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Vor 30 Jahren unterzeichneten Bundeskanzler Kohl und Polens Premier Bielecki den Nachbarschaftsvertrag. Seither sind beide Länder zusammengerückt. Bundespräsident Steinmeier reist aus diesem Anlass nach Warschau.
Geschäfte mit Europas letztem Diktator in Belarus? Bisher kein Problem für westliche Firmen. Jetzt aber sieht die Wirtschaft „Vertrauen zerstört“. Ein Insider aus der Industrie warnt aber vor voreiligen Schritten. Die Folgen einer „Nichterfüllung von Verträgen“ würde auf die handelnden Personen, also die Manager, zurückfallen.
Eine große Mehrheit der Bundesbürger ist für die Fertigstellung der umstrittenen Ostsee-Pipeline Nord Stream 2, die russisches Erdgas nach Deutschland bringen soll. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft (OA) hervor.

Welt.de

Die USA haben weitere Sanktionen gegen Beteiligte am Bau der Ostseepipeline Nord Stream 2 verhängt, diese aber zum Teil ausgesetzt. Der Ost-Ausschuss hatte bereits erkannt, dass die neuesten Töne aus Washington keineswegs auf schnelle Streitbeilegung hindeuten.

Die deutschen Einfuhren aus Polen erhöhten sich in den ersten drei Monaten um weitere 14,7 Prozent auf nunmehr 16,6 Milliarden Euro. Und auch die deutschen Exporte nach Polen wuchsen um weitere 9,4 Prozent auf 18,7 Milliarden Euro. „Das östliche Europa ist als Konjunkturlokomotive für die deutsche Wirtschaft zurück in der Spur“, bilanziert Oliver Hermes, der Vorsitzende des Ost-Ausschusses der deutschen Wirtschaft.
„Wir beobachten die jüngsten Entwicklungen rund um den Ukraine-Konflikt natürlich mit großer Besorgnis“, sagt Oliver Hermes, der Vorsitzende des Ostausschusses der Deutschen Wirtschaft (OA). Auch wenn es jetzt noch „keine unmittelbaren Auswirkungen auf die deutschen Wirtschaftsbeziehungen mit Russland und der Ukraine“ gebe, so sei die Entwicklung doch äußerst kritisch.
Russland bleibt ein wichtiger Investitionsstandort. Nach Angaben der Bundesbank hatten deutsche Unternehmen Ende 2018 fast 21 Milliarden Euro in Russland investiert und beschäftigten dort fast 260.000 Menschen. Der Ost-Ausschuss sieht auch positive Entwicklungen:
Ausgrenzen, Sanktionieren, Abschotten sowie das Einreißen von Brücken haben in der Weltgeschichte noch nie Mehrwert generiert, schreibt Wilo-Chef Oliver Hermes in einem persönlichen Gastbeitrag. Unternehmen müssen sich dennoch auf diese geopolitische Bedrohung einstellen. Mehr und mehr geraten deutsche und europäische Unternehmen zwischen die Fronten geopolitischer Auseinandersetzungen
Die Sorgen wachsen, dass der verschärfte Ausbau Russlands zur Festung fatale Folgen haben könnte. Ohnehin sei Russland „nur begrenzt in internationale Wertschöpfungsketten eingebunden“, sagt Oliver Hermes, Chef des Ost-Ausschusses der deutschen Wirtschaft (OA). Er fürchtet, „dass sich angesichts der wachsenden Spannungen mit den USA und der EU in Russland die Stimmen für noch mehr Importsubstitution und höhere Lokalisierungsanforderungen durchsetzen“.
Der deutsche Handel mit China ist zuletzt auch aufgrund neuer politischer Implikationen immer weiter in den Fokus gerückt. Beinahe unbeachtet bleibt unterdessen, dass die vier Staaten der Visegrád-Gruppe gemeinsam mittlerweile einen um ein Drittel höheren Anteil am deutschen Außenhandel als China vorweisen.

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