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Der deutsche Handel mit China ist zuletzt auch aufgrund neuer politischer Implikationen immer weiter in den Fokus gerückt. Beinahe unbeachtet bleibt unterdessen, dass die vier Staaten der Visegrád-Gruppe gemeinsam mittlerweile einen um ein Drittel höheren Anteil am deutschen Außenhandel als China vorweisen.
Neben einer Verschlechterung der politischen Beziehungen zwischen Deutschland und Russland ist zuletzt auch der Umfang des bilateralen Handels deutlich zurückgegangen. Als ehemals wichtigster Handelspartner Russlands wurde Deutschland längst von China abgelöst.
Trotz anhaltender Verschlechterungen der politischen Beziehungen zwischen Deutschland und Russland und einem zuletzt getrübten Geschäftsklima blickt Oliver Hermes, Vorsitzender des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, weiterhin optimistisch auf das Jahr 2021.
Dass gute deutsch-russische Beziehungen für beide Länder von Vorteil sind, war eine Grundüberzeugung Michail Gorbatschows. Von diesem Leitgedanken hat sich die Beziehung der beiden Länder zuletzt immer weiter entfernt und befindet sich mittlerweile auf einem neuen Tiefpunkt.
Im Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung unterstreicht Oliver Hermes die verlässliche Handelspartnerschaft mit Polen und die enge Beziehung mit Deutschland. Polen begegne den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise „aus einer Position der Stärke“ heraus. Grund seien neben einer robusten Binnennachfrage, auch starke Exporte und zudem ein Investitionsschub durch EU-Fördermittel.
Mit Blick auf das angespannte deutsch-russische Verhältnis diskutierten geladene Sachverständige im Wirtschaftsausschuss des Bundestages über eine mögliche langfristige Strategie in den deutsch-russischen Beziehungen. Unter ihnen auch Michael Harms, Geschäftsführer des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft.
Im Osthandel ist Polen im Jahr 2020 der wichtigste deutsche Handelspartner gewesen. Unter den bedeutendsten Handelspartnern Deutschlands verdrängte Polen mit diesem Ergebnis sogar Italien von Rang fünf. „Bei der EU-Erweiterung 2004 galt Polen noch als wirtschaftliches Sorgenkind, jetzt ist es auch dank deutscher Investitionen ein industrielles Powerhouse der EU“, kommentiert Oliver Hermes, Vorsitzender des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft diese Entwicklung.
2020 war Polen erstmals fünftgrößter deutscher Handelspartner. Daneben sind auch Tschechien und Ungarn wichtige Handelspartner im Osten. „Seit November liegt der Handel mit Mittel- und Osteuropa sogar über dem Niveau des Vorjahres“, so der Ost-Ausschuss-Vorsitzende Oliver Hermes.
Die Corona-Krise hat im vergangenen Jahr auch die deutsch-russischen Handelsbeziehungen unter Druck gesetzt. „Die Corona-Krise und ihre wirtschaftlichen Folgen hinterlassen natürlich Spuren in den deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen”, so Michael Harms, Geschäftsführer des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft.
In einem Gastbeitrag für die Welt mahnt Oliver Hermes, Vorsitzender des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, vor unüberlegten Entscheidungen bei der Pandemiebekämpfung. Politische Entscheider müssten sich der komplexen Aufgabe stellen, eine gewichtete Abwägung zwischen Gesundheitsschutz, wirtschaftlich-sozialen Bedürfnissen und Wohlstandsansprüchen zu erreichen.

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