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Wiederaufbau des ukrainischen Gesundheitssektors - Chancen für deutsche Unternehmen

Krankenhaus Ochmatdyt. Foto: A. Metz
13.03.2026
Neue Ausgabe der Webinarreihe „Team Deutschland – Den Wiederaufbau der Ukraine gemeinsam voranbringen“ / Schwerpunktthema: Gesundheitssektor

Am 13. März 2026 fand eine neue Ausgabe der Webinarreihe „Team Deutschland – Den Wiederaufbau der Ukraine gemeinsam voranbringen“ statt. Die Reihe wird gemeinsam vom Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft und PwC Deutschland in Zusammenarbeit mit Euler Hermes, DEG und verschiedenen Wirtschaftsverbänden und -organisationen organisiert. Rund 65 Teilnehmende aus Deutschland und der Ukraine informierten sich über aktuelle Entwicklungen, strukturelle Herausforderungen, Förderinstrumente sowie konkrete Kooperations- und Geschäftsmöglichkeiten im ukrainischen Gesundheitssektor.

Zu Beginn stellte Matthias Koster (PwC Deutschland) gemeinsam mit Karina Lasch (Euler Hermes) und Marion Hierl (Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft - DEG) die wichtigsten staatlichen Finanzierungs- und Absicherungsinstrumente für Projekte im ukrainischen Gesundheitssektor vor. Die Angebote reichen von den bekannten Exportkredit- und Investitionsgarantien des Bundes bis hin zu den weniger bekannten DEG Programmen UkraineConnect und ImpactConnect, die flexible Finanzierungen bis zu fünf Millionen Euro ermöglichen.

Anschließend gab Ulrike Hopp Nishanka (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung - BMZ) einen kompakten Überblick über die Aktivitäten des Ministeriums zur Modernisierung des ukrainischen Gesundheitssystems und zur Unterstützung vulnerabler Gruppen. Martin Hoffmann erläuterte danach die laufenden Aktivitäten des Ost-Ausschusses der Arbeitsgruppe „Gesundheitswirtschaft“, die der Ost-Ausschuss gemeinsam mit der GHA – German Health Alliance führt, und verwies auf das hohe Interesse in der Ukraine an moderner Medizintechnik und Reha-Angeboten „Made in Germany“. Ergänzend berichteten Vertreter von AHP International und COMMIT Project Partners über Programme und Delegationsreisen, die Begegnungen zwischen Unternehmen der deutschen und ukrainischen Gesundheitswirtschaft erleichtern und neue Kooperationschancen eröffnen.

Im Webinar traten auch ukrainische Sprecher auf, die zentrale Entwicklungen im Gesundheitssektor vorstellten. Tetiana Vorontsova, Präsidentin des interregionalen medizinischen Clusters in Riwne, erläuterte, wie das Projekt den Wiederaufbau unterstützt und digitale sowie diagnostische Projekte vorantreibt. Trotz der schweren Kriegsschäden und Herausforderungen wie Energieengpässen, Fachkräftemangel und hohem Rehabilitationsbedarf baut die Initiative „Clusters4Health” die Zusammenarbeit mit europäischen Partnern stetig aus. Yuliia Skhulukhiia von der staatlichen Beschaffungsagentur MPU stellte transparente, digitalisierte Vergabeverfahren vor und betonte das starke Interesse an Kooperationen mit deutschen Unternehmen.

Impulse aus der deutschen Unternehmenspraxis

Die Drägerwerk AG ist seit Jahrzehnten in der Ukraine aktiv und verfügt dort über ein stabiles Vertriebs- und Servicenetz. Für das Unternehmen berichtete Juliane Nagel aus der Praxis in der Ukraine, beschrieb die hohe Nachfrage nach Intensiv- und OP-Technologie sowie Beatmungs- und Monitoringgeräten, weshalb Dräger internationale Förderprogramme aufmerksam verfolgt, um die Versorgung sicherzustellen.

Petra Hoheisel von Fresenius Medical Care erläuterte, wie das Unternehmen seine ukrainischen Dialysezentren trotz des Krieges, beschädigter Infrastruktur und Problemen in den Lieferketten mit Hilfe von Notstromlösungen am Laufen hält. Das Unternehmen unterstützt unter anderem auch den Wiederaufbau eines Kinderkrankenhauses in Kyjiw.

Abschließend boten parallele Breakout Sessions einen kompakten Einblick in zentrale Themen der Gesundheitswirtschaft und ermöglichten gezielte Diskussionen zu den Themen Finanzierung, Beschaffung, Kooperationen sowie pharmazeutischen, digitalen und medizintechnischen Fragen.

Deutlich wurde, dass ukrainische Kliniken einen hohen Bedarf an moderner Technologie haben und deutsche Unternehmen besonders in Diagnostik, Notfallmedizin, Rehabilitation und Telemedizin gute Chancen besitzen. Zudem zeigte sich ein starkes Interesse an langfristigen Partnerschaften auf beiden Seiten.
Die Webinarreihe „Team Deutschland“ wird fortgesetzt. Die nächste Ausgabe findet am 23. April 2026 zum Schwerpunkt IT, Digitalisierung & Tech/Outsourcing & Innovation statt.

Kateryna Kyslenko,
Service Desk Ukraine im Ost-Ausschuss 

Kontakt

Kateryna Kyslenko
Leiterin Service Desk Ukraine
T. +49 30 206167-129
K.Kyslenko@oa-ev.de

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