gästen, dem VFA-Vorsitzenden Hütter sowie dem Projektleiter der Messe Interlift Joachim Kalsdorf. Gegenstand waren Arbeitsweisen und Serviceangebote der Verbände für ihre Mitglieder. Breiten Raum nahmen auch Fragen der Zertifizierung von Aufzugsanlagen und Serviceleistungen, der Marktzugang im jeweils anderen Land, Finanzierungsmodelle sowie Fragen der Aus- und Weiterbildung ein.

Ein weiterer Austausch zwischen beiden Fachverbänden, zunächst insbesondere zu technischen Richtlinien und Regularien, wurde vereinbart und Optionen für Weiterbildungsmaßnahmen avisiert. So soll es unter anderem um Erfahrungen und Argumente für Änderungen in den belarussischen Brandschutzbestimmungen bei Aufzugsanlagen gehen. Außerdem wurden Möglichkeiten einer Beteiligung belarussischer Unternehmen an der nächsten Interlift diskutiert.

Weitere Schritte zur Konkretisierung der Kooperation zwischen den beiden Verbänden sind in den Tagen nach dem Besuch bereits unternommen worden. Auch Kooperationen zwischen einzelnen Unternehmen sind im Entstehen.

Alena Akulich/Martin Hoffmann
Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtscha
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