Am 9. Juli 2026 fand die neue Ausgabe der Webinarreihe „Team Deutschland – Den Wiederaufbau der Ukraine gemeinsam voranbringen“ statt. Die Reihe wird gemeinsam vom Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft und PwC Deutschland in Zusammenarbeit mit Euler Hermes, DEG und GTAI organisiert. Im Mittelpunkt standen aktuelle Entwicklungen, Förderinstrumente sowie konkrete Geschäftsmöglichkeiten in den Bereichen Transport, Logistik und Infrastruktur.
Zu Beginn betonte Dr. Martin Hoffmann (Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft), dass sich die Ukraine trotz der anhaltenden russischen Angriffe zunehmend zu einer bedeutenden Logistikdrehscheibe in Europa entwickle. Funktionierende Verkehrs- und Lieferketten seien die zentrale Voraussetzung für den Wiederaufbau des Landes, entsprechend hoch sei aktuell der Investitionsbedarf zur Schaffung einer leistungsfähigen Transportinfrastruktur.
Anschließend stellte Matthias Koster (PwC Deutschland) die Investitionsgarantien des Bundes vor. Er erläuterte die Möglichkeiten zur Absicherung deutscher Direktinvestitionen gegen politische Risiken und betonte, dass seit Beginn des russischen Angriffskrieges bereits mehr als 50 Investitionsgarantien für Projekte in der Ukraine übernommen wurden.
Karina Lasch (Euler Hermes) gab einen Überblick über die Exportkreditgarantien des Bundes. Sie erläuterte die Absicherungsmöglichkeiten für deutsche Exporteure und Banken sowie die Bedeutung der Hermesdeckungen für Exportgeschäfte mit der Ukraine.
Marion Hierl (Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft – DEG) stellte das Finanzierungsprogramm Ukraine Connect vor. Das Programm ermöglicht langfristige Finanzierungen von bis zu fünf Millionen Euro und kann mit den Investitionsgarantien des Bundes kombiniert werden.
Im Anschluss stellte Nadja Teoharova (Hauptverband der Deutschen Bauindustrie) die Ergebnisse der Ukraine Recovery Conference in Danzig vor. Im Fokus standen die Finanzierung von Wiederaufbauprojekten, transparente Vergabeverfahren und verlässliche Projektpipelines. Sie betonte zudem die Bedeutung langfristiger Partnerschaften, verlässlicher ukrainischer Geschäftspartner, eines besseren Zugangs zu Versicherungen sowie eines intensiveren Dialogs zwischen deutschen Unternehmen und ukrainischen Behörden.
Achim Kampf (Germany Trade & Invest) gab anschließend einen Überblick über aktuelle Entwicklungen im Zoll- und Handelsrecht. Er erläuterte die weit fortgeschrittene Handelsliberalisierung zwischen der Europäischen Union und der Ukraine sowie die fortlaufende Angleichung ukrainischer Vorschriften an EU-Standards. Darüber hinaus stellte er geplante Reformen im Zoll- und Steuerrecht vor, die Verwaltungsverfahren vereinfachen und den grenzüberschreitenden Handel weiter erleichtern sollen.
Philipp Sweens (HHLA International) berichtete über die langjährigen Aktivitäten seines Unternehmens in der Ukraine. Neben dem Container Terminal Odesa entwickelt HHLA mit dem intermodalen Terminal in Batiovo im Dreiländereck Ukraine-Ungarn-Slowakei einen strategisch wichtigen Logistikstandort. Moderne Umschlagterminals sowie leistungsfähige Schienen- und Straßenverbindungen seien entscheidend, um die Ukraine langfristig stärker in europäische Transport- und Lieferketten einzubinden und den Wiederaufbau effizient zu unterstützen.
Daria Senchenko (DB Cargo Full Load Solutions) berichtete aus der operativen Praxis in der Ukraine. Viele europäische Unternehmen sähen weiterhin großes Potenzial im ukrainischen Markt, benötigten jedoch verlässliche Partner bei Fragen zu Transport, Zoll und Grenzabwicklung. DB-Cargo unterstütze Unternehmen mit lokaler Expertise, multimodalen Transportlösungen und einer durchgängigen Begleitung der Lieferkette. Entscheidend sei es, Risiken durch Erfahrung, gute Planung und enge Zusammenarbeit mit lokalen Partnern beherrschbar zu machen.
Abschließend boten parallele Breakout-Sessions Gelegenheit zum vertieften Austausch über Finanzierungs- und Absicherungsmöglichkeiten sowie aktuelle Herausforderungen in den Bereichen Transport, Logistik und Infrastruktur.
Die Webinarreihe „Team Deutschland“ wird fortgesetzt. Die nächste Ausgabe findet am 24. September 2026 zum Schwerpunkt Energie & Energie-Infrastruktur / Erneuerbare Energie statt.
Kateryna Kyslenko, Service Desk Ukraine im Ost-Ausschuss
Alexander Dundua, Studentische Hilfskraft
Alena Akulich
Regionaldirektorin Osteuropa
T. +49 30 206167-113
A.Akulich@oa-ev.de
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