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Große Pläne in Dubrovnik

Blick über die Altstadt von Dubrovnik auf die Adria. Foto: Dr. Martin Hoffmann
29.04.2026
Auf dem jährlichen Summit der Drei-Meeres-Initiative stehen ein KI-Megaprojekt und große Infrastrukturvorhaben im Mittelpunkt / Impulse für die Vernetzung von Südost- und Ostmitteleuropa

28. und 29. April 2026 fand in Dubrovnik das diesjährige politische Gipfeltreffen sowie ein Business Forum der Drei-Meeres-Initiative (3SI) statt. Die 3SI vereinigt 13 ost- und südosteuropäische EU-Mitgliedsländer zwischen Ostsee, Adria und Schwarzem Meer, die mit dieser Initiative ihre Interessen in Politik, Wirtschaft und Sicherheit bündeln. Die Initiative begeht in diesem Jahr ihr zehnjähriges Jubiläum. Kroatien hat in diesem Jahr die Präsidentschaft inne.

Deutschland ist zwar nicht direktes Mitglied der Drei-Meeres-Initiative, die maßgeblich von Kroatien, Polen aber auch den USA vorangetrieben wurde, die Bundesregierung unterstützt dennoch das Format als Partner, um die Konnektivität in Mittel- und Osteuropa zu stärken, die Energiesicherheit zu erhöhen und die wirtschaftliche Entwicklung zwischen Adria, Ostsee und Schwarzem Meer zu fördern. Dies ist auch der Grund, warum sich der Ost-Ausschuss seit vielen Jahren im Rahmen der Business Foren einbringt.

Das diesjährige Business Forum im kroatischen Dubrovnik war sehr hochrangig besetzt und bot entsprechend hervorragende Vernetzungsmöglichkeiten. So nahmen sieben Präsidenten und Premierminister der Mitgliedstaaten der 3SI sowie zahlreiche Minister und Vizeminister teil. Auch namhafte Vertreter aus den USA waren vertreten, was das Interesse der USA an dieser Initiative nochmals verdeutlicht. Der Veranstalter, das Außenministerium Kroatiens, sprach von insgesamt 1200 registrierten Gästen.

Ausbau der Verkehrs- und Energieinfrastruktur

Beim Business Forum standen drei Themen im Mittelpunkt: Infrastruktur, Energie und Technologie. Eng mit den Schwerpunkten verbunden war zudem das Querschnittsthema „Security“. Im Bereich Infrastruktur wurden verschiedene Projekte vorgestellt wie der India-Middle East-Europe Corridor (IMEC), die Rail Baltica, die Adriatisch-Ionische Autobahn, der Hafenausbau im rumänischen Constanta und verschiedener Adria-Häfen sowie Eisenbahnverbindungen in und durch die Türkei. Als nächster Schritt steht an, die verschiedenen Verkehrsinfrastrukturprojekte zu priorisieren und deren Finanzierung sicherzustellen.

Im Bereich Energie ging es insbesondere um die Versorgungssicherheit der Länder und eine bessere Verbindung untereinander. Ein wichtiges Projekt, das in Dubrovnik vereinbart wurde, ist die Schaffung einer Verbindungspipeline für Erdgas zwischen Kroatien und Bosnien Herzegowina, um die Region stärker von russischem Gas unabhängig zu machen. Eine große Rolle spielten in den Diskussionen zudem die Nutzung und der Ausbau von Nuklearenergie, wobei insbesondere kleinen modularen Reaktoren (SMR) eine große Aufmerksamkeit geschenkt wurde.

Megaprojekt „Pantheon“

Am Rande des Summits wurde das Megaprojekt „Pantheon“ angekündigt. Dabei geht es um die Errichtung eines KI-Innovationszentrums mit einem Supercomputer in der Gemeinde Topusko, etwa 80 Kilometer südlich von Zagreb. Die gesamte Investition umfasst laut Medienberichten auch fortschrittliche Energiesysteme, eigene Wasserquellen und Kühlsystemlösungen sowie ein komplexes Netz von Übertragungsleitungen und Straßen. Mit mehr als 50 Milliarden Euro soll es sich um die größte Investition in der kroatischen Geschichte handeln und hätte damit eine Signalwirkung für ganz Mittel- und Südosteuropa. Der Baubeginn ist für 2027 geplant, sodass bereits auf dem nächste 3SI-Gipfel im kommenden Jahr in der Slowakei über den Baufortschritt berichtet werden könnte.

Dr. Martin Hoffmann,
Direktor Strategie und Research im Ost-Ausschuss

Kontakt

Dr. Martin Hoffmann
Direktor Strategie und Research
Logistik und Verkehrsinfrastruktur
Gesundheitswirtschaft
Fachkräftesicherung
T. +49 30 206167-126
M.Hoffmann@oa-ev.de

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