2025 war kein einfaches Jahr für die deutsche Wirtschaft – und doch haben wir im Ost-Ausschuss mit unseren Mitgliedsunternehmen bewiesen, wie viel möglich ist: wir haben Märkte erschlossen, Partnerschaften vertieft und neue Rekorde im Osthandel erzielt. Diese Erfolge sind ein Fundament für 2026. Die Herausforderungen werden sicherlich nicht kleiner werden. Da sind das unverändert schwierige konjunkturelle Umfeld, der hohe Wettbewerbsdruck und die geopolitischen Verschiebungen, die uns alle in unseren Unternehmen tagtäglich fordern. Über allem hängt weiterhin der Schatten des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine, der seit bald vier Jahren tobt.
Gerade die vielen deutschen Unternehmen, die in der Ukraine engagiert sind, beweisen täglich, was auch unter schwierigsten Bedingungen machbar ist: 2025 ist der Handel mit der Ukraine auf ein Rekordhoch von rund zwölf Milliarden Euro gestiegen. Trotz des Krieges wurden in der Ukraine über 50 deutsche Projekte mit Garantien des Bundes ausgestattet.
Es wäre jedenfalls mit Sicherheit die falsche Strategie, einfach auf bessere Zeiten zu warten. Vielmehr geht es darum, aktiv Wachstumschancen zu ergreifen und sich immer wieder vielversprechende Märkte zu erschließen. Zu diesen vielversprechenden Märkten gehören die Partnerländer des Ost-Ausschusses. Diese stehen für fast ein Fünftel des deutschen Außenhandels – trotz des dramatischen Rückgangs unseres Handels mit Russland seit 2022. Dazu kommen Investitionen deutscher Unternehmen von über 166 Milliarden Euro in der Region.
So waren die EU-Staaten in Mittel- und Südosteuropa im Jahresverlauf erneut verlässliche Partner der deutschen Wirtschaft. Polen baute seine Rolle als viertgrößter Absatzmarkt Deutschlands vor Italien und China weiter aus. Aber auch in die südosteuropäischen EU-Märkte wie Slowenien und Rumänien wurden deutlich mehr Güter exportiert als 2024. Zusammen mit Kasachstan gewinnen Usbekistan aber auch die Länder des südlichen Kaukasus bei der Sicherung der europäischen Energie- und Rohstoffversorgung und der Gewinnung von Fachkräften weiter an Bedeutung. Durch das im zurückliegenden Jahr ausverhandelte Friedensabkommen zwischen Armenien und Aserbaidschan wird auch die Bedeutung des Mittleren Korridors für Transporte in und über den Südkaukasus und Zentralasien sowie nach China wachsen.
Es kann und muss noch Einiges dafür getan werden, um die Chancen, die die mittel- und osteuropäischen Märkte deutschen Unternehmen bieten, vollumfänglich nutzen zu können. Dazu gehören die Verbesserung der unternehmerischen Rahmenbedingungen für den Wiederaufbau der Ukraine, der Abbau weiter bestehender Hürden auf dem europäischen Binnenmarkt, mehr Tempo und Verbindlichkeit bei der Erweiterung der EU um die Länder des Westlichen Balkans, die Ukraine und Moldau, die dafür wiederum ihre Hausaufgaben machen müssen, und der Ausbau der wirtschaftlichen Beziehungen mit Zentralasien und dem Südlichen Kaukasus. Dafür wird der Ost-Ausschuss auch 2026 beharrlich eintreten.
Dieser Artikel erschien am 7. Januar 2026 als Gastbeitrag in den NfA
Christian Himmighoffen
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