Im Februar tagte bereits zum sechsten Mal der Länderkreis Südosteuropa des Ost-Ausschuss - Osteuropavereins (OAOEV). Die Teilnehmer lobten die positive wirtschaftliche Entwicklung in der Region und die Lösung des Namensstreits um Mazedonien.
Länderkreissprecher Janusz Kulik, Member of the Board der REWE International AG, eröffnete die Sitzung, zu der etwa 25 Vertreter von Unternehmen und Verbänden anreisten. In seiner Begrüßung verwies Kulik auf die weiterhin positive Entwicklung der deutschen Wirtschaftsbeziehungen mit der Region. Lag der Warenaustausch 2017 noch bei einem Gesamtvolumen von 64,5 Milliarden Euro, erreichte er 2018 bereits 69,5 Milliarden Euro, was einer Steigerung von fast acht Prozent entspricht.
Die Unternehmen teilten die positive Einschätzung zur wirtschaftlichen Entwicklung in der Region. Als größte Herausforderung führten sie übereinstimmend den zunehmenden Fachkräftemangel an, der sich durch die Abwanderung qualifizierter Fachkräfte sowie weiterhin ausbaufähige Berufsbildungssysteme weiter verschärft. Kurz vor der Sitzung waren Nordmazedonien und Griechenland wesentliche Schritte zur Lösung ihres 27 Jahres dauernden Namensstreites gegangen. Die Teilnehmer werteten dies einmütig als ermutigendes Signal auch an Investoren.
Traditionell sind Vertreter des Auswärtigen Amtes und des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) eingeladen, sich an den Sitzungen des Länderkreises zu beteiligen und eine Einschätzung zu den politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen aus Sicht der Bundesregierung zu geben. Sabine Stöhr, die Leiterin des für den Westbalkan zuständigen Referats im Auswärtigen Amt, und Helge Tolksdorf, Referatsleiter des Referates Südosteuropa, EU-Erweiterung und Türkei im BMWI, fassten die Entwicklungen zusammen und eröffneten das Feld für eine intensive Diskussion.
Ein wesentlicher Bestandteil der Sitzung ist traditionell auch die Abstimmung zu anstehenden Aktivitäten des OAOEV und ein Rückblick auf die vergangenen Monate. Die regionale Wirtschaftskonferenz, die der OAOEV gemeinsam mit der Deutsch-Serbischen Auslandshandelskammer im September 2018 in Belgrad organisierte, war dabei ein besonderer Höhepunkt in den Aktivitäten des Länderbereichs. Die Veranstaltung stand ganz im Zeichen des 15jährigen Bestehens des Zoran Djindjic Stipendienprogramms der Deutschen Wirtschaft für die Länder des Westlichen Balkans.
Für 2019 planen der OAOEV und die AHK Belgrad eine Folgekonferenz im zweiten Halbjahr. Im Zentrum der Aktivitäten stehen die Netzwerkpflege und der weitere Ausbau der Kontakte. So wird es Delegationsreisen unter anderem nach Montenegro, Moldau, Kroatien sowie Slowenien geben. Darüber hinaus beteiligt sich der OAOEV auch in diesem Jahr aktiv an der Vorbereitung des zweiten Digital Summit für die Länder des Westlichen Balkans, der Anfang April 2019 in Belgrad stattfinden wird. Bereits am Vorabend des Summit 2019 wird es einen Deutsch-Serbische Runden Tisch zum Thema Digitalisierung geben, bei dem sich der OAOEV ebenfalls aktiv einbringt. Die kommende Sitzung des Länderkreises Südosteuropa wird Ende September in der bosnisch-herzegowinischen Hauptstadt Sarajevo und damit wieder in der Region stattfinden.
Anja Quiring
Regionaldirektorin Südosteuropa
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