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RIA Novosti befasst sich in ihrem Beitrag mit den Auswirkungen des gesunkenen Handelsverkehrs zwischen Deutschland und Russland auf deutsche Arbeitsplätze. Es wird dabei auf die Einschätzung des Ost-Ausschuss-Vorsitzenden Eckhard Cordes eingegangen, dass zwischen 150.000 und 160.000 deutsche Arbeitsplätze betroffen seien, nachdem der deutsche Export nach Russland in den ersten vier Monaten des Jahres 2015 um 34 % eingebrochen sei. Genannt werden in dem Beitrag auch Zahlen russischer Statistiken, die sich jedoch nur geringfügig von den deutschen Daten unterscheiden.

Die Welt veröffentlicht eine Meldung der Presseagentur dpa. Inhalt sind die Aussagen Cordes‘ zur Sanktionspolitik der EU. Diese seien kein geeignetes Mittel, um die Probleme der bestehenden Krise zu lösen, und hätten darüber hinaus negative Folgen für die deutsche Wirtschaft.

Das Handelsblatt berichtet über den Beschluss Eckhard Cordes‘, sein Amt als Vorsitzender des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft im Herbst abzugeben. Sein Nachfolger soll demnach der Chef des Industriegase-Konzerns Linde, Wolfgang Büchele, werden. Cordes wolle jedoch seine Tätigkeit im Vorstand des Ost-Ausschusses weiterhin wahrnehmen. Das Handelsblatt zitiert Cordes mit folgender Begründung für seine Entscheidung: „Die Arbeit im Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft ist mir zu einer absoluten Herzensangelegenheit geworden.

In dem Bericht der Zeit geht es um den Verlauf des Petersburger Wirtschaftsforums. Es wird hervorgehoben, dass die russische Seite sehr darauf bedacht sei, asiatische Partner, insbesondere aus China und Indien, zu umwerben, um diese nicht nur als wirtschaftliche, sondern auch politische Partner zu gewinnen. Hintergrund seien die Bestrebungen Moskaus, vom Westen als Partner unabhängiger zu werden und neue geopolitische Bündnisse als Antwort auf „westliche Kriegsbündnisse“ zu schließen.

In einem Interview mit der Frankfurter Rundschau spricht Russland-Experte Stefan Meister über „die Sanktionen gegen Moskau und die Gründe, aus denen der Westen trotz aller Nachteile an ihnen festhält“. Dabei wird auch auf die Einschätzung von Eckhard Cordes eingegangen, dass durch die Sanktionen Vertrauen verloren gehe und „gewachsene deutsch-russische Wirtschaftsbeziehungen […] gestört“ würden. Meister hebt unter anderem das Dilemma bei den Sanktionen hervor, wonach diese eigentlich immer auch die Schwächeren träfen, in Ermangelung von Alternativen jedoch die einzige Lösung seien.

Die Berliner Zeitung widmet sich in ihrem Artikel den Folgen der Wirtschaftssanktionen gegen Russland und legt dabei den Fokus sowohl auf die russische Wirtschaft als auch auf die in Russland aktiven deutschen Unternehmen. Der Vorsitzende des Ost-Ausschusses, Eckhard Cordes, wird mit der Aussage zitiert, „Wirtschaftssanktionen und Isolationspolitik werden die bestehenden Probleme nicht lösen“. Mit nur 2,6 % hätten die deutschen Ausfuhren nach Russland 2014 einen geringen Anteil am deutschen Gesamtexport.
In diesem Beitrag der „Welt“ wird kritisch Bezug genommen zur Wirkungslosigkeit eines Teils der Russland-Sanktionen sowie der Inkonsequenz bei ihrer Umsetzung. Dies gelte besonders für die Einfrierung von Vermögenswerten bestimmter Personen auf den EU-Listen, welche in Wirklichkeit nicht oder nur in geringem Maße stattfinde. Auch ein Teil der Handelsbeschränkungen würde auf verschiedene Weise umgangen. Trotzdem richteten die Sanktionen nicht nur der russischen Wirtschaft Schaden an, sondern gefährdeten rund 2 Millionen Arbeitsplätze in der EU.
Die Neue Zürcher Zeitung befasst sich mit der Stimmung im Vorfeld des Wirtschaftsgipfels in Sankt Petersburg (SPIEF, Saint Petersburg International Economic Forum) und kommt zu dem Schluss, dass in Hinblick auf die Geschäftserwartungen eine Art stabilisierter Pessimismus bereits im Laufe der Vorjahre eingetreten sei. Ein gutes Zeichen sei jedoch, dass die Anwesenheit westlicher Top-Manager trotz krisenhafter Beziehungen zwischen Russland und dem Westen wieder Normalität sei.
„Die Welt“ veröffentlicht einen ausführlichen Bericht zu den Ausmaßen des wirtschaftlichen Schadens, den die EU und die Schweiz durch die Russland-Sanktionen erleiden. Der Bericht stützt sich auf die Studie des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (Wifo), deren Autoren ihre pessimistischsten Prognosen bestätigt sehen.
Auch das Handelsblatt bezieht sich in seinem Beitrag auf das Wirtschaftsforum in St. Petersburg und konstatiert, dass die überwiegende Mehrheit der deutschen Unternehmen sich strikt an die Sanktionen gegen Russland hält, während viele europäische und amerikanische Konkurrenten über Hintertüren bereits neue Geschäfte anbahnen.

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