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„Außenhandel mit Osteuropa kommt weiter in Schwung“

Quelle: Pixabay
13.07.2021
Statement des Ost-Ausschuss-Vorsitzenden Oliver Hermes zum deutschen Osthandel im Januar bis Mai 2021

„Der deutsche Außenhandel mit Osteuropa kommt weiter in Schwung und erreicht wieder das Niveau von vor der Corona-Krise. Im Mai 2021 stiegen die deutschen Ausfuhren in wichtige Absatzmärkte wie Polen, Tschechien, Ungarn, Rumänien und Russland gegenüber Mai 2020 um teils deutlich über 50 Prozent. In den ersten fünf Monaten 2021 waren die Exporte in die 29 Staaten Mittel- und Osteuropas um fast 24 Prozent höher als im Vorjahr und immerhin knapp sieben Prozent höher als im Januar bis Mai 2019. Die enge Verflechtung der deutschen Wirtschaft mit der Region, auf die fast ein Fünftel des deutschen Außenhandels entfällt, macht sich einmal mehr bezahlt. Die Wertschöpfungsketten der deutschen Industrie mit der Region sind intakt und werden weiter ausgebaut.

Die Aussichten sind gut: Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung hat ihre Wachstumsprognose für die Gesamtregion gerade um 0,6 Prozentpunkte auf 4,2 Prozent im laufenden Jahr erhöht. Auch die EU-Kommission erwartet in ihrer gerade veröffentlichten Sommerprognose kräftiges Wachstum in den mittel- und südosteuropäischen Mitgliedstaaten. Spitzenreiter ist dabei Rumänien (7,4 Prozent), gefolgt von Ungarn (6,3 Prozent) und Slowenien (5,7 Prozent). Die anlaufenden EU-Programme zur Überwindung der Corona-Pandemie werden den EU-Mitgliedsländern in Mittel- und Südosteuropa aber auch den Beitrittskandidaten weitere Konjunkturimpulse geben. Diese Mittel müssen jetzt so schnell wie möglich bereitgestellt und effizient eingesetzt werden.

Risiken für den regionalen Konjunkturaufschwung sind drohende neue Beschränkungen im Zuge einer weiteren Corona-Welle und die weltweiten Engpässe in Liefer- und Logistikketten. Die jüngsten Drohungen der belarussischen Führung, den Warentransit durch das Land einzuschränken, führen in dieser Situation zusätzlich zu Verunsicherung, weil sie einen wichtigen Lieferweg nach Russland und Asien gefährden würden.

Um die Resilienz gegen Unterbrechungen einzelner Lieferwege zu verbessern, sollte die EU die Konnektivität Richtung Osten verbessern. Dazu gehört die Diversifizierung der grenzüberschreitenden Verkehrsinfrastruktur mit Mittel- und Osteuropa sowie Zentralasien, etwa durch den Ausbau des Bahntransits zwischen der EU und China. 

Umso mehr begrüßen wir, dass die EU-Außenminister sich am 12. Juli 2021 mit der europäischen Konnektivitätsstrategie beschäftigt haben. Damit können wir unseren östlichen Partnerländern hoffentlich bald konkrete Angebote zum nachhaltigen Infrastrukturausbau machen und eine übermäßige Abhängigkeit von China verhindern. Dies eröffnet auch europäischen Unternehmen neue Chancen, die bei chinesischen Seidenstraßenprojekten nicht zum Zuge kommen.“
 

Ansprechpartner

Christian Himmighoffen
Leiter Presse und Kommunikation
Tel.: 030 206167-122
C.Himmighoffen@oa-ev.de

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