Direkt zum Inhalt
Seit dem Beginn des Angriffskrieges Russlands gegen die Ukraine orientieren sich zahlreiche deutsche Unternehmen neu, die vor Kriegsbeginn in Russland engagiert waren. Stark im Kommen ist die Region Zentralasien, und hier vor allem Kasachstan und Usbekistan. Allein vom 18. bis 20. April standen fünf Wirtschaftskonferenzen mit Zentralasien-Bezug in Deutschland auf der Agenda, an drei dieser Konferenzen war der Ost-Ausschuss beteiligt.
In der jüngsten Sitzung des Ost-Ausschuss-Arbeitskreises Russland am 30. März ging es um praktische Unternehmensprobleme, die mit einem Ausstieg vom russischen Markt oder dem weiteren Verbleib verbunden sind. Mario Mehren, CEO von Wintershall Dea, wurde als Arbeitskreissprecher verabschiedet. Sein Unternehmen habe nach 32 Jahren einen Schlussstrich unter die Zusammenarbeit mit Russland gezogen, erläuterte Mehren. „Unsere Entscheidung ist endgültig. Damit ist es nur folgerichtig, auch den Weg freizumachen für eine neue Leitung des Arbeitskreises.“
Rund 30 Unternehmensvertreter kamen auf Einladung des Ost-Ausschusses und SAP am 2. März in den Berliner SAP Data Space zu einem Business Roundtable mit dem armenischen Premierminister Nikol Pashinyan. Armeniens Wirtschaft gehörte 2022 mit einem Plus von 12,5 Prozent zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften weltweit. Auch der deutsch-armenische Handel wies mit einem Plus von 120 Prozent im vergangenen Jahr eine hohe Dynamik auf. Entsprechend groß war das Interesse an der Runde.
Der Andrang war groß: Über 300 Teilnehmer aus Deutschland und Usbekistan besuchten am 1. März das Deutsch-Usbekische Businessforum im Berliner Haus der Deutschen Wirtschaft, an dem auch der usbekische Ministerpräsident Abdulla Aripov teilnahm. Seit der wirtschaftlichen Öffnung des Landes 2016 unter Staatspräsident Shavkat Mirzijojev, aber erst recht seit dem russischen Überfall auf die Ukraine ist Usbekistan wie die gesamte Region Zentralasien als Standort und Drehkreuz nach Asien in den Fokus der deutschen Wirtschaft gerückt.
Im Mittelpunt der ersten Sitzung des Arbeitskreises Fachkräftesicherung für 2023 am 7. Februar standen die Beratung für Fachkräfte aus der Ukraine auf dem deutschen Arbeitsmarkt, eine entsprechende Unternehmensabfrage des Ost-Ausschusses sowie mögliche Fachkräfte- und Bildungsprojekte mit Usbekistan. Vorgestellt wurde außerdem die neue Studie der Stiftung Familienunternehmen über Mittel- und Osteuropa.
Zentralasien und vor allem Kasachstan rücken immer mehr in den Fokus der deutschen Unternehmen. Gemeinsam mit der Botschaft der Republik Kasachstan organisierte der Ost-Ausschuss am 31. Januar und 1. Februar in München und in Hamburg Runde Tische, um die aktuellen Themen der Kooperation zu diskutieren. Das Event in Hamburg wurde gemeinsam mit der Handelskammer Hamburg veranstaltet.
Drei Jahre sind eine lange Zeit – nach langer, pandemiebedingter Pause öffnete die Internationale Grüne Woche in Berlin im Januar 2023 endlich wieder ihre Tore für einen Austausch auf Gaumenhöhe. Flankiert vom organisierten Global Forum for Food and Agriculture (GFFA), das das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) organisierte, und dem Agrarministergipfel führten zahlreiche internationale Delegationen Gespräche unterm Berliner Funkturm – auch auf Initiative der German Agribusiness Alliance beim Ost-Ausschuss.
Aus Anlass der 30-jährigen Jubiläums der deutsch-kasachischen Beziehungen wurde auf der 36. Sitzung des Berliner Eurasischen Klubs am 13. Dezember 2022 ein Blick in die Zukunft geworfen. Einig waren sich alle Teilnehmer der Veranstaltung im Berliner Hotel Waldorf Astoria, dass Kasachstan im Zuge der notwendigen Diversifizierung der deutschen Wirtschaft eine wachsende Bedeutung zukommt. Dabei sind die Zusammenarbeit im Energie- und Rohstoffsektor, die Entwicklung der Transportwege und die Verbesserung der Finanzierungsmöglichkeiten entscheidende Stellgrößen.
Mit 250 geladenen Gästen, darunter Bundeskanzler Olaf Scholz und Vizekanzler Robert Habeck, zog der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft am 12. Dezember 2022 in der Berliner Axica eine Bilanz seiner 70-jährigen Geschichte und schärfte den Blick für anstehende Herausforderungen. „Der Ost-Ausschuss ist ein Pionier“, lobte der Bundeskanzler das Geburtstagskind. Im Hinblick auf die Unterstützung der Ukraine, die Fortsetzung der EU-Erweiterung Richtung Ost- und Südosteuropa und die Umsetzung der Energiewende sei dieser Pioniergeist nun besonders gefragt.

Am 8. Dezember 2022 tauschten sich Mitglieder und Partner des Ost-Ausschusses zu aktuellen Themen und der Agenda 2023 des Arbeitskreises Fachkräftesicherung aus. Die virtuelle Sitzung unter Leitung des Arbeitskreissprechers Enrico Rühle informierte und diskutierte über das Zoran Djindjic Stipendienprogramm der Deutschen Wirtschaft für die Länder des Westlichen Balkans, die Unterstützung der Fachkräfte in und aus der Ukraine, die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Fachkräfte aus Russland.

Diese Seite teilen: