Vom 28. bis 29. Oktober 2026 war Pristina erneut Treffpunkt für Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und internationalen Institutionen: Unter dem Leitmotiv „Innovation. Nachhaltigkeit. Partnerschaft für eine europäische Zukunft“ kamen mehr als 600 Teilnehmende beim Deutsch-Kosovarischen Wirtschaftsforum zusammen, um die bilaterale Zusammenarbeit weiter zu vertiefen.
Das Forum wurde in diesem Jahr bereits zum dritten Mal von der Deutsch-Kosovarischen Wirtschaftsvereinigung in enger Partnerschaft mit der kosovarischen Regierung, der Deutschen Botschaft Pristina, der GIZ, der AHK Nordmazedonien, Albanien und Kosovo sowie dem Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft und weiteren Unterstützern organisiert. Es hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Format entwickelt, das wirtschaftspolitische Diskussionen, branchenspezifischen Austausch und direkte Unternehmenskontakte miteinander verbindet.
Eröffnet wurde das Forum durch den kosovarischen Premierminister Albin Kurti, der in seiner Rede auf die besondere Rolle Deutschlands für die wirtschaftliche Entwicklung seines Landes einging. Deutschland sei der wichtigste Investor und Handelspartner seines Landes. Während Deutschland die Erfahrung liefere, trage Kosovo mit seiner „Energie“ zur Partnerschaft bei. Gerade vor dem Hintergrund der geopolitischen Verschiebungen könne sich Kosovo neu positionieren, wenn es um die Neugestaltung von Lieferketten geht.
Der deutsche Botschafter Rainer Rudolph und Nina Wunderlich, Unterabteilungsleiterin im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, unterstrichen in ihren Beiträgen, dass Deutschland das Land als verlässlicher Partner weiter auf seinem europäischen Weg begleiten werde.
Im Mittelpunkt des ersten Tages standen Paneldiskussionen und thematische Fachforen zu den zentralen Zukunftsbereichen der deutsch-kosovarischen Wirtschaftskooperation. Es wurden Perspektiven der digitalen Wirtschaft und des Nearshorings, Fragen der Energiewende und Infrastrukturentwicklung sowie Chancen der industriellen Zusammenarbeit und Fertigung diskutiert.
Besondere Aufmerksamkeit erhielt eine hochrangig besetzte Podiumsdiskussion zur Vertiefung der deutsch-kosovarischen Zusammenarbeit in den Bereichen industrielle Transformation, Künstliche Intelligenz und Investitionen. Sie setzte den Rahmen für die folgenden Fachforen. Mit dabei waren die kosovarische Ministerin für Industrie, Unternehmertum, Handel und Innovation Mimoza Kusari-Lila, der Bundestagsabgeordnete David Preisendanz (CDU), Peter Friedrich, Chef der Handwerkskammer Region Stuttgart, und Visar Pacarada, Vorstandsvorsitzender der ProCredit Bank Kosovo. Die von Anja Quiring, Regionaldirektorin für Südosteuropa des Ost-Ausschusses, moderierte Diskussion machte deutlich, dass Wettbewerbsfähigkeit, Innovation und verlässliche Partnerschaften entscheidende Faktoren für die nächste Phase der deutsch-kosovarischen Wirtschaftsbeziehungen sind.
Der zweite Forumstag stand ganz im Zeichen der Vernetzung. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Rolle der kosovarischen Wirtschaftsdiaspora in Deutschland als Brücke zwischen beiden Ländern. In seiner Eröffnungsrede betonte Markus Delfs, Landesdirektor der GIZ in Kosovo, die Bedeutung der Diaspora für Investitionen, Innovationen und industrielle Kooperationen. Die anschließende Diskussion, an der auch der kosovarische Außenminister Glauk Konjufca teilnahm, verdeutlichte das Potenzial der gewachsenen Netzwerke zwischen Unternehmen, Institutionen und Fachkräften beider Länder.
Wir freuen uns auf die weitere Intensivierung des Wirtschaftsdialogs mit Kosovo. Für kommendes Jahr ist unter anderem der Besuch einer Ost-Ausschuss-Unternehmensdelegation in Pristina geplant.
Anja Quiring,
Regionaldirektorin Südosteuropa im Ost-Ausschuss
Anja Quiring
Regionaldirektorin Südosteuropa
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